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So kommt "Radeberger" durch die Krise

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie sind massiv, teilt das Unternehmen mit. Es gibt aber auch einen Glücksumstand.

Sitzt das Etikett richtig? In der Radeberger Exportbierbrauerei werden Flaschen vor dem Versand kontrolliert. Wegen der Corona-Pandemie hat das Unternehmen mit starkem Absatzrückgang zu kämpfen.
Sitzt das Etikett richtig? In der Radeberger Exportbierbrauerei werden Flaschen vor dem Versand kontrolliert. Wegen der Corona-Pandemie hat das Unternehmen mit starkem Absatzrückgang zu kämpfen. © Brauerei Radeberger

Radeberg. Mal nach Feierabend in den Biergarten? Am Wochenende essen gehen? Mit Freunden eine Party feiern, auf ein Konzert gehen? Keine Chance. Die meisten Anlässe, bei denen ein leckeres Pilsner getrunken wird, finden wegen der Corona-Beschränkungen nicht statt. Wie trifft die Radeberger Exportbierbrauerei die Krise? Laut Mitarbeiterin Jana Kreuziger haben die Auswirkungen ein "nicht gekanntes Ausmaß". 

"Die Absage unzähliger Veranstaltungen, die Beschränkung sämtlicher Gastronomiebetriebe auf den Außer-Haus-Verkauf und die Reise- und Kontaktbeschränkungen treffen uns hart." Nicht nur, dass das Alltagsleben kaum noch stattfindet, auch der Tourismus ist komplett lahmgelegt, so die Brauerei-Sprecherin.

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Nach ihren Angaben ist der Fassbierabsatz sowie das gesamte Gastronomie- und Veranstaltungsgeschäft von einem Tag auf den anderen völlig zum Erliegen gekommen. Die verlorenen Absätze werden nicht mehr aufzuholen sein, sagt sie. Da einige Regelungen vermutlich noch über den Sommer gelten werden, ist das ganze Ausmaß noch nicht absehbar. "Die Auswirkungen dieser Situation werden für die gesamte Branche und auch für uns massiv und schmerzhaft sein." 

Wichtig ist nach ihren Worten jetzt ein Fahrplan für die nächsten Monate. "Bis heute gibt es noch keine konkreten Aussagen, wann und in welchem Umfang es zu Lockerungen kommt. Wir als Radeberger Brauerei brauchen, wie unsere Partner in der Gastronomie und Hotellerie, dringend einen Plan, wie es weiter geht, wann zunächst Restaurants und Gaststätten wieder starten können."

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Der Verkauf in den Supermärkten kann das offenbar nicht ausgleichen. "Zwar verzeichnen wir im Handel derzeit noch eine leichte Tendenz zu vermehrten Käufen von Radeberger Pilsner in der Flasche, doch eine Kompensation des Komplettausfalls beim Fassbierabsatz ist damit nicht einmal ansatzweise gegeben", sagt sie. Genaue Zahlen über den Umsatzrückgang nennt die Radeberger Brauerei nicht. 

Laut dem Hauptgeschäftsführer des Deutschen Brauer-Bundes (DBB), Holger Eichele, wird die Corona-Krise massive Auswirkungen auf die Beschäftigung in den deutschen Brauereien haben. 87 Prozent der Betriebe rechnen mit der Einführung von Kurzarbeit, 18 Prozent mit Entlassungen. Dies ergab eine aktuelle Mitgliederbefragung des Deutschen Brauer-Bundes. Der DBB befürchtet, dass die Vielfalt des Angebots im Zuge der Corona-Krise verloren gehen könnte. Bei der Radeberger Brauerei sind Teile der Mitarbeiter in temporäre Kurzarbeit geschickt worden. "Betroffen sind beispielsweise die Mitarbeiter des Eventteams. Für sie gibt es ja momentan keine Aufgaben."

Dabei hatte die Radeberger Exportbierbrauerei noch kurz vor Ausbruch der Krise in eine neue Abfüllstrecke investiert. Gerade noch rechtzeitig, wie Jana Kreuziger sagt. "Alle Montagearbeiten, die auch den Einsatz von externen Teams notwendig machten, konnten noch am Jahresanfang ausgeführt und somit fast unberührt vom Thema Corona erledigt werden. Aus jetziger Sicht ein großes Glück." Jetzt setzt das Unternehmen alles daran, die für den Frühsommer geplante Abnahme der neuen Flaschenabfüllanlage umzusetzen und sie dann in Betrieb gehen zu lassen. 

Die ersten Arbeiten hatten Mitte September 2019 begonnen. Im zweiten Obergeschoss des Abfüllgebäudes war zunächst eine erste Anlage demontiert worden. Am Jahresende 2019 stoppten die Techniker dann auch eine zweite Strecke. Nach einer Erneuerung des Hallenfußbodens wurde die neue Strecke montiert. Sie ist eine Maßanfertigung, deren Komponenten individuell zusammengestellt wurden. Das Ziel war von Beginn an, noch schneller auf aktuelle Marktanforderungen reagieren zu können. 

Knapp zwei Jahre hatte die Planungs- und Projektierungsphase gedauert. Die neue Anlage kann zum Beispiel mit unterschiedlichen Flaschengrößen, also mit 0,5- und 0,33-Liter-Flaschen umgehen. Auch bei den Kästen ist sie flexibel. Sie kann mit 24er-, 20er- und 11er-Größe sowie mit Sixpacks bestücken und dabei mit sehr kurzen Umbauzeiten punkten. Bis zur Inbetriebnahme der neuen Strecke läuft die im Erdgeschoss des Abfüllgebäudes verbliebene bislang dritte Anlage weiter.

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