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Wie Seifhennersdorf sparen könnte

Die Stadt hat endlich einen gültigen Haushalt. Einwohner müssen dafür tiefer in die Tasche greifen. Es gibt aber auch Vorschläge für neue Einnahmequellen.

Wird es klappen? Zunächst musste Bürgermeisterin Karin Berndt bangen, doch inzwischen hat Seifhennersdorf seinen Haushalt genehmigt bekommen.
Wird es klappen? Zunächst musste Bürgermeisterin Karin Berndt bangen, doch inzwischen hat Seifhennersdorf seinen Haushalt genehmigt bekommen. © Archivfoto: Matthias Weber

Große Erleichterung bei Seifhennersdorfs Bürgermeisterin Karin Berndt (UBS): Die Stadt hat nun einen gültigen Haushalt, endlich liegt das Okay von der Rechtsaufsichtsbehörde des Landkreises vor, verkündete sie in der jüngsten Stadtratssitzung. Daumen runter für den Seifhennersdorfer Haushaltsplan hatte es noch im Mai dieses Jahres geheißen. Die Kreisbehörde war mit dem Papier, das die Stadt eingereicht hatte, nicht einverstanden. Also hieß es: nachsitzen. Seifhennersdorf brachte einen neuen Vorschlag ein und der wurde nun genehmigt. 

Die Stadträte stimmten jetzt über den Haushalt ab, der die Jahre 2019 und 2020 umfasst und die wichtigste Grundlage für die Arbeit der Stadt ist. Weil die Stadt ziemlich in den Miesen war, kam sie nicht umhin, die Grundsteuer zu erhöhen. Das schmeckt erwartungsgemäß nicht jedem. Als der Haushaltsentwurf zur Einsicht öffentlich ausgelegen hatte, hatten sich auch Einwohner gemeldet und sich gegen die Erhöhung ausgesprochen. Die Erhöhung betrifft die Grundsteuer B, alle Grundstückseigentümer sind also betroffen. Der Hebesatz wird ab dem neuen Jahr von 450 auf 490 Prozent angehoben. Wie viel die Erhöhung für den einzelnen ausmacht, lässt sich pauschal schwer sagen, erklärt Kämmerin Monika Werner. Denn entscheidend ist nicht allein die Grundstücksgröße, sondern auch die Art des Hauses - also, ob es sich um ein Ein-, Zwei- oder Mehrfamilienhaus handelt. Auch das Baujahr spielt eine Rolle, erläutert die Finanzfachfrau. Zwischen zehn und fünfzehn Euro mehr pro Jahr werden die meisten Grundstückseigentümer zahlen müssen, schätzt sie ein. Wer einen Grund-Messbetrag von 32 Euro hat - das entspricht ungefähr einem Zweifamilienhaus - zahlte bisher 144 Euro im Jahr. Nach der neuen Berechnung werden es 156 Euro sein, nennt die Kämmerin ein Beispiel. Auch die Gewerbetreibenden werden zur Kasse gebeten: die Gewerbesteuer steigt von 420 auf 430 Prozent. 

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Insgesamt nimmt die Stadt mit der erhöhten Grundsteuer 33.000 Euro mehr ein. Würde die Grundsteuer nicht erhöht, so wie im Haushaltsentwurf vorgesehen, müsste der Einnahmeverlust anderweitig ausgeglichen werden. "Wir müssten dann einen Deckungsvorschlag bringen", so die Bürgermeisterin. Das heißt, der Stadtrat müsste eine Idee haben, wo diese Summe sonst herkommen könnte. Außerdem verwies die Bürgermeisterin darauf, dass ohnehin eine Grundsteuerreform bevorstünde und auf alle neue Regelungen zukommen. Angesichts dessen sei die Regelung, die Seifhennersdorf jetzt trifft, nur vorübergehend. "Das ist nicht schön, aber wir haben keine andere Wahl. Wir brauchen einen genehmigungsfähigen Haushalt", so Stadtrat Enrico Großer von der Fraktion der Unabhängigen Bürgerinitiative Seifhennersdorf (UBS). Drei CDU-Vertreter stimmten dennoch gegen die Grundsteuer-Erhöhung. 

Insgesamt hat es die Stadt durch etliche kleinere Sparmaßnahmen und Einnahmequellen geschafft, dass das Minus nun nur noch rund 100.000 Euro beträgt, erklärte Karin Berndt. Im letzten Jahr hatte noch eine Lücke von 1,8 Millionen Euro zwischen Ausgaben und Einnahmen geklafft. 

UBS-Stadtrat Enrico Großer sieht aber noch mehr Sparpotenzial und auch Möglichkeiten, Einnahmen zu erzielen. Einige Vorschläge will die UBS in der nächsten Zeit voranbringen und mit den Stadtratskollegen diskutieren, kündigt Großer an.  

Und so könnte Seifhennersdorf seinen Haushalt aufbessern: 

Campingplätze bieten Potenzial

Enrico Großer sieht noch viel weiteres Potenzial in Sachen Tourismus in Seifhennersdorf. So könnte der Campingplatz am Silberteich wieder auf Vordermann gebracht werden, damit er Gäste anlockt, schlägt er vor. Im Moment sei die Anlage in einem schlechten Zustand. "Das sollte man entwickeln und wieder verstärkt anbieten und vermarkten", so der Seifhennersdorfer. 

LED könnte beim Stromsparen helfen

Die Stadtverwaltung soll ein Konzept aufstellen für die Beleuchtung der Oberschule, schlägt Enrico Großer vor. Hier sieht er noch ordentlich Einsparpotenzial. Was muss ausgetauscht werden? Und würde eine Fotovoltaikanlage auf dem Dach der Schule sinn machen, um das Gebäude zu versorgen? "Das sollte geprüft werden", so Großer. Die Stadt hat bereits geplant, in den Schulfluren die alten gegen LED-Leuchtmittel auszutauschen, um Stromkosten zu sparen. 800 Euro im Jahr könnte das einsparen, schätzt die Stadtverwaltung. Sie rechnet mit einer Investition von 500 Euro. Das sollte auch auf die Klassenzimmer ausgedehnt werden, sagt Enrico Großer. 

Bei der Straßenbeleuchtung, wie hier vor dem Pflegestift, will Seifhennersdorf künftig sparen - mit moderner LED-Beleuchtung. 
Bei der Straßenbeleuchtung, wie hier vor dem Pflegestift, will Seifhennersdorf künftig sparen - mit moderner LED-Beleuchtung.  © Archivfoto: Matthias Weber

Generell sollte geprüft werden, wie in den öffentliche Gebäuden Strom und Energie gespart werden könnte. Das betreffe zum Beispiel auch das Rathaus oder etwa die Weihnachtsbeleuchtung. Auch diese könnte man auf LED umrüsten. Eine 4-Watt-LED-Lampe kann am Ende 700 Euro im Jahr sparen gegenüber einer Beleuchtung mit einer 20-Watt-Halogenlampe, rechnet Enrico Großer vor. Eine LED-Leucht koste zwei bis drei Euro. "Das ist eine einmalige Investition, mit der wir dann aber jährlich sparen könnten."

Mit dem Thema hat sich die Stadt bereits beschäftigt. Im kommenden Jahr kann sie schon bei der Straßenbeleuchtung durch die Umstellung auf LED rund 12.500 Euro sparen, kündigte Bürgermeisterin Karin Berndt an. 

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