merken
PLUS

So klingt die Sage von der Nixkluft

Mit Musik hält Mario Haase die Verbindung in die alte Heimat. Und die Musik hilft ihm, mit Parkinson klarzukommen.

© Anja Seidel

Von Frank Korn

Waldheim. Mystische Klänge kommen aus dem Lautsprecher. Bei diesem Stück sind sie durchaus auch angebracht. Es erklingt die Sage von der „Nixkluft“, die der ehemalige Waldheimer Mario Haase zu einem Song verarbeitet hat. Laut der Sage steht an der Zschopau bei Waldheim ein Felsen mit einer Höhle, die vom Fluss aus zugänglich ist. Darin soll ein Nixenfürst mit seinen drei Töchtern gelebt haben. Die Nixen mischten sich gern unter die Menschen. Bei Tanz und Spiel erfreuten sich die Mädchen. Niemals aber durften sie den Morgen abwarten. Durch List gelang es einigen Burschen, die Nixen zurückzuhalten. Als der erste Sonnenstrahl aber ihre Körper traf, zerflossen die Gestalten. Ihr Vater, der Nixenfürst, verlangt seitdem jedes Jahr ein Menschenleben als Opfer, so die Sage.

Elbgalerie Riesa
Hier macht Shoppen glücklich!
Hier macht Shoppen glücklich!

"Alles bekommen. In Riesa." – dieses Motto lebt die Elbgalerie Riesa.

Mario Haase, Ex-Waldheimer, der in Berlin lebt.
Mario Haase, Ex-Waldheimer, der in Berlin lebt.

Die Musik helfe ihm, mit seiner Krankheit klarzukommen. „Ich habe Parkinson, bin deshalb erwerbsunfähig und beziehe eine Rente“, sagt der 45-Jährige, der in Berlin lebt. Im Jahr 2013 sei er mit Rückenschmerzen zum Arzt gegangen. „Nach diversen Tests wurde festgestellt, dass bei mir die Dopaminausschüttung nicht mehr funktioniert, was wiederum Ursache für die Parkinsonerkrankung ist“, sagt Mario Haase. Jeder Tag werde für ihn zu einer neuen Herausforderung.

Ein Symptom der Krankheit sei, dass die Sprache nach längerem Reden immer undeutlicher wird. Zudem bereitet der linke Arm Schwierigkeiten, täglich muss Haase Medikamente einnehmen. Als „Gegenmittel“ hat er die Musik entdeckt. „Damit kann ich meine Sprachprobleme kaschieren“, sagt Haase. Das Komponieren habe er sich selbst beigebracht. Dabei arbeitet er mit einem Synthesizer. Dieses Instrument ist eines der zentralen Werkzeuge in der Produktion elektronischer Musik, ist bei Wikipedia nachzulesen. Für Mario Haase ist es auch die Möglichkeit, etwas Bleibendes zu schaffen. „Es macht mir Spaß, die Sagen aus der alten Heimat auf diese Weise neu aufleben zu lassen“, sagt Haase, der sich schon immer für Computer und Musik interessiert hat.

Mario Haase ist in Döbeln geboren und in Waldheim aufgewachsen. 1988 zog der heute 45-Jährige nach Berlin. Er hat eine Lehre als Energie-Elektroniker abgeschlossen, hat aber in den Jahren vor seiner Erkrankung im Lager eines Lebensmitteldiscounters gearbeitet. Im vergangenen Jahr hat Mario Haase seine Frau Kathrin geheiratet. Für beide ist es die zweite Ehe, beide haben jeweils ein Kind. Zusammen sind Mario und Kathrin seit drei Jahren. Dabei hat er sie schon viel früher kennengelernt. Ihre Familie stammt ebenfalls aus Waldheim. „Ich bin früher sogar öfter bei Kathrins Familie zu Besuch gewesen“, sagt der 45-Jährige. Die Verbindung in die alte Heimat hält er über Verwandte – in Roßwein wohnt ein Onkel – sowie über Freunde in Waldheim und das soziale Netzwerk Facebook, wo er die Links zu seinen neuesten Kreationen veröffentlicht.

In den vergangenen Tagen hat Mario Haase auf seinem Youtube-Kanal (https://youtu.be/IZHudxh9iLI) ein Video über Waldheim eingestellt. Dabei hat er Fotos zu einer Diashow montiert und lässt geschichtliche Fakten zu seiner alten Heimatstadt „vom Synthesizer plappern“. „Die Daten habe ich von der Internetseite www.planetwaldheim.de/Waldheim.htm übernommen“, so Haase.

https://hearthis.at/mario-haase-xp/die-nixkluft/