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So will die Polizei am Lückenschluss kontrollieren

Ein Anstieg der Drogendelikte wird zwar durch den neuen Grenzübergang nicht erwartet. Doch die Polizei bleibt vorsichtig.

Von Dirk Schulze

Hoher Besuch am Gründonnerstag in Sebnitz: Staatssekretär Michael Wilhelm aus dem sächsischen Innenministerium machte auf einer Rundreise durch die Region auch in der Kunstblumenstadt halt. Wilhelm, der auf Einladung des Landtagsabgeordneten Jens Michel (CDU) unterwegs war, äußerte sich unter anderem zum geplanten Modellprojekt in Mittelndorf und zu der vom Freistaat geförderten Rückkehrer-Initiative. Begleitet wurde er vom Vize-Präsidenten der Polizeidirektion Dresden.

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Polizei sieht keine Gefahrdurch Bahngrenzübergang

Die Polizeidirektion Dresden, zu der auch der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge gehört, befürchtet keine negativen Auswirkungen durch die Öffnung des Eisenbahngrenzübergangs zwischen Sebnitz und Dolni Poustevna am 4. Juli. „Wir rechnen nicht mit einem Anstieg der Drogendelikte“, sagte der Vizepräsident der Polizeidirektion, Horst Kretzschmar. Die Behörde geht vielmehr davon aus, dass sich die Konsumenten, die sich jenseits der Grenze mit Crystal versorgen, zukünftig auf Auto und Bahn verteilen werden. Mehr sollen es nach aktuellen Prognosen durch den Lückenschluss aber nicht werden. Streifen der Bundespolizei sollen den Zug mehrmals pro Woche zu unregelmäßigen Zeiten begleiten. Details müssen noch mit den Behörden in Tschechien abgestimmt werden. Die örtliche Polizei werde die neue Eisenbahnlinie in der ersten Phase mit „zurückhaltender Präsenz“ begleiten.

Mittelndorf wird Pilotprojektfür ganz Sachsen

Schon ab Mai soll das Planungsbüro für das Modellprojekt in Mittelndorf seine Arbeit aufnehmen. Der Sebnitzer Ortsteil wird ein Pilotprojekt für ganz Sachsen. Das könnte sich auch finanziell auszahlen: „Am Geld wird’s nicht scheitern“, sagte Staatssekretär Wilhelm. Genaue Zahlen nannte er aber noch nicht. In dem Modellprojekt geht es um die Zukunft im ländlichen Raum. Der Freistaat will untersuchen, wie die Altersstruktur auf den Dörfern ist, wie viel Leerstand es gibt und was die Eigentümer mit den Häusern vorhaben. Das Ganze sei aber kein Abrissprojekt, betonte Landtagsmitglied Jens Michel (CDU). Es gehe darum, den ländlichen Raum attraktiver zu machen und vorhandene Lücken neu zu bebauen. Die Flächen könnten jungen Leuten angeboten werden, die aus der Stadt aufs Land ziehen wollen.

Büro für Rückkehrer nach Sachsenist gut gestartet

Die von Sebnitz und Neustadt gemeinsam ins Leben gerufene Initiative „Bleiben, ansiedeln, zurückholen“ sei einzigartig in Sachsen, erklärte Staatssekretär Wilhelm. Das Büro bietet Rückkehrern Unterstützung bei Behördengängen, Bauanträgen oder Kita-Plätzen.