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So landet das Paket sofort beim Empfänger

Die Firma Allebacker aus Großröhrsdorf stellt Briefkästen her. Dank ihrer neuesten Entwicklung muss der Postbote nicht mehr beim Nachbarn klingeln.

Bürokaufmann Daniel Semmer von der Firma Allebacker aus Großröhrsdorf testet die neue Brief-Paket-Kastenkombination in Pulsnitz.
Bürokaufmann Daniel Semmer von der Firma Allebacker aus Großröhrsdorf testet die neue Brief-Paket-Kastenkombination in Pulsnitz. © Matthias Schumann

Großröhrsdorf. Endlich ist das langersehnte Paket da. Ein Zettel im Briefkasten informiert, dass es beim Nachbarn abgeholt werden kann. Also schnell rübergehuscht und geklingelt. Doch der Nachbar ist gerade nicht da. Also heißt es weiter warten. So ein Pech aber auch.

So ähnlich geht es vielen, die tagsüber, wenn der Paketbote kommt, nicht zu Hause sind. Doch das könnte sich ändern. Die Firma Allebacker aus Großröhrsdorf entwickelte eine Brief-Paket-Kastenkombination, die das direkte Zustellen von Post und Paketen ermöglicht, auch wenn niemand zu Hause ist.

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"Wir sind ständig auf der Suche nach neuen, innovativen Ideen, um eine Nische im Markt zu finden, aber auch um den Kunden bessere Lösungen anbieten zu können", erklärt Allebacker-Geschäftsführer Manfred Schulte. Klar, es gebe bereits Paketkästensysteme, aber diese würden sich nicht direkt am Wohnhaus des Kunden befinden. "Es muss doch eine Möglichkeit geben, dem Empfänger sein Paket direkt und trotzdem sicher und individuell zustellen zu können", dachte sich Manfred Schulte.

Vor Vandalismus geschützt

In seinem Unternehmen wurde jetzt eine solche Lösung entwickelt. Die Brief-Paket-Kombination wird direkt vor dem Haus oder im Eingangsbereich aufgestellt, und ist nicht nur für einen Kunden gedacht, sondern kann auch für mehrere Mieter eingesetzt werden - dann mit der entsprechenden Anzahl von Boxen. Neben dem Briefschlitz und der Paketbox gehört eine Klingelleiste zum System.

Kommt der Bote mit dem Paket, drückt er auf die Klingel des jeweiligen Kunden und aktiviert damit einen Scanner. An diesem kann er das Paket über den darauf befindlichen Code einscannen und eine weitere Klingelleiste mit den Namen der Mieter erscheint hinter einer Abdeckleiste. So ist das System auch gleich vor Vandalismus geschützt. Auf der Leiste drückt der Bote den Namen des Empfängers, und die Paketbox öffnet sich. Nur noch das Paket hineinschieben, einen Zettel für den Kunden ausfüllen und in den Briefschlitz werfen. So erfährt der Kunde, dass für ihn ein Paket da ist, und kann es sofort selbst herausnehmen. Die Boxen eignen sich für Pakete bis zu einer Größe von  33 mal 42 mal 36 Zentimeter.  

Der Geschäftsführer von Allebacker Großröhrsdorf Manfred Schule vor der neuen Brief- und Paket-Kastenkombination in Pulsnitz.
Der Geschäftsführer von Allebacker Großröhrsdorf Manfred Schule vor der neuen Brief- und Paket-Kastenkombination in Pulsnitz. © Matthias Schumann

Die Brief- und-Paket-Kastenkombination ist vor allem für Vermieter von Mehrfamilienhäusern und für Firmen gedacht. "Im Moment stehen wir noch ganz am Anfang mit der Produktion, aber ich bin optimistisch, dass das Produkt auf dem Markt ankommt", so Manfred Schulte. Einen Vermieter in Pulsnitz gibt es schon, der das Paketsystem vor seinem Mehrfamilienhaus an der Lessingstraße  installiert hat.

Anett und Maik Lange haben das Haus gekauft und überlegt, wie sie beste Bedingungen für die Mieter schaffen können. Dazu kam der Aspekt, dass sie fast ausschließlich mit regionalen Unternehmen zusammenarbeiten. Auf der Suche nach einem Briefkastensystem kamen sie auf die Firma Allebacker. "Die Vorführung im Unternehmen hat uns überzeugt", erklärt Anett Lange. So steht jetzt also vor ihrem Haus eine der ersten Brief-Paket-Kastenkombinationen des Großröhrsdorfer Unternehmens.

Firmenerweiterung geplant

Die Firma Allebacker gibt es seit 1998 in Großröhrsdorf. Der Unternehmer Manfred Schulte aus dem Sauerland kaufte eine ehemalige Tischfabrik und baute dort sein Unternehmen zur Herstellung von Briefkastensystemen auf. "Jährlich verlassen etwa 150.000 Produkte die Firma", so der Geschäftsführer. Jetzt hat das Unternehmen noch eine Nachbarfläche von knapp 4.000 Quadratmetern von der Stadt dazugekauft, um im Jahr 2022 eine neue Produktionshalle zu bauen. Doch das ist noch Zukunftsmusik. 

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