merken
PLUS

Dynamo

So lief der erste Tag im Dynamo-Camp in Südspanien

Trainer Markus Kauczinski formuliert das Ziel fürs Spanien-Camp, forciert den Spaß und spricht über ein Gerücht.

Der Trainer geht voran, die Spieler folgen ihm. So soll es nicht nur vorm Mannschaftshotel funktionieren, sondern die gesamte restliche Saison.
Der Trainer geht voran, die Spieler folgen ihm. So soll es nicht nur vorm Mannschaftshotel funktionieren, sondern die gesamte restliche Saison. © Lutz Hentschel

Wer in Dynamos Winterquartier will, muss mit dem Auto runterschalten und ordentlich Gas geben. Die Straße zum Hotel „La Cala“, das 428 Meter oberhalb des rund acht Kilometer entfernten Mittelmeeres liegt, geht steil bergauf. Man könnte das als Zeichen deuten. 

Auch mit dem Zweitliga-Schlusslicht muss es in der restlichen Rückrunde bergauf gehen, und das möglichst steil, um den Abstieg noch zu verhindern. Im Golf- und Spa-Komplex in Mijas in Südspanien soll dafür die Grundlage gelegt werden. Noch bis zum kommenden Montag absolvieren die Dresdner hier ihr gut einwöchiges Trainingslager.

Anzeige
Lust auf neue Kunden?

Händler und Gewerbetreibende aufgepasst: Wie Sie mit der sz-Auktion gleich doppelt gewinnen und was Sie dafür tun müssen.

Die Region Andalusien ist gerade sehr angesagt bei den Bundes- und Zweitligisten. Am Flugplatz Malaga trafen sich am Montagmittag gleich mehrere Mannschaften. Als Dynamo um kurz nach elf Uhr landete, wartete Mainz 05 gerade auf den Rückflug – und der Bus des Karlsruher SC vor dem Terminal. 

Die Badener kamen gut eine Stunde später nach den Schwarz-Gelben an. Der KSC ist am 29. Januar der erste Gegner nach der Winterpause. Außerdem trainieren gerade Dortmund, Hoffenheim, Düsseldorf, Nürnberg, Aue und Stuttgart an der Costa del Sol.

Dynamo muss zum Training nur einige hundert Meter eine Straße entlang laufen, um zum hoteleigenen Trainingsplatz zu kommen. Den Ort hatte noch Cristian Fiel ausgesucht, Nachfolger Markus Kauczinski ist begeistert von den Bedingungen. „Der erste Eindruck ist klasse: super Platz, schön gelegen, das Hotel macht einen guten Eindruck“, erklärte der Trainer.

Das kurze Spiel zum Abschluss der ersten Einheit endete 0:0, Kauczinski bat zum Elfmeterschießen, die Verliererelf musste zur Strafe zum Schubkarren-Wettlauf über den halben Platz antreten. Dabei ging es sehr laut zu, es wurde gefeiert und gejohlt, die Profis hatten sichtlich Spaß. Und das ist gewollt. „Es war bisher sehr ruhig“, fand Kauczinski. Emotionen gehörten aber dazu. „Und Arbeit und Spaß müssen sich ja nicht ausschließen.“

Die Lage des Hotels „La Cala“ unweit von Malaga ist reizvoll. Ein Doppelzimmer kostet derzeit 170 Euro pro Nacht.
Die Lage des Hotels „La Cala“ unweit von Malaga ist reizvoll. Ein Doppelzimmer kostet derzeit 170 Euro pro Nacht. © Lutz Hentschel

Es soll wieder mehr geredet und gelacht werden, die Lethargie der ernüchternden Hinrunde endgültig aus den Köpfen raus. Die Sonne in Spanien, die tagsüber die Luft auf bis zu 18 Grad erwärmt, und die reizvolle Umgebung könnten zur Stimmungsaufhellung beitragen.

