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So sieht der neue Triebischsteg aus

Der umstrittene Uferweg zwischen Hahnemannsplatz und Martinstraße wird wie geplant fertig. Ein Besuch in der Werkshalle der Meißner Baufirma.

Die Stahl- und Maschinenbau Graf GmbH fertigt den Triebischsteg. Die Form der Bögen wurde dem alten Uferweg nachempfunden.
Die Stahl- und Maschinenbau Graf GmbH fertigt den Triebischsteg. Die Form der Bögen wurde dem alten Uferweg nachempfunden. © Claudia Hübschmann

Die Stadt beschäftigt schon seit 2014 der Neubau des Triebischstegs. Sechs Jahre später wird dieser nun umgesetzt. Aufgrund der Hochwasserschäden der vergangenen Jahre war dies notwendig geworden. Die Firma Stahl- und Maschinenbau Graf GmbH baut deshalb den sogenannten Ersatzneubau. Bei einer Besichtigung im Meißner Werk sagt der Leiter Kay Böhme, dass derzeit alles nach Plan verlaufe und der Triebischsteg Ende Oktober fertig sein wird.

Oberbürgermeister Olaf Raschke betont: Er sei froh, dass ein ortsansässiges Unternehmen den Zuschlag für den Bau erhalten hat. Der Werksleiter ergänzt dazu, dass dies das erste größere Projekt in Meißen sei. Zwar errichtete seine Firma die Brücke in Meißen Triebischtal und den Nicolaisteg, ist sonst aber eher außerhalb Meißens tätig. Alle Beteiligten sind sich dabei einig: Die Zusammenarbeit läuft zügig und ohne Probleme. Das meint auch Thomas Püschel, Geschäftsführer der Ingenieurgesellschaft Bonk + Hermann mbH. Die Dresdner Firma plante und koordinierte den Bau von Anfang an. „Wir hatten insgesamt wenig Abstimmungsbedarf mit der Stadt Meißen oder der Stahl- und Maschinenbau Graf GmbH, deshalb sind wir gut vorangekommen“, sagt der Geschäftsführer.

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Im August beginnt die Montage des Triebischstegs

Der Ersatzneubau soll nun 80 bis 100 Jahre standhalten, erklärt Thomas Püschel. Durch die neuen Stahlkonstruktionen seien zudem die Wartungs- und Instandhaltungskosten gering und dadurch ein nachhaltiger Bau gewährleistet. Falls ein Gehwegsegment in Zukunft restauriert werden müsste, könnte es zum Beispiel ganz leicht ausgetauscht werden. Diese Segmente bestehen dabei aus Stahl und sind zwischen fünf und sieben Metern lang. Insgesamt 14 solcher Gehwegteile werden auf dem Triebischsteg verbaut. 13 sind schon fertig. Mit Schrauben werden sie auf den Kragträgern befestigt, die sich schon an den Gebäuden befinden. So entsteht eine Gesamtkonstruktion: aus Kragträgern, Gehwegsegmenten und Geländer.

Werkstattleiter Kay Böhme ist zufrieden, da der Triebischsteg rechtzeitig fertig wird.
Werkstattleiter Kay Böhme ist zufrieden, da der Triebischsteg rechtzeitig fertig wird. © Claudia Hübschmann

Dabei verbaut die Graf GmbH insgesamt 55 Tonnen Stahl, informiert der Werksleiter. Die Gehwegsegmente wiegen einzeln jeweils zwischen 1,3 bis 2,2 Tonnen. Sechs Schweißer arbeiten im Meißner Werk daran. „In etwa zwei bis drei Wochen sind sie fertig. Dann wird beschichtet und vor Ort montiert. Anschließend folgen die Geländer“, erklärt Kay Böhme. Diese werden ebenso im Meißner Werk gefertigt. Da an der Triebisch kaum Platz ist, um größere Baugeräte aufzustellen, müssen die Stahlteile aufwendig per Hand angebracht werden. Die Montage der Gehwegteile beginnt im August. Wenn nichts dazwischenkommt, dauert sie etwa vier Wochen.

Parallel dazu wünscht sich der Oberbürgermeister, dass die Fassaden der angrenzenden Häuser erneuert werden. Damit der Triebischsteg einheitlich saniert werde. Allerdings müssen dafür noch die Eigentümer zustimmen. In den nächsten Tagen kommen deshalb die Verantwortlichen auf sie zu. Bis Anfang August haben sie dann Zeit zu entscheiden. „Für den Bau des neuen Triebischstegs ist die Sanierung der Wände aber nicht entscheidend“, sagt Kay Böhme. Denn im ursprünglichen Auftrag des Neubaus steht nichts davon, die Fassaden zu sanieren.

Die Stadt finanziert ein Achtel des Neubaus

Viele bemängelten jedoch seit Jahren das Projekt der Stadt, den Triebischsteg zu erneuern. So kritisierten Stadträte in der Vergangenheit, inwieweit der Neubau überhaupt notwendig ist und ob nicht eine Sanierung ausgereicht hätte. Das kommentiert Michael Grahl, der für die Dresdner Ingenieurgesellschaft den Bau überwacht: „Wir hätten den Beton für fünf Jahre noch mal retten können, aber das wäre nicht nachhaltig gewesen.“ Anfang der 1990er-Jahre wurde der Steg schon einmal saniert. Damals hatte man allerdings die alten Stahlteile nicht ausreichend ummantelt, erklärt er. Mehrere Hochwasser in Meißen später, drang dann nach und nach Wasser in den Beton ein.

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Nach dem Hochwasser von 2013 war der Stadt bewusst: Der Triebischsteg muss erneuert werden. Denn die Betonummantelung war brüchig geworden, und innen korrodierte die Stahlkonstruktion. Die Tragfähigkeit des Stegs konnte daher nicht mehr garantiert werden. 2014 plante man noch mit etwa 350.000 Euro. Doch als die Stadtverwaltung in den folgenden Jahren den Auftrag ausgeschrieben hatte, kalkulierten verschiedene Firmen viel höhere Summen. Der nun 85 Meter lange Weg kostet mittlerweile 1,4 Millionen Euro. Die Stadt übernimmt davon etwa 180.000 Euro. Der Rest stammt aus Fördermitteln des Bundes und des Freistaates, um die Hochwasserschäden aus dem Jahr 2013 zu beseitigen.

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