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So sehen Radfahrer ihre Stadt

Beim Fahrradklimatest 2018 schnitt Großenhain gar nicht schlecht ab. Ein Ruhekissen fürs Verkehrskonzept ist das nicht.

Symbolfoto
Symbolfoto © Lennart Stock/dpa

Großenhain. Das Großenhainer Stadtzentrum ist mit dem Fahrrad gut erreichbar. Auch ein zügiges Radfahren ist in der Stadt möglich. Und das für alle Altersgruppen.

Mit diesen drei Kriterien konnte die Röderstadt beim Fahrradklimatest 2018 unter „Stärken“ punkten. Nach Zusammenfassung aller Fragepunkte der Studie belegte die Stadt landesweit im Vergleich mit 18 weiteren Kommunen unter 20.000 Einwohnern den zweiten Platz. Bundesweit reichte es unter 186 Städten für Rang 59. Befragt wurden im vergangenen Jahr 76 Personen. Sie verteilten Schulnoten zwischen 1 und 6 für einzelne Kriterien. Großenhain kam im Endeffekt auf 3,6. Nur Bannewitz bei Dresden schnitt sachsenweit etwas besser ab.

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Mehrheit: Radfahren macht Spaß

Neben den genannten Stärken machte die Befragung allerdings auch deutlich, dass es Kritikpunkte gibt. So haben viele Radfahrer Probleme mit den zahlreichen Einbahnstraßen in der Stadt. Zudem gebe es kaum oder zu wenig Möglichkeiten, einen Drahtesel auszuleihen. Auch die öffentliche Werbung fürs Radfahren lasse zu wünschen übrig. Für diese Punkte gab es jeweils die schlechteste Bewertung (zwischen 4,4 und 4,8). Dennoch: 63 Prozent der teilnehmenden Frauen und Männer gaben an, dass Radfahren in Großenhain überwiegend Spaß macht.

Beklagt wird indes häufig die mangelnde Familienfreundlichkeit. Eltern trauen sich kaum, ihre Kinder im Grundschulalter ohne Begleitung mit dem Rad fahren zu lassen. Gehwege seien für die Nutzung durch die Sprösslinge zum Teil zu schmal oder nicht fahrradgerecht. Ampelschaltungen sind nach Auffassung einer Mehrheit oft nicht ausreichend auf Belange der jüngeren Radfahrer abgestimmt.

Der Fahrradklimatest gehört zu den wesentlichen Grundlagen, die das Ingenieurbüro für Verkehrsanlagen und -systeme Dresden (IVAS) bei der Erarbeitung des Verkehrsentwicklungskonzeptes für Großenhain bis 2030 heranzieht. Das Gutachterteam hat in der bisherigen Analyse außerdem festgestellt, dass die Röderradroute zwar ein sehr wichtiger Teil für die Radwanderer der Region ist. Doch die regionale Anbindung der Ortsteile sei „eher ungünstig“. Innerstädtisch gebe es zudem an wichtigen Strecken „anforderungsgerechte Radverkehrsanlagen“. Aber teilweise bestehen noch Lücken. Das bestehende Radverkehrskonzept der Stadt aus dem Jahr 2012 weise bereits konkrete Ziele und Wünsche aus.

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Das „Verkehrsentwicklungskonzept Großenhain 2030“ soll 2020 weiter diskutiert und spätestens im Frühjahr 2021 vom Stadtrat beschlossen werden.

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