Den freien Nachmittag nach dem zweiten Testspiel am Samstag will Kauczinski nutzen, um „Zeit gemeinsam zu verbringen“. Man könnte es Teambuilding nennen, aber mit dem Wort kann der 49-Jährige wenig anfangen. „Es muss nichts Gestelztes sein, wir schauen einfach mal.“

So locker wie möglich soll es zugehen, auch Einzel- und Gruppengespräche will er führen – nicht nur mit den bisher zwei Neuzugängen Marco Terrazzino und Patrick Schmidt. „Alle reden über die Neuen, aber die allein sind es ja nicht. Bei denen, die da sind, müssen wir neue Hoffnungen und Kräfte wecken“, mahnte er.

Am Beginn der ersten Einheit standen Stabilisierungsübungen auf dem Programm. Am Ende wurde es spaßbetonter.
Am Beginn der ersten Einheit standen Stabilisierungsübungen auf dem Programm. Am Ende wurde es spaßbetonter. © Lutz Hentschel

Trotzdem sind in Spanien natürlich weitere Verstärkungen ein Thema. Ralf Minge hatte kürzlich verraten, dass noch ein Defensivspieler sowie ein Profi für die rechte Außenbahn gesucht wird. Für die Defensivposition gibt es offensichtlich einen Favoriten. Tschechische Medien berichten, dass die Dresdner an Josef Husbauer interessiert sind.

Der 29-jährige, der vorrangig im zentralen Mittelfeld zum Einsatz kommt, steht noch bis Saisonende beim tschechischen Spitzenreiter Slavia Prag unter Vertrag. In dieser Saison kam der Nationalspieler auch in der Champions League gegen den FC Barcelona, Inter Mailand und Borussia Dortmund zum Einsatz.

„Es wird da viel spekuliert und auch viel Quatsch geschrieben“, meinte Kauczinski zu den Gerüchten, bestätigte dann aber doch, dass Husbauer „schon ein interessanter Spieler“ sei. „Er ist sehr erfahren, fit und kann im Mittelfeld viele Positionen ausfüllen.“ Es sei ein Spieler, den man kennt.

Nur: wie gut bereits? Mitte der Woche wird Minge im Winterquartier erwartet. Womöglich bringt er ihn gleich mit. Doch der Wechsel könnte teuer werden. Die Internetseite Transfermarkt.de beziffert seinen aktuellen Marktwert auf 3,5 Millionen Euro.

Impressionen vom ersten Trainingstag:

Das Geld für den Transfer könnte durch den Verkauf von Moussa Koné in die Vereinskasse kommen. Der Stürmer, für den ein Angebot von Olympique Nimes vorliegt, das Dynamo aber nicht akzeptiert hat, flog mit nach Spanien. Dynamo soll für den Senegalesen auch rund 3,5 Millionen Euro fordern.

Weiterführende Artikel

Symbolbild verwandter Artikel

Der nächste Neuzugang trainiert schon mit Dynamo

Nun ist der Wechsel von Josef Husbauer perfekt. Der Tscheche ist von Dresden direkt ins Trainingslager nach Spanien geflogen. Die Hintergründe des Transfers.

Symbolbild verwandter Artikel

Spielen Sie auch in Liga 3 für Dynamo, Herr Ehlers?

In seinem ersten Interview spricht Verteidiger Kevin Ehlers über seinen Aufstieg, seine Fehler und seine Zukunft.

Symbolbild verwandter Artikel

Hier schwitzt Dynamo die nächsten 8 Tage

Die Dresdner bereiten sich in einem Golfhotel im Süden Spaniens auf die Rest-Rückrunde vor. Aber nicht alle kommen mit.

Es könnte also noch Bewegung reinkommen in den nächsten Tagen – nicht nur auf dem Platz, sondern auch daneben. Kauczinski hat das Ziel für die acht Tage vorgegeben: „Es soll eine gute Mannschaft werden.“ Damit es endlich wieder bergauf geht. Ganz steil.