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So soll der Verkehr am Lauencenter rollen

Ein Gutachten zeigt, wie die Verkehrsprobleme gelöst werden können.

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Von Nicole Preuß

Sie kommen mit dem Auto, mit dem Bus, dem Rad und zu Fuß – und sie alle wollen ins Lauencenter. 7 300 Kunden sollen bald täglich in das neue Einkaufszentrum strömen. Pro Tag kommen damit 1 150 Autos zusätzlich. Verträgt Bautzen so viel Verkehr? Immerhin kommen schon heute 16 000 Kunden pro Tag in das Kornmarkt-Center. Das Dresdner Ingenieurbüro Ivas hat diese und andere Fragen in einem Gutachten beantwortet. Erarbeitet wurde das Papier im Auftrag der Center-Investoren. Gutachter Dirk Ohm stellte die Ergebnisse jetzt erstmals öffentlich vor.

Seine zentrale These lautet: Ja, der Bau des Centers ist möglich. Denn dank der Westtangente rollen in Zukunft 30 Prozent weniger Autos ins Stadtzentrum. Damit ergeben sich neue Möglichkeiten für die Verkehrsplanung. Die SZ stellt sie vor.

Punkt 1: Kunden fahren an der Bauerngasse ins neue Parkhaus

Eine Stelle für die Zufahrt ins neue Parkhaus mit 390 Stellflächen ist gefunden. Kunden sollen künftig kurz vor der Bauerngasse ins Parkhaus einbiegen. Etwa dort, wo jetzt noch der Second-Hand-Laden für Kindersachen ist. Auf einer Spindel fahren die Autos in die Parkebenen – und kommen auch so wieder herunter. Die Ausfahrt des Parkhauses befindet sich ebenfalls an dieser Stelle. Über 1000 Autos sollen dort jeden Tag hinauf- und wieder herunterfahren. Das birgt Herausforderungen für die Gestaltung der Zufahrt. Nach derzeitiger Planung soll das Abbiegen in alle Richtungen erlaubt sein. Das heißt, dass Kunden, die von der Friedensbrücke kommen, auch nach links ins Parkhaus einbiegen können. Dafür wird eine kleine Linksabbiegespur mit Platz für drei Autos eingerichtet. Die Linksabbiegespur, die es schon auf der Äußeren Lauenstraße gibt, wird deshalb etwas kürzer. Die Kunden, die aus dem Parkhaus kommen, können ebenfalls in beiden Richtungen abbiegen.

Die Zufahrt des Parkhauses Centrum nebenan soll in dem Zuge auch gleich verändert werden. Die Gutachter schlagen vor, eine gerade Zufahrt zu bauen.

Punkt 2: LKW-Fahrer liefern die

Waren an der Goschwitzstraße an

Die Zufahrt zur Anlieferung ist künftig kurz vor der Goschwitzstraße, also dort, wo noch das denkmalgeschützte Eckhaus steht. Laster, die Waren bringen, biegen an dieser Stelle rechts in die Anlieferung ein und fahren unter das Center. Im Keller werden sie entladen. Die unterirdische Anlieferung war eine Bedingung der Stadt im städtebaulichen Vertrag. Damit die Laster überhaupt in die enge Zufahrt kommen, will der Investor in den Mietverträgen eine maximale LKW-Länge von zehn Metern vorschreiben. „Das ist auch in anderen Centern üblich“, sagt Gutachter Dirk Ohm.

Punkt 3: Radfahrer können ihre Räder an der Goschwitzstraße abstellen

14 Prozent aller Bautzener fahren mit dem Rad zum Einkaufen. Das hat eine Umfrage ergeben, die das Ingenieurbüro vor vier Jahren für Bautzen durchführte. Auch deshalb sollen natürlich die vorgeschriebenen Radabstellmöglichkeiten geschaffen werden. 130 Plätze sollen entstehen, genauso viele wie am Kornmarkt-Center. Unter anderem am Eingang, an der Goschwitzstraße und an der Zufahrt zum Parkhaus unter der Spindel. Dirk Ohm denkt bei den Abstellplätzen auch an die Mitarbeiter. „Sie werden mit dem Rad kommen müssen, im Parkhaus sind nur Plätze für leitende Angestellte geplant.“

Punkt 4: Fußgänger warten an der Vogelkreuzung auf größerer Fläche

Die Verbindung zwischen Lauencenter und Kornmarkt-Center wird die vorhandene Fußgängerampel. Und dort müssen in Zukunft auch mehr Menschen stehen und auf Grün warten können. Dafür brauchen sie Platz. Die Lösung ist eine Einbuchtung im Lauencenter. Damit entsteht Raum. „Und diese Fußgängeraufstellfläche braucht man“, sagt Dirk Ohm.

Punkt 5: Breiterer Gehweg am

Lauengraben

Damit sich die Fußgänger wohler fühlen, schlagen die Gutachter vor, den Gehweg am Lauengraben zu verbreitern. Momentan ist er zwei Meter breit, an einer Engstelle sogar nur 1,85 Meter. An allen Stellen soll er aber mindestens zwei Meter breit sein. Perspektivisch sogar doppelt so breit, wenn die Stadt ihr Konzept für den Lauengraben umsetzt. Vor dem Geschäft von Intersport Timm ist zudem eine Fußgängerinsel geplant.Auf ein Wort