merken
PLUS

So viel kostet das Wohnen in Bautzen

Der neue Mietspiegel zeigt: Die Quadratmeterpreise sind erneut gestiegen. Vor allem neuer Wohnraum ist sehr teuer.

Von Sebastian Kositz

Bautzens Mieten haben in den vergangenen Jahren weiter angezogen. Das geht aus dem neuen Mietspiegel hervor, den die Stadt jetzt präsentiert hat. Die Untersuchung, die das Rathaus gemeinsam mit Vermietern, Immobilienexperten und Vertretern der Mieterseite erstellt hat, belegt vor allem, dass gerade neu gebaute, moderne Wohnungen mit gehobenem Standard immer gefragter werden. Dort lassen sich auch die größten Preissprünge ausmachen. Relativ stabil blieben die Preise hingegen bei Altbauwohnungen, die ebenfalls mit einem gehobenen Standard aufwarten.

Anzeige
Eine Pflegeimmobilie als Kapitalanlage
Eine Pflegeimmobilie als Kapitalanlage

In Hainichen kann ab sofort sicher, sorglos und sozial wertvoll Geld angelegt werden.

Für die Erhebung haben die Macher des Mietspiegels die Preise von knapp 2 000 Bautzener Wohnungen zusammengetragen. Dabei unterscheiden die Fachleute in der Kreisstadt zunächst in zwei unterschiedliche Lagen. Die Wohnlage 1 entspricht dabei einer überdurchschnittlich guten Lage. Die übrigen Bereiche liegen hingegen im Durchschnitt, der Wohnlage 2. Unterschieden wurde zudem bei der Ausstattung und den Wohnungsgrößen. Die Sächsische Zeitung erklärt, wie sich die Preise konkret entwickelt haben.

Moderate Erhöhungen bei der Durchschnittswohnung

Die Kaltmieten für die meisten Wohnungen, die ohne eine Reihe besonderer Merkmale wie hochwertige Fußböden, Gäste-WC, eigenem Stellplatz oder Fußbodenheizung auf dem Markt zu haben sind, sind in den vergangenen Jahren vergleichsweise moderat angestiegen. Dabei spielen weder das Baujahr noch die Lage eine entscheidende Rolle. In den vergangenen zehn Jahren ist je nach Kategorie lediglich ein Anstieg zwischen fünf und zehn Prozent zu verzeichnen. Das entspricht auf die einzelnen Jahre berechnet stets nur wenige Cent je Quadratmeter. Die höchsten Quadratmeterpreise werden dabei bei den Wohnungen mit einer Fläche von weniger als 45 Quadratmetern erzielt (siehe Tabelle). Dort zogen die Mieten im Zehnjahresvergleich teilweise auch um über zehn Prozent an.

Regine Rohark, die Chefin des Großvermieters BWB, kann die Erhöhungen für den Bestand der Bautzener Wohnungsbaugesellschaft so auch bestätigen. Gerade im Vergleich zu Dresden und den lukrativen Wohnlagen in den Kommunen des Speckgürtels der Landeshauptstadt seien die Anstiege jedoch sehr moderat, so ihr Fazit. Im sachsenweiten Vergleich stünde Bautzen dabei verhältnismäßig gut da, so die Einschätzung der BWB-Geschäftsführerin.

Wenig Bewegung bei den gut ausgestatteten Altbauwohnungen

Große Teile der Bautzener Altstadt sind saniert, die Wohnungen mit gehobener Ausstattung gefragt. Ebenso wie im Villenviertel und anderen Top-Lagen in der Stadt. Das hat auch der Bautzener Immobilienmakler Jan Hornig so beobachtet. Doch insgesamt haben sich die im Mietspiegel festgelegten Quadratmeterpreise nur sehr wenig bewegt. Im Zehnjahresvergleich ist im Schnitt nur ein Anstieg von sieben Prozent zu verzeichnen. Mit Blick auf die Werte aus dem bislang letzten veröffentlichten Mietspiegel von 2010 lassen sich gar teilweise stagnierende und leicht rückläufige Preise ausmachen. Das liegt wohl vor allem daran, dass sich die Quadratmeterpreise von bis zu 6,80 Euro schon seit einigen Jahren auf einem hohen Niveau bewegen, die Nachfrage seit jeher recht groß ist.

Große Nachfrage nach neuen Wohnungen mit gehobenem Standard

Der mit Abstand größte Sprung lässt sich für die Mieten der nach 1990 errichteten Wohnungen mit moderner und gehobener Ausstattung belegen. Neubauten, die über Extras wie Parkett, den eigenen Stellplatz, große Bäder und Gästetoiletten sowie Fußbodenheizung verfügen, haben sich in den vergangenen zehn Jahren um bis zu 20 Prozent verteuert. Dabei spielt die Wohnlage kaum eine Rolle. Im Schnitt kostet der Quadratmeter kalt um sechs Euro, teilweise sind bis zu sieben Euro drin. Die höchsten Preise werden hier bei mittelgroßen Wohnungen mit einer Wohnfläche zwischen 60 und 75 Quadratmetern erzielt.

Ein Trend, den auch Immobilienmakler Jan Hornig so bestätigen kann. „Wir haben bei dem gehobenen Standard generell eine starke Nachfrage. Es gibt viele anspruchsvolle Interessenten, die auch bereit sind, die Preise zu bezahlen , wenn alles passt“, erklärt der Experte. Sowohl bei den aufwendigen Neubauten als auch bei den gut ausgestatteten Wohnungen in den Top-Lagen gebe es eine starke Nachfrage. Das führe dazu, dass auch die Mieten dafür in Bautzen höher liegen als für vergleichbaren Wohnraum in anderen Städten wie Görlitz, Zittau und Meißen.

Auf ein Wort