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So modern wird die neue Rettungswache

Mit dem Neubau verbessern sich nicht nur die Arbeitsbedingungen für den Rettungsdienst. Er ist auch schneller vor Ort.

Von Steffen Gerhardt

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Die neue Rettungswache in Bernstadt wird nicht nur größer und moderner, sondern ermöglicht den Einsatzkräften ein schnelleres Agieren in Notfällen. Deshalb wird sie in Altbernsdorf gleich neben dem Feuerwehrhaus gebaut und nicht am alten Standort in Bernstadt. Dort ist die Rettungswache bislang im Stützpunkt der Kraftverkehrsgesellschaft untergebracht. Die schwierige Straßenausfahrt ist es nicht allein, die den Landkreis seit Längerem beschäftigt, Veränderungen vorzunehmen. Das soll im Frühjahr beginnend passieren.

Die neue Rettungswache, die im Ortsteil Altbernsdorf gebaut wird. Unten die Straßenansicht des Gebäudes, das neben dem Feuerwehrhaus entsteht. Grafik: Ingenieurbüro Noack

Rettungsdienst ist mehr gefordert

Hintergrund sind die steigenden Anforderungen an den Rettungsdienst und der schlechte bauliche Zustand der Wache – angefangen bei den hygienischen Anforderungen bis zur Größe der Garagen, nennt das Landratsamt die Gründe für diese Investition. Beauftragt mit der Umsetzung ist die kreiseigene Entwicklungsgesellschaft Niederschlesische Oberlausitz (Eno). „Wir sind der Bauherr“, sagt Geschäftsführer Sven Mimus. Die Eno hat bereits Erfahrungen als Immobilienverwalterin mit rund 500 Mietern, aber die Bernstädter Rettungswache ist eine neue Herausforderung an sie. „Es ist unser bisher größtes Bauprojekt. Über 600 000 Euro wird die neue Rettungswache kosten“, erklärt der Geschäftsführer. Für ihn bleibt der Neubau vorerst eine einmalige Sache. Zwar plant der Landkreis eine weitere neue Rettungswache in der Stadt Löbau, aber wann sie kommt und wer sie baut, das ist noch nicht entschieden.

Das Bernstädter Bauvorhaben liegt auf dem Tisch von Projektmanager Marcell Hänchen. Mit dem Görlitzer Ingenieurbüro Noack wird derzeit die Planung erstellt. Wie das Gebäude aussehen wird und wie die Räume gestaltet werden, das verraten bereits erste Zeichnungen. Das Markante an dem Gebäude wird die Fahrzeughalle sein. „Sie bietet zwei Rettungsfahrzeugen genügend Platz. Bisher konnten wir in Bernstadt nur eins unterstellen, das andere steht immer draußen“, erläutert Marcell Hänchen. Aber auch die Arbeitsbedingungen für die Rettungssanitäter verbessern sich mit dem Neubau merklich. Zwei Umkleideräume wird es geben und zwei Ruheräume. Der diensthabende Arzt hat ein eigenes Zimmer und weitere Räume für die Technik und Desinfektion sind vorgesehen. „Wichtig ist, dass die Wege für das Personal kurz sind. So schließt sich der Aufenthaltsraum gleich an die Garage an, was im bisherigen Gebäude so nicht gegeben ist“, sagt Marcell Hänchen. Schließlich zählen Sekunden, die über Leben und Tod entscheiden können, je nachdem wie schnell die Rettungskräfte vor Ort sind.

Diese Zeit schreibt das Gesetz vor. Laut Sächsischem Gesetz über den Brandschutz, Rettungsdienst und Katastrophenschutz muss der Einsatzort innerhalb einer Fahrzeit von zehn Minuten für die Einsatzkräfte erreichbar sein. Das trifft sowohl auf die Feuerwehr als auch auf den Rettungsdienst zu. Das ist am Standort Bernstadt nicht immer gegeben. Deshalb rückt die Rettungswache zentraler in den Kreis, für den sie zuständig ist. Die Wache deckt die Einsatzgebiete Bernstadt, Schönau-Berzdorf, Ostritz und Herrnhut mit den dazugehörigen Ortsteilen ab. Nach der Vorplanung ist inzwischen auch die Grundstücksfrage geklärt. Wie die SZ aus dem Bernstädter Rathaus erfuhr, „haben wir vergangene Woche den Kaufvertrag für das Grundstück unterzeichgnet“, sagte Bürgermeister Gunter Lange (parteilos).

Gemeint ist die Fläche rechts neben dem Feuerwehrhaus in Altbernsdorf, dort wo der ehemalige Jugendklub noch steht. Marcell Hänchen will das alte Gebäude als erstes abreißen lassen, um Baufreiheit zu schaffen. „Baubeginn wird je nach Witterung im Frühjahr 2015 sein und die Fertigstellung soll in der ersten Jahreshälfte 2016 sein“, nennt der Projektleiter die zeitliche Abfolge. Das heißt, dass in den nächsten Wochen in die Ausschreibung gegangen wird. Denn der in Ziegelbauweise ausgeführte Rohbau soll bis zum Herbst stehen, damit die Innengewerke über den Winter das Haus vollenden können.

Landkreis mietet sich ein

Wie Geschäftsführer Sven Mimus im Gespräch mit der SZ sagt, bleibt die Eno Eigentümerin des Gebäudes. Der Landkreis mietet sich nur ein, so wie er es jetzt schon praktiziert. Dort gehört das Haus der Kraftverkehrsgesellschaft Dreiländereck mit Sitz in Zittau. Wie die Räume der Rettungswache nach ihrem Umzug genutzt werden, ist gegenwärtig noch offen, zumal noch ein gutes Jahr Zeit für eine Nachnutzung ist.

An Personal und Technik wird sich mit der neuen Rettungswache nichts ändern, informiert das Landratsamt. „Die Wache ist weiterhin mit einem Rettungstransportwagen und einem Krankentransportwagen sowie vier Rettungsdienstmitarbeitern besetzt“, sagt Sprecherin Gerlind Walter.

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