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So sehen Sieger aus

Gestern früh war der Jubel im Beruflichen Schulzentrum Kamenz (BSZ) nahezu grenzenlos. Vier Mädchen und ein Junge hatten es beim Deutschen Gründerpreis ganz nach vorn geschafft. Platz eins für die Kamenzer im Ranking der Ostsächsischen Sparkasse Dresden und Platz zwei im sachsenweiten Ranking.

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Von Manuela Reuß

Gestern früh war der Jubel im Beruflichen Schulzentrum Kamenz (BSZ) nahezu grenzenlos. Vier Mädchen und ein Junge hatten es beim Deutschen Gründerpreis ganz nach vorn geschafft. Platz eins für die Kamenzer im Ranking der Ostsächsischen Sparkasse Dresden und Platz zwei im sachsenweiten Ranking. Schon Donnerstagnachmittag hing ein reichliches Dutzend Elftklässler des BSZ ständig vorm Computer. Denn ab 18Uhr sollten im Internet die Wettbewerbsergebnisse zu finden sein. Vier BSZ-Teams hatten sich an dem bundesweit größten Existenzgründer-Planspiel beteiligt. Die fünfköpfige Truppe um Teamleiterin Rebekka Hlavaèek (17) gehört dazu. Sie gründeten unter dem ausgefallenen Namen „Mystery Mongering“ eine fiktive Event- und Wunschagentur für Kinder.

Den Kindern Wünsche erfüllen

Die Idee für eine solche Agentur hatten Kathrin, Susan, Stephanie, Rebekka und Martin „weil es so etwas eigentlich noch nicht gibt“. Mit ihrer fiktiven Firma wollen sie Kindergeburtstage organisieren oder Kindern ihre Wünsche erfüllen, „denn die Eltern sind oftmals überlastet“, weiß Rebekka Hlavaèek. „Wir kennen den Stress von Zuhause“, ergänzt Kathrin Zickmüller (18). Egal, ob Sohnemann mal auf einem Elefanten reiten will, das Töchterchen im Kart über eine Rennstrecke düsen möchte oder sich die Sprösslinge eine Poolparty wünschen – die Eventagentur organisiert es. „Jeder hat schließlich seine individuellen Wünsche“, erklärt Martin Rietscher (18).

Vier Monaten hatten die Teams Zeit, um eine Geschäftsidee zu entwickeln und insgesamt neun anspruchsvolle Aufgaben rund um die Firmengründung zu erfüllen. Homepage erstellen, Marktforschung betreiben, Werbestrategie festlegen und mehr. Jede Aufgabe wurde einzeln bewertet. Der schwierigste Part war der letzte Auftrag: das Geschäftskonzept. Das war bis zum 9. Mai fällig. Bis dato hatte sich Rebekkas Team schon bis auf Rang drei der Rankingliste vorgearbeitet. Ein Erfolg, aber kein Grund, sich auf den Lorbeeren auszuruhen. Denn die Bewertung des Geschäftskonzeptes konnte noch einmal alles kippen. „Für die letzte Aufgabe haben wir uns noch mal Hilfe bei unserem Coach geholt“, verrät Stephanie Schmidt. Fachlehrerin Petra Gräubig stand den Fünfen als Coach zur Seite. Sie freut sich nicht nur über den Erfolg ihrer Schützlinge, sondern auch, dass von den fünf Teams vier bis zum Schluss durchhielten und tolle Platzierungen schafften. Die Studenten und Schülervermittlungsbörse „Yenom Ltd.“ von Teamleiterin Lisa Freudenberg (16) schaffte es auf Platz drei. Ihre Geschäftsidee – Jugendliche in kleinere Jobs zu vermitteln – fußte auf der Erkenntnis, dass „junge Leute eigentlich chronisch pleite sind.“ Das Erholungs- und Entspannungszentrum „Sunshine“ von Julia Nollau (17) rangiert zu Spielende auf Platz neun und die „P&W Bau Diamantbohrsysteme GmbH“ kam als Zwölfte ins Ziel.

Die Teamfähigkeit gestärkt

Die viermonatige Spielzeit sei schon anstrengend gewesen, räumt Rebekka Hlavaèek ein. „Doch wir hatten die Arbeit aufgeteilt und ein gutes Timing.“ Dadurch habe es „auch nicht wirklich Stress gegeben“, berichtet Kathrin Zickmüller. Coach Petra Gräubig sieht im Planspiel auch die Chance, Kommunikation und Teamfähigkeit zu stärken. „Die Schüler kennen sich noch gar nicht lange. Sie sind erst seit September in einer Klasse.“ Toll findet sie auch, dass die Sparkasse diesen Wettbewerb so engagiert unterstützt. „Die Ostsächsische Sparkasse Dresden will Schülern die Möglichkeit geben, sich auf Anforderungen der beruflichen Zukunft vorzubereiten und gleichzeitig eine Brücke zwischen Theorie und Praxis schlagen“, begründet die stellvertretende Pressesprecherin Petra Gehlich das Engagement.