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Wie wird Sörmitz vorm Verkehr geschützt?

Mit der Eröffnung der Brücke Schillerstraße könnte der Verkehr durch den Döbelner Ortsteil stark zunehmen. So reagiert die Stadtverwaltung.

Die Kreuzung der Blumenstraße/Oberranschützer Straße wird gepflastert. Das soll die Geschwindigkeit senken und die Durchfahrt unattraktiv machen.
Die Kreuzung der Blumenstraße/Oberranschützer Straße wird gepflastert. Das soll die Geschwindigkeit senken und die Durchfahrt unattraktiv machen. © Jens Hoyer

Döbeln. Der Bau der neuen Brücke Schillerstraße hat die längste Zeit gedauert. Parallel dazu beginnen jetzt begleitende Arbeiten. Die gelten unter anderem dem befürchteten Schleichverkehr durch Sörmitz, insbesondere über die Oberranschützer Straße. Die Stadt als Bauherr will es den Autofahrern möglichst unbequem machen, diese Abkürzung zur neuen Brücke zu fahren.

Der Hauptausschuss wird in seiner Sitzung in der kommenden Woche einen Auftrag über Baumaßnahmen zur Eindämmung des Schleichverkehrs vergeben. Wie die aussehen könnten, hatte die Stadt schon vor acht Jahren untersuchen lassen. Die Verkehrsexperten hatten damals unter anderem Pflasterungen in den Kreuzungsbereichen vorgeschlagen. Und genau die soll es auch geben.

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Keine Schwellen geplant

Gepflastert werden die Kreuzungen der östlichen und westlichen Blumenstraße mit der Oberranschützer Straße. Außerdem noch die Kreuzung Oberranschützer Straße/Karl-Liebknecht-Straße. Dabei sind aber keine Schwellen geplant, die die Geschwindigkeit drosseln sollen. „Der Fahrer soll merken, dass er jetzt auf einem anderen Terrain ist“, sagte Döbelns Baudezernent Thomas Hanns. 

Die gesamte Straße gehört wie das Wohngebiet zur Zone 30. Auf dem Abschnitt zwischen westlicher Kreuzung Blumenstraße und der Karl-Liebknecht-Straße, wo auch viele Fußgänger unterwegs sind und wo es keinen Fußweg gibt, will die Stadtverwaltung eine verkehrsberuhigte Zone einrichten. Dort dürften Autofahrer unter Rücksichtnahme auf die Fußgänger nur noch Schrittgeschwindigkeit fahren.

Damit erschöpfen sich die Vorkehrungen noch nicht. Am anderen Ende der Oberranschützer Straße in der Nähe zur Zschackwitzer Straße soll ein fehlendes Stück Fußweg ergänzt werden. Eine weitere Veränderung betrifft die Sörmitzer Straße. Dort ist geplant, eine Engstelle aufzuweiten und die Fahrbahn zu verbreitern, um den Autofahrern das gefahrlose Abbiegen aus der Wappenhenschstraße in Richtung Brücke zu ermöglichen. Dafür wird der vorhandene Fußweg ein Stück nach außen verlegt, sagte Hanns.

Rund 300 Autos pro Tag

Nach den Prognosen der Verkehrsexperten vor acht Jahren werden rund 300 Autos täglich über die Oberranschützer Straße rollen, wenn die Brücke in Betrieb ist. Das wäre nur ein winziger Teil der rund 7.000 Fahrzeuge pro Tag, die nach den Prognosen über die Brücke rollen werden. Für einen Teil der Häuser – nämlich die, die im direkten Planfeststellungsgebiet liegen, wurde auch die Lärmbelastung berechnet. Wo die Grenzwerte überschritten werden, kommen – neben einer Lärmschutzwand – auch Lärmschutzfenster zum Einsatz. Diese würden schon parallel zum Brückenbau eingebaut, so Hanns.

Kritiker wie der Döbelner Stadtrat Sven Weißflog (FW) bemängeln schon länger, dass die Brücke Schillerstraße in Richtung Osten zwar gut funktionieren wird, weil der Verkehr den Weg über den Dresdner Platz nehmen kann. Dass sie aber in Richtung Westen weit weniger verkehrswirksam ist, weil der Verkehr über den Kreisverkehr Wappenhenschstift und die Wappenhenschstraße zur Brücke rollen muss. 

Die Stadt hatte zwar eine Untersuchung für eine neue Verbindung zur Dresdner Straße durch die ehemalige Sandgrube vornehmen lassen, aber konkrete Pläne dafür gibt es derzeit keine.

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