merken
PLUS

Niesky

So laufen die Bauarbeiten auf der A4

Zwischen Uhyst und Salzenforst wird die Fahrbahndecke erneuert. Autofahrer müssen sich noch eine Weile gedulden.

Auf der A4 bei Bautzen wird derzeit gebaut.
Auf der A4 bei Bautzen wird derzeit gebaut. © dpa

Ein großes Schild kündigt es schon an, bevor die Baustelle zu sehen ist: Aus Richtung Dresden kommende Autofahrer auf der A4, die auf den Rasthof Oberlausitz abbiegen möchten oder die Autobahn über die Abfahrt Salzenforst verlassen möchten, müssen sich gleich mehrere Kilometer vor den Abfahrten rechts einordnen. Wer erst einmal auf die linke Spur gefahren ist, hat das Nachsehen: Ein Zurück gibt’s nicht. Überhaupt ist bei Autofahrern auf der A 4 gerade Geduld gefragt – und das noch eine Weile: Bis zum Herbst wird hier gebaut. Ein Überblick über das Vorhaben.

Wo genau befindet sich die Baustelle auf der A4?

Anzeige
Sie sind gefragt: Umfrage zu #ddvlokalhilft
Sie sind gefragt: Umfrage zu #ddvlokalhilft

Wir wollen herausfinden, wie die Sachsen in der Krise einkaufen und wie wichtig lokale Hilfsprojekte wie #ddvlokalhilft bei der Unterstützung des Handels sind.

Gebaut wird zwischen Uhyst am Taucher und Salzenforst, konkret zwischen den Autobahnkilometern 37 und 45. In Richtung Dresden betrifft das eine Baustellenlänge von 6,9 Kilometern – in Richtung Görlitz ist die Baustelle sogar 9,1 Kilometer lang.

Warum wird auf diesem langen Stück gebaut?

„Der Fahrbahnbelag ist abgenutzt und verschlissen“, erklärt Isabel Siebert vom Landesamt für Straßenbau und Verkehr, kurz Lasuv. Deshalb wird dieser nun erneuert. Bei den Bauarbeiten handele es sich um „eine turnusgemäße Erneuerung von Deckschicht und Binder“. Das sind die beiden oberen Schichten einer Straße. Insgesamt sind sie zwölf Zentimeter hoch. Etwa alle zehn Jahre muss die Fahrbahndecke erneuert werden, so das Lasuv. Gebaut wurde die Autobahn dort im Jahr 1996. 2011 wurde die Decke zum letzten Mal erneuert.

Mit welchen Verkehrseinschränkungen müssen Autofahrer rechnen?

Durch die Bauarbeiten stehen den Autofahrern derzeit weniger Fahrspuren zur Verfügung als bisher. Die Mittelstreifenüberfahrt bei den Anschlussstellen Uhyst und Salzenforst ist geöffnet worden, der Verkehr des linken Fahrstreifens in Richtung Görlitz wird auf die Gegenfahrbahn übergeleitet. Von dieser Spur ist es weder möglich, auf den Rasthof Oberlausitz abzubiegen noch die Autobahn in Salzenforst zu verlassen. 

Um eine der Ausfahrten zu nehmen, müssen sich Autofahrer vor der Spurentrennung rechts halten. In Richtung Dresden werden die vorhandenen zwei Fahrstreifen nach rechts verschoben und schmaler. In beide Fahrtrichtungen stehen also zwei Spuren zur Verfügung. Zuvor durften Autofahrer hier mit 130 Stundenkilometern über den Asphalt brausen, nun müssen sie etwas mehr Geduld mitbringen und den Fuß vom Gas nehmen: Sie dürfen nun nur noch 80 Stundenkilometer in der Nacht und tagsüber zum Teil sogar nur 60 km/h fahren, erklärt Isabel Siebert vom Lasuv.

Bis wann wird das alles dauern?

Begonnen wurde mit den Arbeiten im April, in einem ersten Bauabschnitt sind zwei etwa 100 Meter lange Bauabschnitte an den Anschlussstellen in Görlitz saniert worden. Die jetzige Baustelle zwischen Uhyst und Salzenforst soll noch bis zum 30. Oktober bestehen bleiben.

Wie weit sind die Bauarbeiten denn bisher vorangeschritten?

Die Arbeiten sind in vier Bauabschnitte unterteilt worden. In einem ersten Abschnitt geht es um den Standstreifen in Richtung Görlitz, in einem zweiten um die Überholspur. Als Nächstes soll die Fahrbahndecke des Standstreifens in Richtung Dresden erneuert werden, dann geht es um die Überholspur in dieser Richtung. In den kommenden Tagen soll der erste Abschnitt, also das Instandsetzen des Standstreifens in Richtung Görlitz, abgeschlossen werden. Kurz darauf, voraussichtlich am 12. Juni, soll die Verkehrsführung für den nächsten Bauabschnitt umgestellt werden. Die Baustelle zieht dann auf die Überholspur Richtung Görlitz um.

Wird es in diesem Jahr noch weitere Verkehrseinschränkungen geben?

„Es bleiben immer zwei Fahrstreifen je Richtung offen“, erklärt Isabel Siebert. Sind die Bauarbeiten Ende Oktober abgeschlossen, wird es ruhiger: In diesem Jahr sind keine weiteren Baumaßnahmen auf der A4 in der Oberlausitz geplant, so die Lasuv-Pressesprecherin.

Was kostet die Baumaßnahme?

Die Baukosten sind mit sieben Millionen Euro eingeplant worden. Bezahlt wird das Projekt vom Bund.

Wie steht es um Staus und Unfälle im Baustellenbereich?

Die Polizei erfasst Staus nach eigenen Angaben nicht statistisch. Im Baustellenbereich hat es aber einige Unfälle gegeben, allein bis zum 21. Mai waren das 20 Stück. Davon sind elf in Richtung Görlitz, neun in Fahrtrichtung Dresden passiert. Überwiegend handelte es sich um Auffahrunfälle, weil die Autofahrer den nötigen Sicherheitsabstand nicht einhielten. Insbesondere zu den Stoßzeiten zwischen 15 und 16 Uhr in der Woche gab es vermehrt Unfälle.

© SZ-Grafik

Mehr Lokales unter:

www.sächsische.de/niesky

Mehr zum Thema Niesky