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So klappt es mit dem Radeln von der Elbe zur Spree

Das Radprojekt Elbland-Westlausitz wird zumMonatsende fertig sein. Dann soll der Gast auf kompletten Servicezugreifen können.

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Von Kathrin Krüger-Mlaouhia

Nehmen wir mal an, ich sei ein Gast von sonst woher und möchte in der Gegend Urlaub machen. Ich habe ein Rad dabei und möchte mir die Sehenswürdigkeiten der Region anschauen. Was mache ich? Bisher musste ich mir meist alle Stationen selbst zusammensuchen. Ich konnte mir dafür zwar Material in den örtlichen Fremdenverkehrsvereinen bestellen. Doch die Feinarbeit blieb an mir hängen.

Künftig soll das alles anders sein. Ich rufe eine Nummer an und komme in der Buchungsstelle Königsbrück raus. Dort gibt es ein Komplettpaket: mit Radrouten, Übernachtungen, Einkehrmöglichkeiten und Infos zu den Aushängeschildern der Gegend. Auch Sonderwünsche wie Fahrradausleihe oder Führungen kann ich an dieser Hotline loswerden. Wenn die Stadtinfo Königsbrück nach Dienstschluss nicht mehr besetzt ist, dann schaltet sich automatisch eine Rufumleitung zur zweiten Buchungsstelle im Schloss Schönfeld ein. Hier sind auch in den Abendstunden und vor allem auch am Wochenende kompetente Menschen zu erreichen.

Qualitätskriterien erfüllen

Präsentiert wird mir als Anrufer das Radprojekt Elbland-Westlausitz. Dahinter verbirgt sich ein Rundkurs im Gebiet des Westlausitzer Heidebogens, der mit dem Radrundweg durch das Schradenland in Ortrand verbunden ist. Habe ich viel Zeit, kann ich auch über Moritzburg auf den Elbradweg radeln oder über Kamenz Richtung Spreeradweg. Überall soll ich dann künftig auf Hinweisschilder stoßen, damit ich als Fremder den Weg auch finde.

Dies alles möglich zu machen, hat sich der Verein Westlausitzer Heidebogen vorgenommen. Sein Ziel ist die nachhaltige Entwicklung strukturschwacher ländlicher Gebiete mit Hilfe von Geldern der Europäischen Union. Der Verein mit Sitz in Ebersbach bedient sich für das Radwanderprojekt der Fachkompetenz der Tourismus GmbH „Land und Leute“ Hoyerswerda. Die hat mit solcher Organisation immerhin schon seit 1993 Erfahrungen.

Wichtig sind aber auch örtliche Anbieter, die mit Tourismus Geld verdienen und Arbeitsplätze schaffen oder erhalten wollen. Solche Anbieter sind zum Beispiel die Pension „Zum alten Bauernhof“ mit Reitplatz in Tauscha, das Naherholungszentrum Zschorna, die Kalkreuther Paulsmühle oder der Bauernhof Tillich in Ebersbach. Am Dienstag trafen sich zahlreiche Teilnehmer, auch aus dem Kamenzer Raum, zu einer Rundfahrt durch das Gebiet. „Die Leistungsträger sollen sich kennenlernen, untereinander Kontakte knüpfen und die Servicekette verstehen“, sagt Jörg Krause von „Land und Leute“. Noch ist überall viel Arbeit.

Die Anbieter müssen Qualitätskriterien des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs erfüllen. Sie müssen eine Infotafel mit einer Radwanderkarte aufhängen. Außerdem muss Kartenmaterial zum Verkauf bereitliegen. Jede Pension, Gaststätte oder Reitstation muss Auskunft über die gesamte Region bieten.

Bis Ende des Monats soll das Projekt fertig sein, die Hotline stehen. Der Westlausitzer Heidebogen hat einfach erkannt, dass eine Lücke zwischen dem Elberadweg und der Oberlausitz mit seiner guten fahrradtouristischen Infrastruktur zu schließen ist.

www.westlausitzer-heidebogen.net,

www. elbland.de,

www.radwandern-oberlausitz.de