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Riesa

Neuer Elberadweg kann gebaut werden

Die Strecke zwischen Nünchritz und Leckwitz ist seit Jahren geplant. Bei der Umsetzung muss die Gemeinde einiges beachten.

Momentan endet das Pflaster noch in einer Art Feldweg, der bereits jetzt von manchen Radfahrern genutzt wird. Doch schon bald soll unterhalb des Wacker-Werkes ein asphaltierter Elberadweg verlaufen.
Momentan endet das Pflaster noch in einer Art Feldweg, der bereits jetzt von manchen Radfahrern genutzt wird. Doch schon bald soll unterhalb des Wacker-Werkes ein asphaltierter Elberadweg verlaufen. ©  Archiv/Sebastian Schultz

Nünchritz. Das jahrelange Warten hat ein Ende: Die Lücke am Elberadweg zwischen Nünchritz und Leckwitz kann noch dieses Jahr geschlossen werden. Der Nünchritzer Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung der Vergabe eines entsprechenden Bauauftrages an die Strabag zugestimmt.

 Das Unternehmen hatte bei der vorangegangenen Ausschreibung von allen fünf Bietern das wirtschaftlichste Angebot vorgelegt. Rund 370 000 Euro wird die Gemeinde für die Errichtung des Elberadweges unterhalb des Wacker-Werkes ausgeben müssen. 

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Der Bau kann nach Aussagen der Verwaltung bereits Anfang Juli beginnen. Wann genau die Bagger anrücken, steht derzeit aber noch nicht fest.

Die Situation für Radfahrer soll sich durch den etwa 1,4 Kilometer langen Lückenschluss deutlich verbessern. Bisher werden sie in Nünchritz von der Elbe hoch zur S 88 geleitet, müssen die stark befahrene Staatsstraße zweimal queren und gelangen in Leckwitz wieder auf den Radweg. 

Eine direkte Verbindung entlang der Elbe würde nicht nur die Sicherheit erhöhen, sondern auch die landschaftliche Attraktivität der Strecke steigern. Ein Gewinn für Anwohner und Touristen.

Schon seit fast einem Jahrzehnt drängt die Gemeinde auf einen Lückenschluss am Elberadweg. Dass das insgesamt rund 700 000 Euro teure Vorhaben nach jahrelangem Warten endlich umgesetzt werden kann, hängt vor allem damit zusammen, dass der Freistaat die Maßnahme mit rund 620 000 Euro unterstützt. 

Der Bau des Radweges durch die Strabag ist aber nur ein Teil des Projektes. Durch den Eingriff in die Natur müssen zudem Ausgleichsmaßnahmen vorgenommen werden, beispielsweise eine Aufforstung am Sportplatz in Zschaiten und eine Entbuschung der Sonnenterrassen nahe Leckwitz für die Eidechsen. Diese Maßnahmen sollen in einer separaten Ausschreibung im Herbst vergeben werden.

Ein Auge auf den Hochwasserschutz

Bis dahin könnte der neue Elberadweg zwischen Nünchritz und Leckwitz schon erste Formen angenommen haben. Der Bau soll bis Ende dieses Jahres abgeschlossen sein. Die Umsetzung des Vorhabens läuft allerdings anders als zunächst geplant. Ursprünglich war angedacht, den beim Bau entstehenden Aushub neben dem Weg liegenzulassen. 

Besonders bei SPD-Gemeinderat Udo Schmidt stieß dies auf Unverständnis. Schließlich kämpft der Vorsitzende der Bürgerinitiative Hochwasser Nünchritz 2013 seit Langem darum, dass der Abflussquerschnitt der Elbe nicht verkleinert wird. Nun gehe die Gemeinde nicht gerade mit gutem Beispiel voran, bemerkte Schmidt.

Doch laut Gemeindeverwaltung haben sich die Pläne im Zuge des Planfeststellungsverfahrens ohnehin geändert. Lediglich rund 200 Kubikmeter Mutterboden würden während der Bauphase zur Seite gelegt und hinterher wieder eingebaut. 

Alles andere, was ausgehoben wird, werde abgefahren. Teilweise sei das Boden, teilweise Mineralgemisch. Bereits durchgeführte Probenentnahmen hätten aber gezeigt, dass der Boden in Ordnung sei. Am Ende des Baus werde der Mutterboden links und rechts des Radweges angeschüttet und wieder begrünt.

Der neue Abschnitt des Elberadweges wird dann nahezu auf gleicher Höhe mit der ihn umgebenden Wiese liegen. Ursprünglich sollte er etwa zehn Zentimeter erhöht gebaut werden. Doch auch das wurde in der Planfeststellung verworfen.

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