merken
PLUS Zittau

So spektakulär wird der Lausche-Turmbau

Nächste Woche geht der lange unterbrochene Bau der Aussichtsplattform weiter. 30 Tonnen Stahlbauteile müssen auf den Gipfel. Das braucht Spezialisten.

Wenn das Wetter mitspielt, wird nächste Woche wieder ein Eurocopter im Anflug auf Waltersdorf sein.
Wenn das Wetter mitspielt, wird nächste Woche wieder ein Eurocopter im Anflug auf Waltersdorf sein. © Matthias Weber

Wenn alles gut geht, wenn das Wetter mitspielt und sich der Böhmische Wind im Zaum hält - dann wächst der höchste Berg des Zittauer Gebirges in den kommenden Wochen auf über 800 Meter. So jedenfalls ist es der Plan:

Nach langer, unfreiwilliger Unterbrechung werden nächste Woche die Bauarbeiten auf dem Gipfel der Lausche wieder aufgenommen. Hier entsteht als neue Attraktion eine Aussichtsplattform in acht Metern Höhe. Und das dürfte erneut ziemlich spektakulär werden.

Klinik Bavaria Kreischa
PERSPEKTIVEN SCHAFFEN – TEAMGEIST (ER-)LEBEN
PERSPEKTIVEN SCHAFFEN – TEAMGEIST (ER-)LEBEN

Wir sind die KLINIK BAVARIA Kreischa - eine der führenden medizinischen Rehabilitationseinrichtungen in Ostdeutschland.

Denn die Bauteile für den künftig höchsten Aussichtspunkt der Oberlausitz können nicht  auf dem Landweg zum Gipfel gebracht werden. Der einzige steile Pfad nach oben ist für Fahrzeuge nicht bezwingbar. Deshalb braucht es wie schon im Herbst 2018 beim Bau des Fundaments wieder Hilfe aus der Luft. 

Mitarbeiter der Deutschen Helikopter, einer Spezialfirma für Hubschraubertransporte, werden die Bauteile für die Stahlkonstruktion im Auftrag der Gemeinde Großschönau, die hier der Bauherr ist, nach oben befördern. "Wir freuen uns sehr, dass die Firma trotz des Bauverzugs zur Stange hielt", sagt Bürgermeister Frank Peuker (SPD). Die Spezialisten aus Wuppertal hatten bereits im Herbst 2018 unter schwierigsten Witterungsbedingungen rund 50 Kubikmeter Beton für das Fundament zum Gipfel geflogen - und das "sehr zuverlässig und präzise", wie der Bürgermeister betont.

Über 100 Hubschrauber-Einsätze sind nötig

Für die rund 30 Tonnen Stahlbauteile sind über 100 Hubschrauber-Einsätze geplant. Wie lange das dauert, wird auch vom Wetter abhängen. Eine Woche Zeit ist eingeplant, sagt der Bürgermeister, auch zwei Reservetage sind vorgesehen. 

Die Stahlteile, die in den Metallbaufirmen Kratzer und Pratsch gebaut worden sind, werden anschließend auf dem Gipfel montiert. Danach wird die Konstruktion mit Natursteinplatten aus Porphyr verkleidet. "Das ähnelt in der Optik dem heimischen Phonolithgestein", erklärt Frank Peuker. Neben der Aussichtsplattform wird auch das gesamte Gipfelplateau mit Naturstein neu gestaltet und eine Schutzhütte ausgebaut.

Wenn die Großwetterlage oder unvorhersehbare Ereignisse keinen Strich durch die Rechnung machen und die Arbeiten kontinuierlich laufen können, so Peuker, dann sollte das Vorhaben spätestens Mitte August 2020 abgeschlossen sein.

Einweihung am Tag der Oberlausitz?

Frank Peuker hat auch schon ein Ziel vor Augen: "Ich wünsche mir sehr, dass wir uns am 21. August, zum Tag der Oberlausitz, mit vielen Besuchern auch aus Tschechien, oben auf der Lausche über den erfolgreichen Abschluss des Vorhabens freuen und den phänomenalen 360-Grad-Weitblick dann aus einer Höhe von 800 Metern über dem Meeresspiegel genießen können", sagt er.

Ursprünglich war die Fertigstellung des Baus, der schon im Herbst 2018 begonnen hatte,  für den vergangenen Herbst geplant. Doch die Prüfstatik für die Turmkonstruktion hatte im vorigen Jahr weit mehr Zeit als eingeplant in Anspruch genommen. Weil die Prüfung Voraussetzung für die Fertigung der Metallteile war, konnten die nicht rechtzeitig produziert werden. Der Bauablauf musste deshalb - auch wegen der Winterpause - komplett umgeplant werden. 

Weiterführende Artikel

Was Sie von der Lausche nie gesehen haben

Was Sie von der Lausche nie gesehen haben

Der neue Aussichtsturm ist fast fertig und zeigt Beeindruckendes. Doch mit der geplanten Einweihung am 21. August gibt es ungeahnte Probleme.

Lausche-Turm wächst rasant

Lausche-Turm wächst rasant

Nächste Woche wird der höchste Punkt des Zittauer Gebirges auf 800 Meter wachsen. Unser Fotoreporter hat erste Bilder vom spektakulären Bau mitgebracht.

Wie der Turm auf die Lausche kommt

Wie der Turm auf die Lausche kommt

60 Tonnen Stahl müssen auf den Gipfel: Das schaffen nur ein Hubschrauber und höchste Präzision. Wir haben Bilder und ein Video vom spektakulären Einsatz.

Klickstark: Wie die Lausche wächst

Klickstark: Wie die Lausche wächst

Im Sommer soll der neue Aussichtspunkt im Zittauer Gebirge fertig sein. Einer der Beiträge aus Löbau-Zittau, über den wir diesen Freitag berichteten.

Die Gesamtkosten haben sich dadurch allerdings von ursprünglich rund 800.000 Euro  auf nun 950.000 Euro erhöht. Die Erhöhung gegenüber der früheren Kostenschätzung sei  durch die konjunkturelle Lage in der Baubranche, gestiegene Materialkosten und die zwischenzeitliche Erweiterung des Projektes, unter anderem um eine weitere Trockenmauer, bedingt, so der Bürgermeister. Die Gemeinde Großschönau leistet einen Eigenanteil von rund 110.000 Euro.

Mehr Nachrichten aus Löbau und Umland lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Zittau und Umland lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Zittau