merken
PLUS

Großenhain

So soll die Bahn in Zabeltitz bauen

Das Unternehmen will die Strecke in drei Jahren ausbauen. Großenhain hat dazu aber Forderungen.

So stellt sich der Bahnübergang Zabeltitz zurzeit dar. Er soll nun umgebaut werden. Und die Stadt Großenhain hat ihre Wunschvariante jetzt beschlossen.
So stellt sich der Bahnübergang Zabeltitz zurzeit dar. Er soll nun umgebaut werden. Und die Stadt Großenhain hat ihre Wunschvariante jetzt beschlossen. © Anne Hübschmann

Großenhain. Das Vorhaben ist nicht neu. Und der Zeitpunkt für den geplanten Ausbau der Bahnstrecke Berlin-Dresden zwischen Großenhain und Elsterwerda liegt auch noch mindestens fünf Jahre entfernt. 

Doch immerhin: Es wird fleißig geplant, damit hier irgendwann Züge mit Tempo 200 fahren können. Die Stadt Großenhain jedenfalls hat vergangene Woche einen Teil ihrer Hausaufgaben gemacht und für den Bahnübergang nahe Zabeltitz eine von sechs in Frage kommenden Umbauvarianten favorisiert. Sie sieht einen Straßenneubau auf einer Länge von rund 560 Metern vor inklusive einer Straßenüberführung. Außerdem würde eine Eisenbahnüberführung neu entstehen, um einen Fußgängertunnel zu ermöglichen. An dieser Stelle sollen dann auch Rampen und Treppen als Zugang zu den Bahnsteigen entstehen. Die bestehende Park+Ride-Anlage würde durch eine Bushaltestelle inklusive einer Wendeschleife ergänzt. Unverändert bliebe die bestehende Lage der Bahnsteige.

Die Stadt Apotheken Dresden sind für Sie da

Die Stadt Apotheken Dresden unterstützen Sie bei einer gesunden Lebensweise und stehen Ihnen sowohl mit präventiven als auch mit therapeutischen Maßnahmen, Arzneimitteln und Gesundheitsprodukten zur Seite.

Mit der Entscheidung des Stadtrates dürfte auch der letzte Zweifel beseitigt sein, dass der Bahnübergang für die Öffentlichkeit einmal komplett verschwindet. Derartigen Gerüchten war die Stadtverwaltung in der Vergangenheit schon immer vehement entgegen getreten. Und Baubürgermeister Tilo Hönicke machte erneut klar, dass es solche Überlegungen niemals gegeben hat.

Und doch hat die Stadt für die weitere Planung einen umfangreichen Forderungskatalog geltend gemacht. So sei sicherzustellen, dass das denkmalgeschützte Bahnhofsgebäude durch eine räumliche Verschiebung der Fußgängerunterführung mit den Rampen erhalten bleibt. Zudem seien Eingriffe in den Grundwasserkörper zu vermeiden oder "durch geeignete Maßnahmen verträglich und damit genehmigungsfähig zu gestalten". Der Bauträger müsse Nachweise zur Eignung des Untergrundes der straßenbegleitenden Mulden zur vollständigen und schadlosen Versickerung des Niederschlagswassers sowie Betrachtungen über das Einbringen von Schadstoffen (z. B. Tausalz) ins Grundwasser erbringen. Die Fußgängerunterführung müsse auch für Kleinstkehrmaschinen zugänglich bzw. über die Rampen befahrbar sein.

Ebenso wird eine frühzeitige Abstimmung mit allen Eigentümern und Bewirtschaftern anliegender Agrarflächen angemahnt. Alle betroffenen Grundstücke sollen eine ordnungsgemäße Anbindung ans öffentliche Wegenetz erhalten - auch während der Bauzeit. Durch den Bau beschädigte Straßen, Wege und Zufahrten seien "mindestens wieder in den Zustand vor der Bauausführung zu versetzen".

Die Vorzugsvariante der Großenhainer wurde auch mit dem Meißner Landratsamt abgestimmt. Im Vordergrund hätten Umweltverträglichkeit, Wirtschaftlichkeit, Verkehrssicherheit und Nutzerfreundlichkeit gestanden. Der geringe Flächenverbrauch sowie die Inanspruchnahme landwirtschaftlicher Nutzflächen sprachen zusätzlich für die Wunschvariante. Ebenso die kurzen Wege zwischen Bus, Bahn und Kfz-Verkehr.

Zeit für Details ist aber noch genug. Denn nach jetzigen Plänen soll in diesem Bereich erst in fünf Jahren gebaut werden, 2028 soll alles fertig sein.

Es wäre das Ende des beschrankten Bahnübergangs auf der Kreisstraße zwischen Stroga und Zabeltitz. Der war erst 2015 im Rahmen des sogenannten Blinklichtprogrammes der Deutschen Bahn umgebaut worden. Seinerzeit verschwand auch eine bestehende Personenunterführung.

Einwände gegen die Vorzugsvariante gab es während der Stadtratssitzung nicht. Doch die Großenhainer Bürgerinitiative gegen Bahnlärm hatte schon im Vorfeld klargemacht, den Streckenausbau zwischen Großenhain und Elsterwerda mit Argusaugen beobachten zu wollen. Denn gerade im Bereich der Großen Kreisstadt gebe es Begehrlichkeiten durch Anwohner - zum Beispiel für Lärmschutz nahe der Rosa-Luxemburg-Straße und des Stadtparkes. Und diesbezüglich haben die Großenhainer bekanntlich nicht ausschließlich gute Erfahrungen gesammelt. Man denke nur an die "vergessenen" 380 Meter Schallschutzwand an der Merschwitzer Straße.

Mehr lokale Nachrichten aus Großenhain lesen Sie hier.

Mehr lokale Nachrichten aus Riesa lesen Sie hier.