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So hilft die Elektronik beim Lernen

Die Stadt stattet das Gymnasium mit zwölf weiteren interaktiven Tafeln aus. Auch mancher Lehrer muss da noch etwas lernen.

Von Jens Hoyer

Die gesunde Drittelstunde

Impfen lassen? Neue Therapien? Was zahlen Kassen? Fragen rund um das Thema Gesundheit: hier gibt es Antworten. Redakteur Jens Fritzsche im Gespräch mit Experten.

Döbeln wird das Hauptgebäude des Gymnasiums im großen Stil mit modernen interaktiven Tafeln ausrüsten. Diese sind zwar schon mehr oder weniger verbreitet, aber Standard sind sie in den Klassenzimmern noch nicht. Die Stadt will diesmal nicht kleckern, sondern klotzen. Gleich zwölf Tafeln werden für die Schule angeschafft, in der zurzeit noch die Umbauarbeiten laufen. Die Kosten belaufen sich auf rund 65 000 Euro. Eine Firma aus Lauterbach im Vogtland hat jetzt vom Hauptausschuss den Zuschlag erhalten und wird die Tafeln liefern. Die Stadt bekommt zur Finanzierung Fördermittel in Höhe von 85 Prozent der Gesamtsumme.

Damit würde das Lessing-Gymnasium am Hauptstandort über 26 der interaktiven Tafeln verfügen. Schon das vor fünf Jahren umgebaute Kunstgebäude war komplett damit ausgestattet worden. Vereinzelt gibt es die Tafeln auch in anderen Klassenzimmern. In der Außenstelle Körnerplatz gibt es derzeit eine interaktive Tafel.

Die elektronischen Tafeln eröffnen ganz andere Dimensionen des Unterrichts, meint Schulleiter Michael Höhme. Mit ihnen kann man nicht nur für alle Schüler sichtbar im Internet unterwegs sein. Zu den Tafeln gibt es Lehrmaterialien, die von den Lehrern genutzt werden können. Filme und Bilder lassen sich ohne großen aufwand zeigen. Und nicht zuletzt hat die Kreide ausgedient. Geschrieben wird mit einem speziellen Stift, der Projektor wirft die Schrift auf die Tafel. Das Bild kann gespeichert und wieder verwendet werden.

Für die Lehrer bedeutet das aber auch, sich mit der Technik anzufreunden. „Das ist von Lehrer zu Lehrer unterschiedlich“, sagte Höhme. In Vorbereitung der „Aufrüstung“ werden dem Lehrpersonal im zweiten Schulhalbjahr Fortbildungskurse angeboten – für Einsteiger und Fortgeschrittene. Für Liebhaber klassischer Unterrichtsformen gibt es noch aufklappbare Seitentafeln, die ganz herkömmlich mit einem Stift beschrieben werden können.

Die Schüler selbst haben keine Probleme, mit der Technik umzugehen, sagte Höhme. Erarbeitete Vorträge seien mittlerweile völlig auf die interaktiven Tafeln zugeschnitten. Ganz selbstverständlich werden die Arbeiten auch mit Audio- und Videobeiträgen garniert.

Höhme hält es für wichtig, dass die Schule Schritt hält mit der technologischen Ausstattung, die die meisten Schüler zu Hause schon haben. Das Gymnasium verfügt an seinen beiden Standorten über fünf Computerkabinette. Außerdem über einen Klassensatz Notebooks. Im Haupthaus, das gerade umgebaut wird, werden zudem zwei Räume für den Einsatz von kleinen Tabletcomputern vorgesehen. In diesen sieht Höhme den nächsten Ausbauschritt. Und sie wären sogar eine kleine Revolution, denn sie könnten auch Schulbücher ersetzen und den grafikfähigen Taschenrechner, den jeder Gymnasiast in den oberen Klassen braucht.

Das Gymnasium ist nah dran an den Entwicklungen. Ursula Kührig, Fachleiterin für den naturwissenschaftlichen Bereich, arbeitet in einer Projektgruppe mit, die sich in Sachsen damit beschäftigt, wie das Lernen in der Zukunft aussieht, sagte Höhme. Auch viele Schulbuchverlage stünden in den Startlöchern, um ihre Bücher in elektronischen Versionen anzubieten.

Auch die anderen Schulen der Stadt sind mit interaktiven Tafeln ausgestattet, wenn auch nicht so umfangreich. Die Oberschule am Holländer hat fünf Tafeln, die Grundschule Am Holländer vier. Eine gibt es an der Kunzemannschule, dieses Jahr soll sie eine zweite bekommen. Auch die Grundschule Ost wird im Laufe des Jahres mit einer elektronischen Tafel ausgestattet. Außerdem erhält die Oberschule Am Holländer 18 neue Computer. Auch für die Gymnasiums-Außenstelle in der Körnerplatzschule wird ein Klassensatz neue Rechner angeschafft.