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So steigen die Strompreise

Ab dieser Woche schickt die Drewag ihren Kunden die Mitteilungen über die im neuen Jahr gültigen Strompreise. Der Gaspreis jedoch bleibt stabil.

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Von John Hennig und Franziska Schneider

Nachdem die Drewag bereits im Oktober angekündigt hatte, die Strompreise ab Januar zu erhöhen, wird es nun konkret: Ab morgen verschicken die Stadtwerke die neue gültige Strompreistabelle an alle Kunden. Pünktlich, damit die Sechs-Wochen-Frist bis zum 1. Januar eingehalten wird. In dieser Zeit könnten Vertragskunden noch kündigen und zu einem anderen Anbieter wechseln.

Drewag-Sprecherin Gerlind Ostmann hat der Sächsischen Zeitung exklusiv erklärt, wie und warum die Strompreise steigen.

Arbeitspreis steigt einheitlich um 2,80 Cent je Kilowattstunde

Der Strompreis setzt sich aus zahlreichen Komponenten zusammen, die auf der Abrechnung nicht auftauchen müssen. Inzwischen machen Steuern und Abgaben sogar fast die Hälfte des Preises aus – deshalb schlagen auch die Abgaben für die Energiewende nun so deutlich durch: „Die staatlich regulierten Umlagen werden um 3,47 Cent netto pro Kilowattstunde erhöht“, erklärt Ostmann. Die Drewag gibt davon 2,80 Cent direkt an die Kunden weiter. „Wir können daran auch wenig ändern, das ist ja politisch so gewollt.“ Letztlich müssten und würden alle Anbieter diese Mehrkosten irgendwann an die Kunden weitergeben.

Neben der Umlage für erneuerbare Energien, die von 3,6 auf 5,3Cent pro Kilowattstunde gestiegen ist, sorgen auch gestiegene Netzentgelte für den höheren Preis. Diese ergeben sich daraus, dass aufgrund der schwankenden Wind- und Solarstromerzeugung immer häufiger in den Netzbetrieb eingegriffen werden und das Stromnetz insgesamt ausgebaut werden muss.

Im Grunde verändert sich durch die Zulage nur der sogenannte Arbeitspreis, also die Kosten pro verbrauchter Kilowattstunde Strom. Der Grundpreis bleibt dagegen stabil, bei derzeit 84,59 Euro (Grundtarif) bzw. 85,44 Euro (Privat-, Natur- und Onlinetarif). Ebenso konstant bleibt die Strom- (2,05 Cent) und Umsatzsteuer (19 Prozent).

Das bezahlt ein Single-Haushalt

Ab 1. Januar muss eine Person bei einem Verbrauch von 2.000 Kilowattstunden im Jahr im Grundtarif insgesamt 605,19 Euro bezahlen. Das sind 66,80 Euro oder 12,41 Prozent mehr als bisher (siehe Kasten). Im Privattarif kommt man mit 589,24 Euro etwas günstiger, wobei die Erhöhung mit 66,60 Euro oder 12,74 Prozent ähnlich hoch ist.

Das bezahlt ein Zwei-Personen-Haushalt

In einem Zwei-Personen-Haushalt mit einem Verbrauch von durchschnittlich 3.100 Kilowattstunden pro Jahr schlägt die Erhöhung mit 103,93 Euro oder 13,14 Prozent zu Buche. Der Haushalt zahlt also nun 891,52 Euro. Hier lohnt sich auch nach der Erhöhung noch der Privattarif, der liegt mit insgesamt 866,33 Euro immerhin rund 25 Euro unter dem Grundtarif – auch wenn der gestiegene Arbeitspreis ebenfalls nur 103,23 Euro ausmacht.

Das bezahlt ein Vier-Personen-Haushalt

Die Beispielrechnung für einen Vier-Personen-Haushalt geht von einem Verbrauch von 4.500 Kilowattstunden pro Jahr aus. Dabei liegt der neue Preis im Grundtarif bei insgesamt 1.255,94 Euro, also 150,30 Euro über dem alten Preis. Die Erhöhung fällt hier im Privattarif mit 149,85 Euro mehr beinahe gleich groß aus. Prozentual bedeutet das ein Plus von 14,01 Prozent im Privattarif oder 13,59 Prozent im Grundtarif. Der Privattarif liegt trotz des leicht höheren Grundpreises knapp 37 Euro unter dem Grundtarif.

Die Drewag versorgt in Dresden etwa 300.000 Privat- und 2.000 Geschäftskunden mit Strom und hat damit etwa 90 Prozent Marktanteil. Dabei gibt es inzwischen Dutzende Alternativen. Ob sich aufgrund der Preissteigerung ein Anbieter-Wechsel lohnt, lässt sich online gut vergleichen, etwa auf dem Portal Verivox oder bei der Verbraucherzentrale.

Der Gaspreis bleibt im kommenden Jahr stabil

Am Ende kann Gerlind Ostmann noch mit einer positiven Nachricht aufwarten: Der Gaspreis bleibt demnach für den kommenden Winter „auf jeden Fall stabil“. Zumindest in dieser Heizperiode fallen somit keine weiteren höheren Kosten an. „Über den Sommer hinaus können wir aber keine Garantien abgeben“, so die Drewag-Sprecherin. Dafür könnten Kunden gerade im Bereich Heizen am meisten Geld sparen, macht das doch fast drei Viertel des Energieverbrauchs eines durchschnittlichen Haushalts in Dresden aus.