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Dresden

So wird der Sommer in der Villa Marie

Nach der Insolvenz im Jahr 2018 gibt es einige Neuigkeiten in dem Restaurant am Dresdner Schillerplatz.

Blick auf die Villa Marie am Schillerplatz.
Blick auf die Villa Marie am Schillerplatz. © Sven Ellger

Es sei eine immer spannende, manchmal auch schwierige Reise bis hier her gewesen. Wenn sich Sebastian Roelke an die letzen vielen Jahre in der Villa Marie erinnert, ist ihm anzumerken, wie sehr er mit diesem Ort am Schillerplatz verbunden ist. „Wir haben zwei Hochwasser, die von 2002 und von 2013, erlebt und wirtschaftliche Schwierigkeiten. Aber die Idee aufzugeben war keine Option“, sagt der Geschäftsführer. Nun feiert er dieser Tage das 25. Jubiläum seines Restaurants. Im Jahr 1994 eröffnete das Lokal am heutigen Standort in der toscanischen Villa direkt am Blauen Wunder.

Die Idee des Restaurants mit Blick auf die Elbhänge ist die vom italienischen Lebensgefühl und frischer italienischer Landhausküche. Nach den Fluten 2002, die bis in den Gastraum schwappten, musste das Restaurant sechs Monate schließen, beim Hochwasser elf Jahre später zwei Monate. Die wohl bislang größte Herausforderung für Roelke und sein Team war die Insolvenz der Villa Marie Gastronomiebetriebs GmbH im Jahr 2018. Der Grund für die Insolvenz war ein Zahlungsausfall.

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Doch nun, rund ein Jahr später, hat sich offenbar alles zum Guten gewendet. Der Fortbestand der Villa Marie und des La Villetta in Striesen ist gesichert. Das La Villetta wird auch von Roelke geführt. Für die Marieletta Gastronomiebetriebs GmbH konnten für beide Objekte langfristige Mietverträge abgeschlossen und als Ergebnis der Verhandlungen mit dem Insolvenzverwalter Rechtsanwalt Thomas Beck das Inventar erworben werden.

„Unsere Mitarbeiter, Lieferanten und Gäste sind uns treu geblieben“, so Roelke. Er und sein Team behalten zukünftig den Charakter der beiden Lokale bei. Beck hatte von Beginn an eingeschätzt, dass die Verbindlichkeiten überschaubar waren. Im Kern sei die Villa Marie Gastronomiebetriebs GmbH gesund, sagte der Verwalter. Auch an Besuchern habe es in beiden Lokalen nicht gemangelt.

Das Team um Sebastian Roelke hat in diesem Jubiläumssommer viel vor. „Wir eröffnen demnächst für zwölf Wochen eine temporäre Galerie in unseren Räumen mit bekannten zeitgenössischen Künstlern wie Thoralf Knobloch und Wieland Payer, kuratiert wird die Schau von erfahrenen Dresdner Museumsmachern“, erzählt Roelke. Damit soll an die Tradition angeknüpft werden, dass die Villa Marie seit den 1980er Jahren immer auch ein Treffpunkt der Kunst- und Kulturszene der Stadt gewesen ist. Die markante Villa am Blauen Wunder wurde 1860, noch vor dem Blauen Wunder erbaut, und hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Nach 1945 verfiel das Haus zusehends, auch nachdem es enteignet und an die kommunale Wohnungsverwaltung übertragen wurde. Dank dem Engagement einiger Denkmalschützer und der damaligen Dresdner Künstlerszene, die das Haus kurzerhand besetzten, ist es zu verdanken, dass heute noch steht. Nach 1990 rückübertragen und liebevoll saniert, ist sie auch noch heute der Öffentlichkeit zugängig.

Außerdem betreibt das Team in den kommenden warmen Tagen eine Sommerküche im Garten. An warmen Abenden gibt es Fisch, Fleisch und Gemüse vom Grill. In der Speisekarte setzt das Lokal auf eine Mischung aus Neuem und Traditionellem. „Es gibt Gerichte, die wir seit 25 Jahren unverändert auf der Karte haben“, so Roelke. Welche das sind, lässt er sich aber nicht entlocken.

Zukünftig setzt der Geschäftsführer auch auf soziale Netzwerke, wie Facebook und Instagram. Heute posten er und seine Mitarbeiter Fotos und freuen sich, wenn Gäste das Foto als Anregung für das abendliche Essen nehmen.

Das Thema Personalmangel, welches immer noch die Gespräche der meisten Gastronomen dominiert, kennt der Chef, aber bei ihm sei die Situation nicht ganz so angespannt. „Bei mir arbeiten insgesamt rund 30 Mitarbeiter, manche davon seit über 20 Jahren“, sagt er. Warum funktioniert bei ihm, was anderen so viele Sorgen bereitet? „Ich fasse überall selbst mit an, das finden die Mitarbeiter gut“, so Roelke. Außerdem habe er persönlich viel Verständnis für den Spagat zwischen Familie und Job. Während Läden wie von Stefan Hermann zwei Schließtage haben, öffnet die Villa Marie täglich. 

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