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So sieht die neue Variante der B 178 in Mittelherwigsdorf aus

Das Landesamt für Straßenbau und Verkehr hat die Trasse erstmals vorgestellt. Noch ist sie nicht endgültig.

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Von Holger Gutte

Zwei Abschnitte fehlen, um die 42 Kilometer lange neue B178 von der Autobahn A4 bis zur deutsch-polnischen Grenze bei Zittau fertigzustellen. Dazu gehört der Abschnitt 3.3 zwischen der Staatsstraße 128 bei Niederoderwitz und der Bundesstraße 178alt bei Oberseifersdorf mit der Anbindung an die Nordumgehung von Zittau. Wie diese Trasse nach dem derzeitigen Stand aussieht, hat das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) bei einer Informationsveranstaltung am Mittwochabend in Mittelherwigsdorf vorgestellt. Die neue Variante geht jetzt bei Mittelherwigsdorf nicht mehr südlich, sondern nördlich um den Pferdeberg. Der vorgesehene Abschnitt ist sechs Kilometer lang. Die Kosten betragen insgesamt 32,5 Millionen Euro. Sechs Brücken sind geplant. Hinzu kommen zwei Regenwasserrückhaltebecken. Die sollen vor die Vorfluter für das Neufeldenwasser sowie dem Krebsbach und Eckartsbach vorgelagert werden, um eine Mehrbelastung zu vermeiden. Der Baubeginn ist derzeit noch nicht abschätzbar.

„Die hier vorgestellte Variante ist der technische Entwurf, den wir für das Planfeststellungsverfahren einreichen, um Baurecht zu erlangen“, sagt der Bautzener Lasuv-Niederlassungsleiter, Andreas Biesold. Er geht davon aus, dass die Landesdirektion nach der Prüfung den Entwurf 2017 auslegt. Danach können unter anderem Grundstückseigentümer Einwände vorbringen. Diesen späten Zeitpunkt kritisierten einige der etwa 50 Einwohner von Mittelherwigsdorf und Oderwitz bei der Veranstaltung.

Andreas Biesold versichert, dass das Lasuv noch mit den Grundstückseigentümern redet. „Wir mussten aber zuerst sehen, was rechtlich, bau- und verkehrssicherheitstechnisch sowie in Bezug auf den Umweltschutz möglich ist“, sagt er. Erst danach könnten im weiteren Verfahren die Grunderwerbsprobleme gelöst werden.

Um die Fragen der Bürger beantworten zu können, hat Andreas Biesold seine zuständigen Mitarbeiter beim Lasuv für den Bauabschnitt und den Bauplaner mitgebracht. Fragen zum Schallschutz und Austauschflächen, über den möglichen Wegfall von Straßen und Wegen werden unter anderem gestellt und auch beantwortet.

Interessiert folgen die Bürger den Erklärungen zum Streckenverlauf des Bauplaners. Unweit der Anschlussstelle in Niederoderwitz wird ein etwa 2 000 Quadratmeter großes Regenwasserrückhaltebecken für das Neufeldenwasser gebaut. Teilweise liegt die neue B 178 auf einem rund fünf Meter hohen Damm und wird an anderen Stellen wiederum tiefer als das bisherige Gelände angelegt. Um den Pferdeberg erreicht man so den nötigen Kurvenradius. Und auf Höhe Oberseifersdorf sorgt die Böschung durch die tiefer liegende Straße für den Lärmschutz. Schallschutzwände soll es im gesamten Abschnitt keine geben. Die Grenzwerte beim Lärm werden nicht überschritten, heißt es. Drei Brücken haben vor allem ökologische Funktionen und sollen Tieren ermöglichen, über die Straße zu kommen. Die größte Brücke mit 60 Metern Breite entsteht am Mittelweg. Kein Wanderweg und keine Straße fallen durch das Projekt weg oder werden zur Sackgasse. Auch über eine landwirtschaftlich genutzte Betonstraße zwischen Oberseifersdorf und Mittelherwigsdorf wird eine Brücke führen. Ein Teil der Kreisstraße von Oberseifersdorf nach Mittelherwigsdorf wird aber verändert. Betroffen ist das erste Stück der Straße an der „Feldschenke“. Dort wird die Straße 50 Meter in Richtung Großhennersdorf verlegt. Damit unter anderem die zerschnittenen Ackerflächen erreichbar sind, wird außerdem ein zusätzliches Wegenetz über sechs Kilometer angelegt.

Austauschflächen kann das Landesamt den Grundstückseigentümern, die Land für das Projekt hergeben sollen, allerdings nicht anbieten. Auch Gemeinderat Thomas Pilz (Offene Liste) dürfte auf die Antwort auf seine Frage nicht froh gewesen sein. Denn das Landesamt bestätigte ihm, dass an der B 178neu Wildschutzzäune aufgestellt werden. „Wir bauen da ja eine Art Mauer zwischen Oberseifersdorf und Mittelherwigsdorf“, sagt er. „Es ist auch Vorschrift, so einen großen Bogen um den Pferdeberg zu machen, weil ein bestimmter Kurvenradius eingehalten werden muss“, berichtet Andreas Biesold.

Ebenso wurde gefragt, warum an den Anschlussstellen kein Kreisverkehr möglich ist. „Die Straße hat fast einen Autobahncharakter“, schildert der Lasuv-Niederlassungsleiter. Der Baubeginn ist derzeit noch nicht abschätzbar.

„Aus Gesprächen mit Bürgern weiß ich, wie viel Unsicherheit in dieser Sache unter den Leuten ist. Deshalb freue ich mich über das große Interesse und die Sachlichkeit, wie hier informiert und Fragen gestellt wurden“, sagt Mittelherwigsdorfs Bürgermeister Markus Hallmann (Freier Wählerverein.