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So starten Dresdens Schulen wieder

Am Montag beginnt das neue Schuljahr. Welche Corona-Regeln jetzt gelten und wie unterschiedlich die Schulen sie umsetzen.

Mit oder ohne Mundschutz? Das entscheiden Dresdner Schulen individuell. Auch, ob Klassen nur getrennt auf den Schulhof dürfen, regeln die Schulen unterschiedlich.
Mit oder ohne Mundschutz? Das entscheiden Dresdner Schulen individuell. Auch, ob Klassen nur getrennt auf den Schulhof dürfen, regeln die Schulen unterschiedlich. © Marijan Murat/dpa

Dresden. Viele Schulranzen sind schon gepackt, das Sportzeug ist vorbereitet: Ab kommendem Montag beginnt auch für die Dresdner Schüler wieder der Ernst des Lebens. In Sachsen bedeutet das neue Schuljahr wieder etwas mehr Normalität im Schulalltag. Während Klassen zum Schuljahresende strikt getrennt lernten und im Außenbereich spielten, muss das nun nicht mehr so streng gehandhabt werden. Vieles können Schul- und Hortleiter selbst entscheiden - Dresdner Schule gehen damit ganz unterschiedlich um. Die wichtigsten Fragen und Antworten vor dem Schulbeginn. 

Wer muss in Schulen einen Mundschutz tragen?

Dafür gibt es keine allgemeine Regelung, in Sachsen trifft diese Entscheidung jeder Schulleiter für seine Einrichtung selbst. Am Gymnasium Bürgerwiese etwa müssen die Schüler im Schulhaus - vor allem in den Pausen - und bei der Essenausgabe einen Mund-Nasen-Schutz aufsetzen, nicht aber im Unterricht. Auch auf dem Schulhof geht es ohne Maske, schätzt Schulleiter Jens Reichel ein. 

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Ähnlich sieht das Olaf Böttger, der die 15. Grundschule in der Neustadt leitet. Dort lernen rund 400 Schüler in 16 Klassen - viele Kinder in einem Schulhaus also. Deshalb sollen die Grundschüler auf dem Weg in die Klassenräume, zur Toilette und überall auf den Gängen einen Mund-Nasen-Schutz tragen. 

An der 122. Grundschule in Prohlis wiederum besteht für die rund 300 Kinder sowie für die Lehrer keine Maskenpflicht, wie Schulleiter Karsten Reisinger auf SZ-Anfrage mitteilt. Generell gilt für die Schulen: Eltern und andere Personen von außerhalb müssen auf dem gesamten Schulgelände und im Gebäude einen Mundschutz tragen.

Dürfen die Kinder den gesamten Schulhof nutzen?

Die Allgemeinverfügung, die ab kommendem Montag bis zum Ende der Winterferien am 21. Februar 2021 gelten soll, sieht vor, dass einzelne Klassen den Schulhof getrennt nutzen sollen. Wenn möglich - so die Einschränkung. Am Gymnasium Bürgerwiese kann Schulleiter Jens Reichel die örtlichen Gegebenheiten nutzen: "Die Oberstufe, also die elften und zwölften Klassen, hat ein eigenes Haus mit eigenem Schulhof. Sie dürfen den großen Schulhof vorerst nicht mit nutzen."

An der 15. Grundschule greift Leiter Olaf Böttger auf das Konzept zurück, dass schon vor den Sommerferien an seiner Schule umgesetzt wurde. Das Außengelände ist in acht Bereiche unterteilt, die von den 16 Klassen jeweils doppelt genutzt werden. Dieses Konzept, das auch die Maskenpflicht im Schulhaus außerhalb der Klassenräume betrifft, soll vorerst zwei Wochen gelten. Er habe sich aufgrund der steigenden Infektionszahlen und mit Blick auf die Reiserückkehrer dafür entschieden, die Trennung der Klassen sowie feste Lehrer und Horterzieher auch nach den Sommerferien beizubehalten. Nach zwei Wochen wird neu darüber entschieden.

Auch hier geht es in der 122. Grundschule in Prohlis deutlich lockerer zu. Hier dürfen alle Schüler gemeinsam den Schulhof nutzen, getrennte Bereiche gibt es nicht. 

Welche Regeln gelten noch?

Unterschiedlich wird auch die sogenannte Einbahnstraßenregelung gehandhabt. Sie soll verhindern, dass sich Schüler im Treppenhaus frontal begegnen. Während das in der 15. Grundschule  beibehalten wird, verzichtet sowohl die 122. Grundschule als auch das Gymnasium Bürgerwiese darauf. "Das hat sich nicht bewährt. Es werden Engstellen ausgewiesen mit Hinweisen zum Verhalten", so Schulleiter Reichel.

Ansonsten gelten weiterhin die üblichen Hygieneregeln wie regelmäßiges Lüften der Klassenzimmer alle 30 Minuten, Händewaschen sofort nach Betreten der Schule, desinfizieren und die tägliche Dokumentation von allen Personen, die in der Schule arbeiten.

Um Corona-Infektionen in den Schulen zu vermeiden, müssen Lehrer, Eltern und Schüler einen negativen Corona-Test vorlegen, wenn diese sich innerhalb der vergangenen 14 Tage in einem Risikogebiet aufgehalten haben. Ohne Test dürfen sie Kindertagesstätten, Einrichtungen der Kindertagespflege und Schulen nicht betreten. Die Schul- oder Kitaleitung muss über den Aufenthalt informiert werden. 

Dürfen sich Lehrer weiterhin auf Corona testen lassen?

Lehrer können sich freiwillig auf das Coronavirus testen lassen, die Kosten übernimmt der Freistaat. Am Gymnasium Bürgerwiese haben diese Möglichkeit an diesem Dienstag etwa 75 Prozent der Lehrer genutzt, berichtet Reichel. Das Ergebnis stehe noch aus. Danach ist die wöchentliche Testung weiterhin geplant. 

Olaf Böttger von der 15. Grundschule will sich dazu aus Datenschutzgründen nicht äußern. An der 122. Grundschule hätten das bislang nur wenige Lehrer genutzt, so Schulleiter Karsten Reisinger. Dennoch bestehe auch weiterhin die Möglichkeit für einen Corona-Test. 

Horterzieher wiederum können sich bis September nur einmalig kostenlos testen lassen. Das hatte der Sächsische Erzieherverband für unzureichend erklärt.

Eine weitere noch zu lösende Aufgabe schildert Reichel vom Gymnasium Bürgerwiese: "Eine Herausforderung ist, dass Lehrer und Lehrerinnen, die Risikopatienten oder schwanger sind, nicht in den Präsenzunterricht dürfen. Daran arbeiten wir noch."

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