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In Bischofswerda gibt's jetzt Lastenräder zu leihen

Fast drei Meter lang ist das umweltfreundliche Gefährt – und erstaunlich günstig.

Von Dirk Hladik stammt die Idee mit dem „Leihschiebock 2.0“. Hier zeigt er eines von zwei E-Lastenrädern, die man ab dem 9. September in Bischofswerda ausleihen kann. In der Wanne findet zum Beispiel eine Bank Platz, auf der zwei kleine Kinder sitzen könn
Von Dirk Hladik stammt die Idee mit dem „Leihschiebock 2.0“. Hier zeigt er eines von zwei E-Lastenrädern, die man ab dem 9. September in Bischofswerda ausleihen kann. In der Wanne findet zum Beispiel eine Bank Platz, auf der zwei kleine Kinder sitzen könn © Steffen Unger

Bischofswerda. Dirk Hladik war mit dem „Radl“ da, als der Dresdner Streetart-Künstler und Fahrradaktivist Jens Besser vor ein paar Tagen ein Bild am Eastclub gestaltete. Vor allem des Lastenrades wegen, mit dem der Künstler von Dresden nach Görlitz fuhr. Mit einem kreativen Stopp in Bischofswerda. Beide Radfreunde tauschten spontan ihre Räder und drehten im besten Wortsinn ein paar Runden im nahen Kreisverkehr.

Doch was heißt schon „Radl“, wenn Dirk Hladik mit dem geschätzt fast drei Meter langen Lastenrad vorfährt? Lastenräder in einer Kleinstadt – hat das Sinn?, fragt er. Und er schiebt die Antwort gleich hinterher: „Ja, na klar! Denn einerseits macht es riesig Spaß, damit zu fahren, und andererseits wird auch in einer Kleinstadt im Alltag viel transportiert – egal ob Einkauf, Kinder, die Feier im Garten oder Ausflüge“. Aus seiner Leidenschaft fürs Radfahren entwickelte der 33-Jährige eine tolle Idee mit einem sehr sympathischen Namen: den „Leihschiebock 2.0“. Dahinter verbergen sich zwei E-Lastenräder, die ab dem 9. September jedermann ausleihen kann. Schon nächste Woche gibt es auf dem Altmarkt eine öffentliche Testfahrt. Die SZ erklärt, wie der elektrisch unterstützte Pedal-Schiebock des 21. Jahrhunderts funktioniert.

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Rent a bike – wie kommt man an ein Lastenrad heran?

Buchen kann man im Internet. Dort werden auch die Schritte erklärt, die man mit wenigen Klicks absolvieren muss, um ein Rad ausleihen zu können. Vor der ersten Ausleihe muss man sich registrieren. Man erhält ein Passwort, mit dem man sich anmelden und ein Lastenrad für ein bis drei Tage über den Kalender buchen kann. Am ersten Buchungstag holt man das Rad ab, nennt seinen Buchungscode und zeigt seinen Personalausweis. Nach einer Unterschrift auf dem Ausleihformular übernimmt der Nutzer das Rad und die Verantwortung dafür. Um möglichst vielen Gelegenheit zu geben, das Rad zu nutzen, orientieren die Organisatoren darauf, eine Buchung auf maximal drei Tage zu beschränken und das Rad im Vierteljahr nur insgesamt an bis zu zwölf Tagen auszuleihen.

Wo befinden sich die Ausleihstationen?

Das Projekt startet mit zwei Lastenrädern – und zwei Ausleihstationen. Ein Fahrrad mit drei Rädern wird in der Gärtnerei Krauße an der Bautzener Straße stationiert, ein weiteres mit zwei Rädern im Tierpark. Dort gibt es bereits seit einigen Jahren eine Fahrrad-Ausleihstation, wo Interessierte unter anderem E-Bikes bekommen können. Das Lastenrad erweitert nun den Fuhrpark. Nicht nur deshalb lief Dirk Hladik bei Tierparkleiterin Silvia Berger offene Türen ein. Auch der Name „Leihschiebock“ passt voll ins Konzept, gehört doch Silvia Berger einer Arbeitsgruppe Tourismus an, die den Schiebock stärker im Bischofswerdaer Stadtbild verankern möchte.

Was kostet das Ausleihen eines Lastenrades?

Dank einer Förderung durch den Freistaat Sachsen und dem Engagement Ehrenamtlicher ist die Ausleihe kostenlos. Spenden werden jedoch gebraucht, beispielsweise um die Wartung der Räder sowie Reparaturen und Ersatzteile finanzieren zu können. Die Organisatoren empfehlen einen Spendenbeitrag von fünf Euro pro Ausleihtag. Auch wer selbst nicht auf ein Lastenrad steigen möchte, kann das Projekt als Förderer unterstützen.

Welche Vorarbeiten waren für das neue Angebot notwendig?

Dirk Hladik, unterstützt von ein paar weiteren Enthusiasten, hat in den vergangenen Wochen mächtig geackert. Fast täglich gab es etwas Neues zu berichten. So entstand durch Norman Reitner die Internetseite, die bereits freigeschaltet ist. Ein Logo wurde entwickelt, um Identität zu schaffen, aber auch um auf das neue, umweltfreundliche Verkehrsmittel in Bischofswerda aufmerksam zu machen. Mehrere kreative Köpfe brachten dafür ihre Ideen ein. Entstanden ist eine Kombination aus Schiebock und Lastenrad, eben der visualisierte Leihschiebock 2.0. Passend dazu sind Bischofswerdas Stadtfarben Blau und Gelb, das für das Gold steht.

Was hat es bei all dem mit dem Schiebock auf sich?

Dem einrädrigen Holzkarren verdankt Bischofswerda seinen Spitznamen. Der Schiebock des 21. Jahrhunderts hat nun zwei oder drei Räder, ist hochmodern und – wie das historische Gefährt – umweltfreundlich. Die Mitglieder der Arbeitsgruppe Tourismus, die sich für eine bessere Vermarktung des Schiebocks und der Stadt Bischofswerda einsetzen, waren an der Abstimmung beteiligt. „Sie befürworten die Namensgebung des Leihschiebocks, sowie das Logo, das den Schiebock aufnimmt“, berichtet Dirk Hladik. Sie vermittelten auch den Kontakt zu Andreas Mikus, Chef des Netzwerkes für Kinder- und Jugendarbeit und Mitglied der Arbeitsgruppe. Im Netzwerk wird für das zweirädrige Rad eine abnehmbare Holz-Konstruktion in Schiebock-Optik gebaut, die für Feste, aber auch Werbezwecke genutzt werden kann.

www.leihschiebock.de

Öffentliche Testfahrt

28. August 2019, 18 Uhr bis 18.30 Uhr, Altmarkt: öffentliche Probefahrt mit den beiden Lastenrädern. Wer das Angebot testen möchte, sollte bitte einen Helm mitbringen.

8. September, 13.45 Uhr, Altmarkt: Im Rahmen des Bischofswerdaer Herbstmarktes geht der Leihschiebock 2.0 offiziell an den Start.

ab 9. September: Die Ausleihe ist nach Buchung möglich.

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