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Dippoldiswalde

So wird dem Botanischen Garten geholfen

Kulturzuschüsse gestrichen, mehr Arbeit durch Stürme. Allmählich sehen die Mitarbeiter trotzdem wieder Land.

Annette Zimmermann und Bernd König im Botanischen Garten Schellerhau: Sie sind für jede Unterstützung dankbar.
Annette Zimmermann und Bernd König im Botanischen Garten Schellerhau: Sie sind für jede Unterstützung dankbar. © Egbert Kamprath

Der Winter hat sich nach dem Saisonende nun doch noch einmal ins obere Osterzgebirge verirrt und stand am Wochenende auch plötzlich wieder im Botanischen Garten in Schellerhau in der Tür. 

Vorsorglich hatten die Mitarbeiter versucht, die Knospen abzudecken und zu schützen. Wie es aussieht, dürften die Pflanzen den Kälteschock überstanden haben. Und es hat sich noch etwas getan.

365 Tage für Patienten da

Die Dresdner City-Apotheken bieten mehr, als nur Medikamente zu verkaufen. Das hat auch mit besonderen Erfahrungen zu tun. Was, wenn Sonntagmorgen plötzlich der Kopf dröhnt oder die Jüngste Läuse mit nach Hause gebracht hat?

Nachdem die Ostsächsische Sparkasse Dresden und die Stadt Altenberg als Eigentümerin signalisierten, der über einhundertjährigen Anlage in diesem Jahr aus finanziellen Nöten zu helfen, gibt es nun auch ganz praktische Unterstützung. Erst kamen neun Leute vom Berufsbildungswerk des sächsischen Garten-, Landschafts- und Wasserbaus. Sie packten bei der Beseitigung des Sturmholzes mit an. Die Helfer entasteten umgestürzte Bäume und zersägten Stämme. 

Die Mitarbeiter des Pflegebetriebes der gemeinnützigen GmbH Naturbewahrung Osterzgebirge, die den Garten neben dem Georgenfelder Hochmoor bewirtschaftet, haben die Bäume letztlich aus dem Waldgebiet herausgeholt. Für das Holz gibt es auch schon einen Verwendungszweck. „Wir haben es in ein Sägewerk gebracht“, sagt Geschäftsführer Bernd König. Dort wird es zu Brettern verarbeitet und soll wieder zurückkehren und noch gute Dienste verrichten, entweder im Botanischen Garten oder im Hochmoor.

Hilfe ist auch noch von anderer Stelle gekommen. Thomas Günther hat einen Freundeskreis für den Bergblumengarten initiiert. Bevor ihn die Kirche Ende 2016 in den Ruhestand verabschiedete, war er unter anderem Gefängnisseelsorger in Dresden und Pfarrer in Reichstädt, zuletzt in Glashütte. In dieser Zeit machte er auch Bekanntschaft mit dem Botanischen Garten. Günther veranstaltete Lesungen. In Schellerhau, daran kann er sich noch gut erinnern, stellte er Stücke von William Shakespeare vor, in denen Pflanzen erwähnt werden. Thomas Günther war begeistert von der Gartenanlage, die 1906 angelegt wurde. „Ich liebe diesen Garten“, sagt er. Deshalb besucht er diesen immer mal wieder.

Als der Ulberndorfer nun hörte, dass das Geld knapp wird, wollte er sich damit nicht abfinden. Der Kulturkonvent des Kulturraumes Meißen-Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, der über Jahre den Botanischen Garten mit Zuschüssen von 14 000 bis 16 000 Euro pro Jahr unterstützt hatte, zieht sich aus der Förderung zurück. Dadurch wird es für die Mitarbeiter schwierig, den laufenden Betrieb und das Veranstaltungsangebot aufrechtzuerhalten.

Kurzfristig halfen erst einmal die Sparkasse und die Stadt über den Berg. „Ich denke, dass das auch 2020 tragen wird“, sagte Altenbergs Bürgermeister Thomas Kirsten zur jüngsten Stadtratssitzung. Damit es weitergeht, will auch Thomas Günther helfen. Er konnte eine Handvoll freiwillige Helfer gewinnen, die nach Absprache mit Gartenleiterin Annette Zimmermann praktische Arbeiten erledigen. „Das machen wir ganz spontan, je nach Bedarf“, sagt er. Inzwischen fand schon der erste Einsatz statt. Auch über Spenden freuen sich die Betreiber. „Ich bin den Helfern sehr dankbar“, sagt Annette Zimmermann.

Spenden: Konto Gemeinnützige GmbH Naturbewahrung Osterzgebirge: Ostsächsische Sparkasse Dresden; IBAN: DE48 8505 0300 3200 047 185; Verwendungszweck: Botanischer Garten Schellerhau