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So werden die Wälder zugemüllt

Waldidylle sieht anders aus. Auf dem Parkplatz nahe des Wolfsdenkmals in der Laußnitzer Heide steht Revierleiter Ulrich Koch und ist ratlos. Vor ihm, am Rand des Parkplatzes in Richtung Wald, stapelt sich der Müll.

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Waldidylle sieht anders aus. Auf dem Parkplatz nahe des Wolfsdenkmals in der Laußnitzer Heide steht Revierleiter Ulrich Koch und ist ratlos. Vor ihm, am Rand des Parkplatzes in Richtung Wald, stapelt sich der Müll. „Das Problem gibt es schon lange, aber es wird von Jahr zu Jahr schlimmer“, erklärt er. Seit vier Jahren ist Ulrich Koch für das Revier Würschnitz zuständig, eines von drei Revieren in der Laußnitzer Heide, die zum Forstbezirk Dresden des Sachsenforsts gehören. Doch seit er hier angefangen hat, ist das Müllproblem größer geworden. Auch seine Kollegen aus den Revieren Ottendorf-Okrilla und Laußnitz bestätigen das. „Wir haben in allen drei Revieren allein im vergangenen Jahr 3000 Euro für das Beräumen des Mülls ausgegeben“, so Koch.

Strafen für die Müllsünder

Abgeladen wird einfach alles: Blaue Säcke mit Abfall, alte Farbeimer, Kisten aus Kunststoff oder sogar ein großer Kanister mit unbestimmtem Inhalt liegen am Parkplatz. „Es gibt ungefähr zehn solcher Stellen in der Heide“, bestätigt der Revierleiter. Alles Stellen, die gut mit dem Auto zu erreichen sind. Die Übeltäter kommen, wenn es dunkel ist. Dann laden sie einfach ihren Müll ab. Darunter auch Elektroschrott. „Dabei gibt es im Landkreis Bautzen für jede Art von Abfall eine Möglichkeit, ihn auf erlaubte Art und Weise zu entsorgen.“ Die Abfallgebühren seien außerdem durchaus bezahlbar. Der Müll, der in der Heide eingesammelt wird, wird ebenfalls durch den Landkreis entsorgt. „Oft ist da auch Sondermüll dabei.“

Ulrich Koch geht zu dem großen Kanister, der am Parkplatz liegt und stößt ihn leicht mit dem Fuß an. Was darin ist, weiß er nicht. Aber er hat eine Ahnung. „Wahrscheinlich Altöl. Das ist giftig und gehört nicht in den Wald.“ Durch den Müll entsteht auch eine Gefahr für die Umwelt. Auch durch den Grünschnitt und Gartenabfälle, die viele für unbedenklich halten. „Dadurch kommen Pflanzen in den Wald, die hier nichts zu suchen haben.“ Das Problem der Neophyten, der eingeschleppten Pflanzen, das in vielen Regionen Deutschlands existiert, ist auch dadurch zu erklären.

Ulrich Koch und seine Kollegen haben die Nase voll. In Zukunft sollen verstärkt Kontrollen durchgeführt werden, um den Verursachern des Müllproblems auf die Spur zu kommen. Die kommen aus der Region, ist er sicher. Dabei hoffen sie auch auf die Mithilfe der Jägerschaft. „Sie sind in der Dunkelheit auf Jagd. Wir wollen sie für das Müllproblem sensibilisieren und hoffen auf Unterstützung.“ Denn wer eine Beobachtung macht, sollte die schnellstmöglich dem zuständigen Revier melden. „Wir erstatten dann Anzeige und ziehen die Untere Forstbehörde des Landkreises hinzu.“ Das Abladen von Müll im Wald kann dann sehr teuer werden. Mehrere Tausend Euro Strafe können verhängt werden.

In der kommenden Woche ist Ulrich Koch mit seinen Kollegen wieder im Einsatz. Dann wird die Laußnitzer Heide vom Müll befreit. Rund aller drei Monate ist solch eine Aktion notwendig. „Leider sind die Stellen danach schnell wieder zugemüllt.“