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So schön war einmal das Reinhardtsthal

Viele Bürger ärgern sich, dass der Park im Zentrum der Stadt vernachlässigt wird. Der Teich gleicht einer Kloake.

Von Sylvia Mende

Emsig pflanzen Mitarbeiter des Bauhofes Blumen ein und säubern die Wege des Rheinhardtsthales an der Dresdener Straße. Mehrere große Säcke mit Laub, Ästen und Dreck haben die Bauhofleute schon zusammengetragen. Wäre das auch passiert, wenn sich der Döbelner Anzeiger nicht bei der Stadtverwaltung angekündigt hätte? Trotz Putzaktion bleibt der Teich ein Schmutzloch, der einstige Austritt gesperrt, der Park dunkel und die Säulen, auf denen einst Musikantenfiguren standen, leer. Das Holz der Bänke hat auch schon länger keine Pflege bekommen und die Speier haben in den letzten Jahren keine Wasserfontäne mehr ausgespuckt.

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Am 20. Mai 1933 wurde der Stadtpark „Reinhardtsthal“ eröffnet. Finanziert wurde der 2810 Quadratmeter Park aus dem Überschuss des Heimatfestes von 1929. Die Stadt Hartha ließ das Reinhardtsthal 1991 rekonstruieren. Foto: Hartha und seine Dörfer im Spiegel
Am 20. Mai 1933 wurde der Stadtpark „Reinhardtsthal“ eröffnet. Finanziert wurde der 2810 Quadratmeter Park aus dem Überschuss des Heimatfestes von 1929. Die Stadt Hartha ließ das Reinhardtsthal 1991 rekonstruieren. Foto: Hartha und seine Dörfer im Spiegel

Leute sind empört

Mehrere Harthaer hatten sich bei CDU-Fraktionschef Henry Görlitz beschwert, dass das Reinhardtsthal heruntergewirtschaftet sei und nicht mehr zum Verweilen einlade. Der Teich sei eine Kloake, die Brücke schon lange nicht mehr begehbar und vom einstigen Glanz nichts mehr übrig.

„Im vergangenen Jahr gab es zur Gestaltung des Reinhardtsthales im Zusammenhang mit dem Abriss der Häuserfront an der Dresdener Straße eine Sitzung des Technischen Ausschusses, bei der es um die Gestaltung des Parkes und des Areals nebenan ging“, sagte Henry Görlitz. Getan habe sich seither nichts. „Das Reinhardtsthal hat ein geografisches Problem. Es liegt nicht im richtigen Ortsteil“, so der CDU-Fraktionschef.

Kein Geld für Sanierung

Bauamtsleiter Ronald Fischer hat zwar einen Plan, wie der Stadtpark „Am Reinhardtsthal“ gestaltet werden könnte, aber nicht das dafür notwendige Geld. „Bei der Begehung des Parkes mit den Mitgliedern des Technischen Ausschusses haben wir uns auf eine Neugestaltung der Anlage verständigt. Diese lehnt sich stark am historischen Vorbild an“, so Fischer. Er würde am liebsten auch die Bäume um das Denkmal für die Opfer des Zweiten Weltkrieges beseitigen und dafür niedrige Hecken pflanzen lassen, die das Areal offener machen. „Doch dann ist das ganze Elend rund um den Teich zu sehen. Das ist auch kein schöner Anblick“, so Fischer. Hier helfe nur die Umsetzung eines Gesamtkonzeptes. Um aus dem Schlammloch wieder einen Teich zu machen, muss dieser mit Spezialtechnik ausgebaggert werden. Auch nicht ganz einfach wird es werden, die Technik, die die Wasserspeier und die Kugel mit Wasser speiste, in Ordnung zu bringen. Leichter ist es hingegen, die jetzt fehlenden Figuren wieder aufzustellen. Die Musikanten sind auf dem Bauhof gelagert. Randalierer hatten die Figuren in den Teich geworfen. Bauhofmitarbeiter holten sie heraus. Abgesperrt ist nicht nur die Brücke. Auch auf den kleinen Austritt zum Teich stehen Bauzäune. Insgesamt macht dieses Bauwerk einen zerfallenen Eindruck. „Es wäre schön, wenn wir eine größere Spende wie andere Städte bekommen und damit das Areal gestalten können“, so Fischer. Die am Park angrenzende Grünfläche, die durch den Abriss der Häuser entstanden ist, soll an den Park angeschlossen werden. Auf Wegen könnten Bänke stehen, Bäume Schatten spenden und Sträucher für das entsprechende Ambiente sorgen.

Der seit gestern aufgeräumte und mit ein paar Frühblühern versehene Park macht schon einen besseren Eindruck als vorher. Doch vom Glanz vergangener Zeiten ist er trotzdem noch weit entfernt.