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So will ein Dorf sich selbst mit Energie versorgen

Solaranlagen, Mini-Windräder, Wasserstoffspeicher – Nebelschütz hat viele Ideen für die Energiewende und gibt dafür jetzt Geld aus.

Es muss nicht ein weithin sichtbares, riesiges Windrad sein. Auch mit kleinen Windenergieanlagen – wie der auf der Greenpeace-Zentrale in Hamburg – kann umweltfreundlich Strom erzeugt werden.
Es muss nicht ein weithin sichtbares, riesiges Windrad sein. Auch mit kleinen Windenergieanlagen – wie der auf der Greenpeace-Zentrale in Hamburg – kann umweltfreundlich Strom erzeugt werden. © dpa

Nebelschütz. Die Gemeinde Nebelschütz gehört künftig zur Genossenschaft „Lausitzer Natur-Energie“. Dies beschloss jetzt mehrheitlich der Gemeinderat.

Die Genossenschaft handelt nach dem Leitmotiv „Regenerative Energien aus der Lausitz für die Lausitz“. Sie hat verschiedene Ziele. Ihr geht es um den gemeinschaftlichen Einkauf und Verkauf von ökologisch nachhaltigem, preiswertem Strom sowie von klimaneutralem, preiswertem Erdgas. Ebenso geht es um die Planung, Errichtung und Betreibung von regionalen, erneuerbaren Energie-Quellen und Energie-Anlagen für Unternehmen, Kommunen und Privathaushalte. Die Genossenschaft berät in Fragen für die Senkung der Energiekosten und für die Verbesserung der Energie-Effizienz. Der Gemeinderat beschloss, der Genossenschaft beizutreten und zwei Anteile zu je 300 Euro zu kaufen. „Wir sind eine regionale Energie-Genossenschaft. Gegründet vor fünf Jahren in Schwosdorf. 

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Wir wollen im Bereich erneuerbare Energien Ansprechpartner vor Ort sein“, erklärt Elke Altmann, die zusammen mit Wolfgang Giese zum Vorstand gehört. Der Genossenschaft, so verdeutlichte sie, geht es um dezentrale Energie-Erzeugung in der Lausitz vor Ort. Sie will den solidarischen Gedanken heimischer Wertschöpfung fördern. „Dort, wo Energie-Anlagen entstehen, dort wo Energie erzeugt wird, soll der Bürger direkt Energie beziehen“, erläuterte sie. Die Genossenschaft, so Altmann, ist dafür die geeignetste Eigentumsform. Die Mitglieder seien gleichberechtigt. Jedes Mitglied sei in die Entscheidungsfindung eingebunden und habe eine Stimme. „Wir würden uns freuen, wenn nach der Gemeinde noch viele Bürger Mitglied werden und sich in der Folgezeit mit beteiligen“, verdeutlichte sie. „Damit wäre es besser, leichter und mit mehr Akzeptanz möglich, das Energiekonzept der Gemeinde umzusetzen.“

Bürger sollen Konzept unterstützen

Bürgermeister Thomas Zschornak (CDU) sagt: „Wir wollen erreichen, dass Bürger Mitglied dieser Genossenschaft werden. Vor allem wollen wir erreichen, dass die Bürger in einer Arbeitsgruppe das Energiekonzept der Gemeinde unterstützen und mit umsetzen.“ Im Oktober 2019 hatte der Gemeinderat mehrheitlich bereits das Energiekonzept der Kommune Nebelschütz beschlossen. (SZ berichtete). Daran knüpfte der Gemeinderat jetzt an. Inzwischen stellten die Gemeinde und Fachleute – u. a. von der Sächsischen Energieagentur SAENA – das Projekt auch den Bürgern vor. Das Interesse war groß und der Saal voll. Eine Arbeitsgruppe soll nun ein Energiekonzept erarbeiten, das die Nebelschützer Einwohner mit einbezieht in die Energiewende auf dem Dorf: mit Photovoltaikanlagen. Mit Klein-Windkraftanlagen auf dem eigenen Dach oder mit Wasserstoffenergiespeichern, um ein paar Beispiele zu nennen.

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Ein Projekt der Gemeinde sei der Bauhof, erklärt Thomas Zschornak. Der soll sich zum einen über Photovoltaikmodule selbst mit Strom versorgen und darüber hinaus noch mehr Strom produzieren, um das Gewerbegebiet direkt mit anzubinden. Eine halbe Million Euro plant die Gemeinde für das Vorhaben ein. Die Genossenschaft und die Energieagentur stehen bereit, um die Nebelschützer auf ihrem Weg zu begleiten. Ein Beispiel ist bereits die Kita, die sich seit fünf Jahren mit Sonnenstrom versorgt. Ähnlich der Kita sollen nun viele weitere Projekte entstehen und miteinander vernetzt werden. (ak, SZ/ha)

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