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So wächst Nieder Seifersdorfs Brauhaus

Für nächstes Jahr werden 2.000 Hektoliter angepeilt. Mit neuem Sudhaus. Schon im Herbst gibt es eine neue Spezialität.

Ein Prosit auf das Nieder Seifersdorfer Bier. Demnächst soll die Kapazität im Brauhaus erweitert werden. Geschäftsführer Andreas Görnitz, Mitarbeiter Olaf Wiedmer, Braumeister Torsten Scholz und Azubi Sascha Görnitz (von rechts) freuen sich schon darauf.
Ein Prosit auf das Nieder Seifersdorfer Bier. Demnächst soll die Kapazität im Brauhaus erweitert werden. Geschäftsführer Andreas Görnitz, Mitarbeiter Olaf Wiedmer, Braumeister Torsten Scholz und Azubi Sascha Görnitz (von rechts) freuen sich schon darauf. © André Schulze

Torsten Scholz kann sein Glück kaum fassen. Mit dem beruflichen Einstieg in das Nieder Seifersdorfer Brauhaus hat der Betriebsleiter offenbar alles richtig gemacht. Rein äußerlich ist die frühere Gaststätte „Stadt Löbau“ zwar noch unverändert. Im Innern jedoch tut sich nach dem Wiederaufleben der hiesigen Brautradition vor rund einem halben Jahr immer mehr. 

Nicht nur, dass bis Jahresende wahrscheinlich rund 200 Hektoliter gebraut sein werden und die extra angeschafften fünf Spezialkühlschränke inklusive der dazu gehörenden 30 Liter-Fässer fast ständig unterwegs zu Kunden sind. Mit dem Steakhaus in Kosel wird bereits die erste Gaststätte beliefert. Und Feste im Biergarten in Nieder Seifersdorf platzen regelmäßig aus allen Nähten. 

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Um den Bedarf zu decken, der seit dem Frühjahr stetig gestiegen ist, wird inzwischen nicht nur an eine Kapazitätserweiterung gedacht. Geschäftsführer Andreas Görnitz bestätigt: „Wir sind schon kurz davor die Baugenehmigung zu bekommen, wollen Teile des Saals und den hinteren Anbau in die Brauerei integrieren.“ Dazu muss jedoch die Theaterbühne verschwinden, denn kulturelle Auftritte gibt es hier seit Jahren nicht mehr. Auf der dem Biergarten abgewandten Seite soll der neue Zugang entstehen. 

Bereits im Frühjahr 2020 will man ein größeres Sudhaus installieren. „Damit verfolgen wir weiter unseren Plan. In diesem Jahr wollten wir den Einstieg schaffen und die Marke regional bekannt machen. Das hat gut geklappt. Damit ist es nur logisch, dass wir im nächsten Jahr den Bierausstoß erhöhen.“ Immerhin habe man nicht ins alte „Stadt Löbau“ investiert, um das Brauen als Hobby zu betreiben. „Unser Ziel ist es, wirtschaftlich zu arbeiten. Dazu müssen wir jetzt die nächste Etappe in Angriff nehmen. An einem größeren Sudhaus führt deshalb kein Weg vorbei“, begründet der Brauereichef.

Mit dem Um- und Erweiterungsbau wird das Hintergebäude des traditionsreichen Gasthofes dann komplett genutzt. Görnitz beziffert seine jährliche Wunschkapazität mit 2.000 Hektolitern. Allerdings, meint er, sollten in dem Objekt auch 4 000 Hektoliter machbar sein. „Wir wollen die Sache aber langsam angehen, eben Schritt für Schritt.“ Wobei es auch für ihn nicht ganz leicht ist, den Saal zu opfern, in dem früher so viele Veranstaltungen über die Bühne gingen. „Wir haben uns das im Vorfeld natürlich genau überlegt. Auch eine Event-Location müsste sich rechnen. Dazu müssten hier regelmäßig Discos oder Konzerte mit 200 bis 300 Gästen stattfinden. Ich glaube, das wollen die Leute in der Nachbarschaft nicht.“ Zumal auch noch Parkplätze gebaut werden müssten.

Die Brauhaus Nieder Seifersdorf GmbH konzentriert sich deshalb voll auf das, was ihr schon der Name vorgibt: auf die Herstellung von Bier. Gearbeitet wird längst an der Kapazitätsgrenze. Bis Mitte Oktober ist man laut Andreas Görnitz komplett ausgelastet. Dabei spielen auch drei Veranstaltungen eine Rolle, bei denen es in erster Linie um den Gerstensaft geht. An diesem Sonntag lädt das Brauhaus auf das Gelände an der Hauptstraße in Nieder Seifersdorf zum Barbecue ein. Am 29. September gibt es ein Brausilvester. Zwischendurch nimmt das junge Unternehmen vom 6. bis 8. September am Weißenberger Bierfest teil.

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Torsten Scholz muss für all den Bedarf gewappnet sein. Gerade hat der Braumeister den 27. Sud Pils dieses Jahres angesetzt. Beim Rotbier ist der zweite Sud abgefüllt, der dritte befindet sich schon in den Lagertanks. Im Herbst gibt es noch eine zusätzliche Spezialität: Bock. „Das wird ein kräftiges Dunkles mit über sechs Prozent Alkohol. Der erste Sud ist gerade in Arbeit. In fünf Wochen ist er dann soweit“, freut sich Scholz. Mit Olaf Wiedmer hat er bereits personelle Verstärkung bekommen. Sascha Görnitz wird im September eine Lehre beginnen. Ausbildungsbetrieb ist die Görlitzer Landskron Brauerei. Dort beobachtet man das Treiben auf dem Lande sehr aufmerksam. „Wir betreiben natürlich Marktforschung und haben die Wettbewerber im Blick“, sagt Geschäftsführer Uwe Köhler. Dabei mache man keinen Unterschied, ob es sich um große oder kleine Brauereien handelt. Kleinere Hersteller betrachte man aber nicht als störend. Im Gegenteil: „Sie erweitern die Vielfalt am Markt und beleben die Bierkultur“, so der Landskron-Chef.

Sonntag, 25. August, ab 9 Uhr, Barbecue am Brauhaus, Nieder Seifersdorf, Hauptstraße 49.

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