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So wird Schloss Grillenburg zum Konferenzzentrum

Die TU Dresden will im Tharandter Wald einen zentralen Ort schaffen. Ein erstes Konzept liegt dazu vor.

Leerstand ade. Das Jagdschloss in Grillenburg soll als Tagungs- und Konferenzort wiederbelebt werden.
Leerstand ade. Das Jagdschloss in Grillenburg soll als Tagungs- und Konferenzort wiederbelebt werden. © Andreas Weihs

Diese Nachricht gibt Hoffnung für das Schlossensemble in Grillenburg. Die TU Dresden, die kürzlich ihren Titel als Exzellenz-Uni verteidigte, will das Areal künftig als Tagungs- und Konferenz-Zentrum nutzen. Darin waren sich am vergangenen Freitag bei einem Vor-Ort-Termin Ministerpräsident Michael Kretschmer, Innenminister Roland Wöller (beide CDU), Tharandts Bürgermeister Silvio Ziesemer (parteilos) und der Rektor der TU Dresden, Hans Müller-Steinhagen, einig. Auch Besuchern sollen die Gemäuer wieder offen stehen. 36 Millionen Euro sollen in das Gelände investiert werden. Grillenburgs Wahrzeichen solle zum Leuchtturm für die Region werden und positive Effekte für Wirtschaft und Tourismus haben. Die SZ gibt einen Überblick, wie nach ersten Vorstellungen das Ensemble genutzt werden soll.

1 (siehe Grafik) Das Jagdschloss soll als Hauptgebäude im Ensemble der zentrale Ort für Tagungen, Konferenzen oder Workshops sein, für welche die TU Dresden bisher stets nach Räumen habe suchen müssen, erklärt der TU-Rektor. Nicht nur die Universität mit ihren 28 Partnern des Wissenschaftsverbundes Dresden-Concept werde hier eingebunden, sondern auch die TU Bergakademie aus Freiberg. Kooperationen sind auch mit der Fakultät Forstwissenschaften der TU Dresden geplant, genauso mit dem Forstbotanischen Garten, die sich beide unweit davon in Tharandt befinden. Im Obergeschoss des im 16. Jahrhundert erbauten Jagdschlosses soll darüber hinaus ein Raum für Trauungen hergerichtet werden. Auch private Feiern sollen hier künftig möglich sein. 2011 ließ der Freistaat als Eigentümer des Jagdschlosses lediglich das Dach erneuern. Um das Denkmal weiter herzurichten, sollen nun etwa 6,5 Millionen Euro investiert werden. Dazu werde der Anbau, der südlich an das Schloss grenzt, abgerissen.

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© Grafik: SZ

2 Das Neue Jägerhaus soll, ähnlich wie das Jagdschloss, ebenfalls als Ort für Tagungen und andere Veranstaltungen dienen. Sowohl im Schloss als auch im Jägerhaus, das Ende der 30er-Jahre vom NSDAP-Gauleiter Martin Mutschmann errichtet wurde, ist Gastronomie vorgesehen. Die alten Gästezimmer im Dachgeschoss des Jägerhauses, die einst Jagdgesellschaften galten, sollen künftig wieder Gäste beherbergen. Da sich das Neue Jägerhaus in einem baulich wesentlich schlechteren Zustand als das Jagdschloss befindet, dürfte dies den Großteil der Investitionskosten verschlingen. Aus der Not heraus kaufte die Stadt Tharandt im Jahr 2006 das Gebäude, um zu verhindern, dass es in rechtsextremistische Hände gelangt. Während des Leerstandes unterlag das Haus Einbrüchen und Diebstählen. Teilweise ging dabei auch die wohl größte Intarsienwand Europas verloren.

3 Das langgezogene Gebäude, das unmittelbar an das Neue Jägerhaus grenzt, war die einstige Kegelbahn. Diese wurde zusammen mit dem Neuen Jägerhaus ebenfalls Ende der 30er-Jahre erbaut. Der Eingeschosser hat eine Nutzfläche von gut 100 Quadratmetern und soll auch in Zukunft erhalten werden. Möglich wäre es, das Gebäude künftig für Ausstellungen oder Ähnliches zu nutzen.

4 Dieses Gebäude gehört nicht zum Bestand. Aktuell befindet sich hier noch Wiese und Wildwuchs. Ziel ist es, in Verbindung mit der alten Kegelbahn einen Hotelneubau zu errichten. Knapp zehn Millionen Euro sind dafür vorgesehen. Inklusive der Gästezimmer, die im Obergeschoss des Neuen Jägerhauses geplant sind, soll es Platz für 140 Übernachtungsgäste geben.

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5 und 6 sind das ehemalige Personalgebäude, auch Gärtnerhaus benannt, als auch das etwas größere Hundezwingerhaus, südlich angrenzend an das Jagdschloss. Beide Gebäude befinden sich in einem schlechten baulichen Zustand. Eine Idee wäre es, die Häuser als Ferienwohnungen auszubauen. Der finanzielle Aufwand wäre hier aber erheblich und stünde vermutlich nicht im Verhältnis zum Mehrwert. Derzeit wird seitens der Planer daher eher von einem Abriss ausgegangen.

In die Pläne wird auch das Neue Jägerhaus eingebunden, das in einem schlechten baulichen Zustand ist.
In die Pläne wird auch das Neue Jägerhaus eingebunden, das in einem schlechten baulichen Zustand ist. © Andreas Weihs

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