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So läuft der Corona-Schulanfang

Begrenzte Gästezahl, kürzeres Programm, Abstand – an vielen Grundschulen sehen die traditionellen Feiern etwas anders aus als sonst.

Am Wochenende werden in Riesa insgesamt 216 Erstklässler eingeschult. Unter anderen Bedingungen, als es normalerweise der Fall wäre.
Am Wochenende werden in Riesa insgesamt 216 Erstklässler eingeschult. Unter anderen Bedingungen, als es normalerweise der Fall wäre. © Eric Weser

Riesa. Die Einschulung ist im Leben von Kindern etwas Besonderes. Ein neues Kapitel im Leben beginnt. Um dem Ganzen einen würdigen Startpunkt zu geben, gestalten die Grundschulen Einführungsfeiern für ihre Erstklässler. Dieses Jahr ist wegen Corona aber alles ein wenig anders. Wie Schulen in Riesa und Umgebung mit der Situation umgehen, zeigt eine SZ-Umfrage.

In der Trinitatisschule in Riesa findet der traditionelle Gottesdienst zum Schulanfang wie sonst auch in der Trinitatiskirche statt. Anders als in den vorigen Jahren ist er aber nicht öffentlich und die Besucherzahl auf den engsten Familienkreis begrenzt, sagt Schulleiterin Annett Franzke. Heißt konkret: Eltern, Geschwister und die Großeltern dürfen dabei sein. Der Mindestabstand zwischen den Familien könne trotzdem gewahrt werden, so die Schulchefin. Für die 45 Schulanfänger und ihre Begleiter biete die große Kirche genügend Platz. Damit können auch die beiden ersten Klassen gemeinsam in einer Zeremonie willkommen geheißen werden. 

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Mehr Begleiter nur per Antrag

Das wird in vielen anderen Schulen in diesem Jahr nicht gehen. Denn die Turnhallen, in denen die Einschulungsfeiern in aller Regel stattfinden, sind zwar groß. Sie bieten aber meist nicht ausreichend Platz, um bei vielen Besuchern die geforderten Abstände einzuhalten. Deshalb gibt es in etlichen Grundschulen wie Strehla, Prausitz oder der 4. Grundschule in Riesa zwei wesentliche Veränderungen zu den Vorjahren.

Nummer Eins: Die Zahl der Begleiter ist pro Schulanfänger auf zwei Personen begrenzt. Nur in Ausnahmefällen – zum Beispiel bei Säuglingen – können es auch drei Personen sein, sagt Evelin Mühler, Leiterin der Grundschule Franciscus Nagler in Prausitz, wo am Sonnabend 18 Erstklässler begrüßt werden. Auch in der 4. Grundschule in Riesa werden solche Ausnahmen erlaubt. Allerdings nicht spontan, sondern auf vorherigen Antrag, wie Leiterin Angelika Fritz sagt. Einige solcher Anträge habe sie schon vorliegen.Die zweite Änderung: Schulen mit mehreren ersten Klassen wie die 4. Grundschule (drei Klassen, 60 Schüler) oder auch die Strehlaer Grundschule (zwei Klassen, 40 Schüler) müssen die Feiern staffeln. Heißt: Für jede Schulklasse gibt es eine eigene Zeremonie, dann ist die nächste Klasse dran. Für Angelika Fritz, Leiterin an der Breitscheidstraße ist das nichts völlig Neues: Schon vor einigen Jahren, als es noch fünf erste Klassen gab, sei das schon so gelaufen. Diesmal sei es aber rein der Corona-Lage geschuldet. Und anders als damals müssen diesmal zwischen den Durchgängen die Stühle desinfiziert werden.

Sorge vor heftigem Wind

Masken müssen am Sonnabend laut den Schulen von den Gästen mitgebracht, aber während der eigentlichen Feierstunden nicht getragen werden, da die Mindestabstände über die Sitzordnung eingehalten werden. Gute Belüftung soll ein mögliches Infektionsrisiko zudem senken. Schulleiterin Evelin Mühler hofft nur, dass keine Sturmböe in die Prausitzer Schulsporthalle braust und die Deko abreißt. Die Schule habe sogar überlegt, die Feier ganz nach draußen auf den Schulhof zu verlegen. Aber das sei organisatorisch nicht machbar gewesen – und ob das Wetter mitspiele, wisse man auch nicht.

Abstriche wird es im Corona-Jahr bei den Rahmenprogrammen geben. Bei der Feier der christlichen Grundschule in Riesa ist es „auf ein Minimum zurückgefahren“, wie Leiterin Annett Franzke sagt. Auch die übliche Begrüßung der neuen Schüler durch die Paten aus den dritten Klassen fällt weg. In Prausitz ist das Programm ebenfalls stark verkürzt, weil wegen der Corona-Situation im Vorfeld keine Proben stattfinden konnten, sagt Leiterin Evelin Mühler. In Riesas 4. Grundschule wird eine Gymnasiallehrerin Violine spielen und Musik vom Band kommen. Schulleiterin Angelika Fritz kann dem Corona-Schulanfang dennoch etwas Gutes abgewinnen: Denn die Zuckertütenübergabe werde dieses Jahr mehr zelebriert als sonst – da weniger Leute da seien, finde die Übergabe in einem schönen, kleinen Rahmen statt.

"Einmal geht das schon"

Allerdings ist über diesen zwangsweise verkleinerten Rahmen nicht jeder erfreut. Sie habe auch Enttäuschung aus Elternkreisen vernommen, dass beispielsweise Geschwisterkinder am Sonnabend nicht dabei sein dürfen, sagt Strehlas Schulchefin Iris Lehmann. Und natürlich sei es schade für die Familien. „Aber ich denke, einmal geht das so.“ Sie sei schon froh, dass der Schulanfang überhaupt stattfinden könne, so die langjährige Schulleiterin. Die Entscheidung, die Feiern trotz der Corona-Situation zu durchzuführen, findet sie richtig. Immerhin ist die Einschulung im Leben von Kindern etwas Besonderes.

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