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Dresden

Was ist beliebter - Auto, Rad oder Bus?

Eine neue Umfrage enthüllt, wie die Dresdner die verschiedenen Verkehrsmittel nutzen. Sie listet auch Kritikpunkte auf.   

Das Auto ist längst nicht das wichtigste Verkehrsmittel.
Das Auto ist längst nicht das wichtigste Verkehrsmittel. © René Meinig

Das Auto wird gebraucht, ist aber längst nicht das wichtigste Verkehrsmittel im Dresdner Alltag. Das ist eine Erkenntnis aus der jüngsten Kommunalen Bürgerumfrage, deren Ergebnisse die Stadt in einer dicken Broschüre zusammengefasst hat. Darin steht, dass etwa ein Viertel aller Dresdner werktags stets mit dem Auto unterwegs sind. 22 Prozent fahren fast nur mit Bus und Bahn, neun Prozent mit dem Fahrrad. Der sogenannte Umweltverbund, zu dem auch noch die Fußgänger zählen, ist damit die Nummer 1 im Dresdner Verkehrsalltag.

Straßenbahnen und Busse haben noch Potenzial

Der Zuspruch zum öffentlichen Nahverkehr könnte größer sein. Auch das hat die repräsentative Umfrage der Stadt ergeben. Doch dafür müsste er weniger kosten. 37 Prozent der Befragten sagten, dass sie häufiger mit den Dresdner Straßenbahnen und Bussen fahren würden, wenn die Fahrscheine weniger kosten würden. Zehn Prozent würden sie vor allem nutzen, wenn die Fahrten komplett kostenlos wären. Die Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) lehnen das allerdings ab. Sie rechnen vor allem dann mit mehr Fahrgästen, wenn die Verbindungsqualität besser wird und das Angebot wächst. Deshalb treiben die DVB den Streckenausbau voran und planen den Kauf neuer, breiterer Straßenbahnen.

Die Kfz-Verfügbarkeit ist leicht gesunken

Bei der vorangegangenen Bürgerumfrage 2016 gaben 65 Prozent der Befragten an, dass sie mindestens ein Kraftfahrzeug besitzen. Damit sind nicht nur Autos gemeint, sondern auch Motorräder, Roller und Mopeds. In der aktuellen Befragung waren es 64 Prozent. Das heißt, die Kfz-Verfügbarkeit ist leicht gesunken. An der Spitze aller verfügbaren Kfz stehen die Autos, nur ein Prozent aller Befragten gab an, lediglich ein Motorrad oder einen Roller zu besitzen.

Ein Viertel aller Autos haben einen Dieselmotor. Keiner der Befragten, die nur ein Auto haben, fährt ein reines Elektroauto. Das ändert sich erst in Haushalten mit mehr als einem Motorfahrzeug. Ein Prozent der Befragten, die nicht nur ein Auto haben, gab an, dass das zweite Fahrzeug mit Strom fährt. Ob es sich dabei um ein Auto oder ein Zweirad handelt, wurde nicht mit abgefragt.

Vielfahrer sind in Dresden in der Unterzahl. Etwas mehr als die Hälfte aller Einwohner der Stadt fährt mit dem Erstwagen pro Jahr maximal 10.000 Kilometer, nur zwölf Prozent kommen auf mehr als 20.000.

Fernbusse dienen vor allem als Ersatz für Züge

Dresden hat am Hauptbahnhof und am Bahnhof Neustadt Fernbus-Haltestellen. Fast 42 Prozent aller Dresdner sind dort in den vergangenen drei Jahren mit einem solchen Bus abgefahren oder angekommen. Das sind drei Prozent mehr als die Bürgerumfrage 2016 auflistete. Schon damals galt: Vor allem junge Leute im Alter zwischen 16 und 24 Jahren sowie Befragte mit geringem Einkommen nutzen Fernbusse häufig. Daran hat sich nichts geändert.

Kritik an Straßen, Parkplätzen und Radwegen

Von allem könnte es mehr geben: bessere Straßen, mehr Parkplätze, mehr Radwege. Das haben die Dresdner bereits bei den zwei vorangegangenen Bürgerumfragen und jetzt wieder moniert. Die Zufriedenheit mit dem Straßenzustand ist im Vergleich zu 2016 allerdings leicht gestiegen. 

Die Zahl der Flugreisen nimmt beständig zu

In den alle zwei Jahre stattfindenden Bürgerumfragen werden je nach Bedarf unterschiedliche Themenfelder abgefragt. Flugreisen spielten in den letzten drei Umfragen eine Rolle. Das Ergebnis: Ihre Zahl nimmt stetig zu. 2012 gaben 44 Prozent an, dass sie oder ein Familienmitglied innerhalb der letzten zwei Jahre mit einem Flugzeug geflogen ist. Zwei Jahre später waren es 50 Prozent, jetzt sind es 55.

13.000 Fragebögen und sinkendes Interesse an der Umfrage

Das Interesse an der städtischen Umfrage nimmt seit Jahren ab. Bei der Kommunalen Bürgerumfrage 2016 haben noch 4.435 Dresdner die Fragebögen aus dem Rathaus ausgefüllt. Jetzt kamen 3.989 der 13.000 Fragebögen zurück, die die Stadt im März 2018 verschickt hat.