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Bautzen

Hier geht bald der MDR auf Sendung

Das neue Studio in Bautzens Post ist so gut wie fertig. Und die Vermieter haben für das markante Gebäude am Postplatz noch mehr Pläne.

Hier sendet bald der MDR aus Bautzen: Architektin Lisa Berger und Hausverwalter Peter Stange zeigen das neue Studio im Postgebäude.
Hier sendet bald der MDR aus Bautzen: Architektin Lisa Berger und Hausverwalter Peter Stange zeigen das neue Studio im Postgebäude. © SZ/Uwe Soeder

Bautzen. Der Unterschied ist deutlich zu hören: Als Peter Stange und Lisa Berger den kleinen Raum im Postgebäude in Bautzen betreten, hören sich ihre Stimmen plötzlich dumpf an. Der Widerhall, der zuvor normal wirkte, fehlt auf einmal. Kein Wunder: Hier müssen schon bald Lastwagen vorbeifahren können, ohne zu stören – denn schon bald sollen in diesem Raum Sendungen wie das sorbische Frühprogramm oder die Bautzener Lokalnachrichten des MDR aufgenommen werden. „Hier werden später sicher mal Promis stehen“, sagt Peter Stange, der das Postgebäude gemeinsam mit seinem Vater verwaltet. Und ein vorbei donnernder Lastwagen oder das Rangieren der Müllabfuhr würden sich da im Hintergrund eben nicht so gut machen.

Umbau der Post: eine knifflige Aufgabe

Für etwa 1,5 Millionen Euro wird gerade die Bautzener Post umgebaut – allein eine Million Euro kosten dabei die Bauarbeiten im Erdgeschoss. Denn der Raum, in dem Peter Stange und Architektin Lisa Berger von der Firma Architekten Ingenieure Bautzen (AIB) stehen, ist einer von drei Studios für den MDR. Die Ansprüche des Senders waren eine knifflige Aufgabe für die Architektin. „Herzstücke“ nennt Lisa Berger die gedämmten Räume jetzt. Sie malt mit den Händen ein Quadrat in die Luft, dann noch eines: „Die Studios haben eine Außenschale und eine Innenschale“, sagt sie, „da liegt quasi ein neuer Raum in der Luft.“

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In der Post am Bautzener Postplatz tut sich etwas. Schon bald zieht dort der MDR ein.
In der Post am Bautzener Postplatz tut sich etwas. Schon bald zieht dort der MDR ein. © SZ/Uwe Soeder

Fast kniffliger noch als die Ansprüche an die Akustik war für die Architektin aber der Denkmalschutz. Die alte Post wurde in den 1950er-Jahren erbaut und galt lange Zeit als modernstes Postamt der DDR. Ihr „ursprünglicher Charme“, so bezeichnet es Peter Stange liebevoll, soll erhalten bleiben. Dennoch: Nicht alle Eigenheiten des Gebäudes passten zu den Ansprüchen der Mieter.

Lisa Berger zeigt auf zwei Fenster: „Das sind eigentlich Tore“, sagt sie, ursprünglich gab es vier Stück davon nebeneinander. Mit dem Denkmalamt einigte sich das Team, dass auch zwei reichen – nun werden die Tore als Fenster genutzt, von innen ist eine Wand davor gebaut worden.

Ab Juli wird der MDR die Räume beziehen, auch Einzelbüros und ein Newsroom, also ein Großraumbüro für etwa elf Leute, gehören dazu. Auf Sendung soll es dann ab Herbst gehen, erzählt Peter Stange.

Ein Schmuckstück in der alten Kantine

Das nagelneue Studio – es ist nicht das einzige in dem Haus, das gerade neu entsteht. 35 Mieter gibt es derzeit in dem Gebäude, darunter die Postbank und die Telekom, seit Kurzem auch die Stadtverwaltung, eine Tanzschule und mehr – das erzählt Peter Stange auf einer Tour durch das Haus. Er läuft eine Etage höher, streicht mit seiner Hand über das Geländer, das sicher einst glänzend war – und dessen Farbe nun bröckelt, Spuren der Zeit. „Wir wollen etwas Nostalgie pflegen“, sagt er. Aber dennoch soll das Gebäude modernisiert werden, und irgendwie auch ein bisschen hip.

Der Coworking-Space soll noch schicker werden, sagt Verwalter Peter Stange. Hier können sich Leute tageweise oder längerfristig einen Arbeitsplatz mieten.
Der Coworking-Space soll noch schicker werden, sagt Verwalter Peter Stange. Hier können sich Leute tageweise oder längerfristig einen Arbeitsplatz mieten. © SZ/Uwe Soeder

Peter Stange hat schon viele Ideen und Pläne. Mit einem Knarzen öffnet er eine Tür. Eine einsame Flasche steht auf dem Boden, Edelstahl-Küchengeräte verstecken sich unter einer Schicht aus Staub: die Küche mit einem Speisesaal nebenan. Hier muss noch einiges getan werden, aber auch ein Schmuckstück verbirgt sich in dem Saal. An der Wand ist ein Gemälde des Geografen und Kupferstechers Johann George Schreiber nachgemalt: Bautzen im Jahr 1700 aus der Vogelperspektive. Vor allem damit liebäugelt Peter Stange: Er will die Post-Kantine wieder mit neuem Leben füllen.

Hippes Arbeiten im DDR-Gebäude

Hip - in diese Kategorie passt zum Beispiel der Coworking-Space, den es bereits gibt – der aber noch schicker werden soll, verrät der Hausverwalter. Hier können sich Leute für einen Arbeitstag oder auch längerfristig einmieten. Die neue Arbeitswelt, modernes Arbeiten – das will Stange in dem Gebäude etablieren. „Die ersten Interessenten gibt es schon“, sagt er. „Wir haben auch Räume, die für Seminare und Konferenzen genutzt werden können.“  Hip - in die Kategorie passt auch Stanges Wunsch, dass sich in dem Haus ein Startup ansiedelt.

Es geht ihm dabei aber nicht nur um das Gebäude an sich, sagt Stange – sondern eigentlich um den gesamten Postplatz. „Wir möchten, dass sich südlich der Innenstadt neue Perspektiven eröffnen“, sagt er, „und dass der Postplatz eine Art Dienstleistungszentrum für Bautzen wird.“

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