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So schmeckt Märkisch

Getränkegroßhändler Wolfgang Märkisch hat sich vor 25 Jahren selbstständig gemacht. Zum Jubiläum schenkt er sich eine neue Filiale.

Von Jan Lange

Heute ist der Tag der Neueröffnungen in Zittau. Nicht nur die Baumarktkette Obi eröffnet ihre Filiale, auch die Firma Getränke Märkisch startet ihr neues Geschäft an der Löbauer Straße. Wobei es sich bei dem Getränkeladen nicht um eine Erweiterung handelt. Denn Wolfgang Märkisch hat an der Löbauer Straße, ein paar Hundert Meter von der neuen Filiale entfernt, bereits ein Geschäft betrieben. „Der Laden war viel zu klein und es gab nur vier Parkplätze, die noch dazu oft von Fremdfahrzeugen besetzt waren“, begründet der 62-jährige Unternehmer den Umzug.

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Die Umsätze seien immer stabil gewesen, daran hatte auch die Schließung des Aldi-Marktes um die Ecke nichts geändert. „Es braucht keinen Aldi oder Lidl daneben“, sagt Märkisch. Denn er beschränkt sich längst nicht mehr nur auf den Verkauf von Getränken. Vier der insgesamt 14 Märkisch-Filialen sind reine Lebensmittelgeschäfte. Mit Lebensmitteln verdiene er noch Geld, erklärt Märkisch. Beim Bier sei das schon schwierig – aufgrund der großen Konkurrenz der Discounter, die ihre Produkte, wie der 62-Jährige erklärt, teilweise unter seinem Einkaufspreis verkaufen. Das zerrt an der eigenen Substanz.

Doch aufgeben will Märkisch deshalb noch lange nicht. Vielmehr hat er sich weitere Standbeine aufgebaut. „Wir haben Post und Lotto dazugenommen und verkaufen auch Gas“, sagt er. Aber auch andere Produkte hat Märkisch ins Sortiment aufgenommen, so kann man beispielsweise in der Pethauer Filiale, wo der Getränkegroßhandel seit 1992 seinen Hauptsitz hat, heute auch Socken, Kinderbücher und anderes mehr kaufen.

Wolfgang Märkisch hat aber auch sein Filialnetz erweitert. Nicht sprungartig wie andere Unternehmer, sondern Stück für Stück. Etwa alle zwei Jahre kam ein Markt dazu. „Ich war ein bisschen vorsichtig“, erklärt der 62-Jährige seine Strategie. Vor sechs Jahren eröffnete er das erste Geschäft in Dresden, seit 2012 gibt es einen zweiten Markt von ihm in der Landeshauptstadt. Ein langjähriger Lebensmittellieferant hatte ihn überredet, sich bis in die Elbmetropole zu erweitern. Und jener Lieferant überzeugte ihn auch, vor drei Jahren 24 Konsum-Märkte in und rund um Eilenburg zu übernehmen.

Weiter expandieren will Märkisch vorerst nicht. Wenn er ein neues Geschäft eröffnet, dann wird es sich wie im Fall der Löbauer Straße eher um einen Umzug handeln. Die Eröffnung der Filiale neben Pfennigpfeiffer kommt passend zum 25-jährigen Betriebsjubiläum. 1989 hatte sich der Olbersdorfer selbstständig gemacht. Begonnen hatte alles mit der Eröffnung eines kleinen Konsum-Kommissionsladen für Lebensmittel im Oybiner Ortsteil Hain.

Mit dem Handel hatte er zuvor überhaupt nichts zu tun. Von Beruf ist er eigentlich Schlosser, ab Mitte der 70er Jahre arbeitete er dann im Elektromotorenwerk Zittau als Kraftfahrer und wurde später Leiter des dortigen Fuhrparks. Diesen Job kündigt er Ende 1988 und bewarb sich um den Markt im Zittauer Gebirge. Obwohl er nicht der Partei angehörte, wurde Wolfgang Märkisch genommen. Nach der Wende wollten die Kunden plötzlich nur noch Westprodukte, Märkisch musste den Laden in Hain zumachen. Doch schon wenig später eröffnete er einen neuen Laden in Olbersdorf und seitdem kam eine Filiale nach der anderen dazu. Heute arbeitet er sehr eng mit den einheimischen Brauereien zusammen, doch auch Bier aus weiter entfernten Regionen gibt es bei ihm. „Wie viele Biersorten wir im Laden haben, ist nicht normal“, findet der Großhändler. In westdeutschen Geschäften gebe es nur einen Bruchteil davon.

Mit über 60 macht er sich so langsam auch Gedanken, wie es nach ihm mit der Firma weitergehen soll. Sorgen muss er sich da keine machen, Tochter Anett leitet den Markt in Olbersdorf und auch Tochter Maika sowie der zukünftige Schwiegersohn Silvio arbeiten bereits im Unternehmen mit und werden dieses in ein paar Jahren übernehmen.