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So wird das neue Narrenhäusel aussehen

Nach einer langen Hängepartie hat der Bauausschuss entschieden, obwohl die Verwaltung es länger hinauszögern wollte.

Drei Entwürfe vom neuen Narrenhäusel - ein Sieger. Der untere Entwurf hat bei einem Wettbewerb gewonnen.
Drei Entwürfe vom neuen Narrenhäusel - ein Sieger. Der untere Entwurf hat bei einem Wettbewerb gewonnen. © Pontus Falk/Ipro Consult Dresden GmbH/Arte4D

Dresden. Das Narrenhäusel wird nach dem Entwurf des Dresdner Architekten Martin Trux wieder aufgebaut. Er orientiert sich an einem barocken Palais und knüpft damit an die Entstehungszeit im 18. Jahrhundert an. Das hat der Bauausschuss am Mittwochabend beschlossen. Im Rennen war auch noch der Entwurf des Berliner Architekten Pontus Falk, der eine Rekonstruktion, angelehnt an den Umbau in den 30-er Jahren des vorigen Jahrhunderts vorsah.  

Investor Frank Wießner ist froh, dass die Hängepartie endlich ein Ende hat. Denn er wollte das Narrenhäusel anhand historischer Fotos längst bauen. Doch die Verwaltung bestand auf einem Architekturwettbewerb. "Inzwischen bin ich froh darüber, weil ein gutes Ergebnis herausgekommen ist", sagt Wießner. 

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Und er wehrt sich gegen Vorwürfe, er würde mit dem Narrenhäusel ein Phantasiegebäude errichten. "Bis zum zweiten Obergeschoss stammte das Narrenhäusel bis zur Zerstörung noch aus barocker Zeit, nur das Dach ist zwischen 1860 und 1880 verändert worden", sagt er. Es gibt Pläne der alten Mauern, an denen sich Martin Trux  orientiert habe. Das Dach sei dann passend dazu gestaltet worden. "Dieser Prozess  hat sich im Rahmen des Wettbewerbes entwickelt, deshalb bin ich dankbar dafür."  

So soll das Narrenhäusel aussehen. Der Entwurf des Dresdner Architekten Martin Trux hat bei einem Wettbewerb gewonnen.
So soll das Narrenhäusel aussehen. Der Entwurf des Dresdner Architekten Martin Trux hat bei einem Wettbewerb gewonnen. © Arte4D

Er hat den Bauantrag bereits vorbereitet und will ihn so schnell wie möglich einreichen. Jetzt seien nur noch wenige Absprachen mit der Feuerwehr zum zweiten Rettungsweg zu treffen. Anfang kommenden Jahres will Wießner mit dem Bau beginnen, nach einem Jahr soll das Narrenhäusel fertig sein. "Ich weiß, dass viele ältere Dresdner dort gern noch einen Kaffee trinken möchten", sagt der Investor.

Ende Januar hat Frank Wießner das Grundstück für rund 700.000 Euro von der Stadt erworben, weitere rund drei Millionen Euro wird der Wiederaufbau des Narrenhäusels kosten. Nach 60 Jahren will Wießner das Gebäude der Stadt übereignen. Neben einer Gaststätte sollen auch Büros darin entstehen.

Der Verlierer: das Narrenhäusel von Pontus Falk
Der Verlierer: das Narrenhäusel von Pontus Falk © Visualisierung: Pontus Falk

Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Grüne) hatte mehrfach darum gebeten, dass sich der Bauausschuss für Vorbeiterung des Bauvorhabens mehr Zeit nehmen soll und hatte "vertiefte Entwürfe" gefordert, die moderne Elemente aufnehmen soll. Das hatten die Ausschussmitglieder aber abgelehnt. Nicht nur, weil der Investor schon lange hingehalten wurde, sondern weil auch die Dresdner Bevölkerung auf eine Entscheidung warte. 

„Es wäre fahrlässig, jetzt noch weitere Steine in den Weg zu legen", sagt SPD-Stadtrat Stefan Engel.  Der Stadtrat habe bereits 2016  den Wiederuafbau des Narrenhäusels beschlossen. "Mit dem Narrenhäusel erhält die Neustädter Elbseite nicht nur ein wertvolles Kleinod, sondern auch ein touristisches Highlight." Das leichte Hereinrücken in die Augustusbrücke mache das Gebäude im Stadtraum noch erlebbarer. 

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Das originale Narrenhäusel war 1755 für den Hofnarren August des Starken, Joseph Fröhlich, gebaut worden. Bei den Luftangriffen auf Dresden brannte es aus, 1950 wurde seine Ruine abgerissen.

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