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So wirkt sich die Corona-Krise auf die Gehälter aus

Wegen Covid-19 dürften die Löhne in vielen Branchen kaum noch steigen. Eine Studie zeigt jetzt, welche Berufe mit wie viel mehr Geld rechnen können.

Kranken- und Altenpfleger können mit einem überdurchschnittlichen Gehaltssprung rechnen.
Kranken- und Altenpfleger können mit einem überdurchschnittlichen Gehaltssprung rechnen. © dpa

Von Thorsten Mumme

Berlin. Die Corona-Krise bremst die Lohnentwicklung in Deutschland. Das geht jedenfalls aus einer Studie des Vergleichsportals Gehalt.de hervor, die dem Tagesspiegel vorliegt. Demnach werden die Gehälter in diesen Jahr insgesamt um 1,6 Prozent steigen, 2021 dann nur noch um 0,3 Prozent. Zum Vergleich: Zwischen 2009 und 2019 betrug die durchschnittliche Lohnsteigerungsrate laut Destatis 2,57 Prozent.

„Die Corona-Krise wird über alle Berufsgruppen hinweg zu einem Einbruch der Lohnsteigerungsraten führen“, sagt Philip Bierbach, Geschäftsführer von Gehalt.de. Da Arbeitgeber die meisten Entscheidungen zur Lohnpolitik für das laufende Jahr bereits vor der Corona-Krise getroffen hätten, seien die Auswirkungen erst mit Verzögerung vollständig spürbar, so Bierbach weiter.

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Stagnation bei Tourismus und Marketing

Die Studie zeigt auch Prognosen für einzelne Berufsgruppen. So erwarten die Experten bei Krankenpflegern überdurchschnittliche Gehaltssteigerungen. In diesem Jahr geht es demnach um 3,1 Prozent hoch, im folgenden immerhin noch um 2,1. Auch Altenpfleger könnten demnach mit Steigerungen um 2,6 beziehungsweise 1,9 Prozent rechnen.

Schlechter sieht es für die krisengebeutelten Branchen aus. Tourismuskaufleute können 2020 noch 0,9 Prozent Steigerung erwarten, im kommenden Jahr stagniert die Entwicklung der Prognose zufolge dann aber. Bei Marketing-Managern soll es ganz ähnlich aussehen.

Die Gehälter in der Reisebranche werden laut Prognose kaum steigen.
Die Gehälter in der Reisebranche werden laut Prognose kaum steigen. © dpa

Die Plattform Gehalt.de hat auf Basis von 15.299 Datensätzen auch ausgerechnet, was das in konkreten Zahlen bedeuten würde. Demnach könnten Krankenpfleger 2021 im Jahr 40.584 Euro verdienen; aktuell seien es 38.554 Euro. Besonders problematisch ist die langsame Lohnentwicklung vor allem im Tourismusgewerbe und bei Kassierern, da die Gehälter hier ohnehin niedrig sind. Nach der Prognose kämen Tourismuskaufleute im kommenden Jahr auf 31.167 und Kassierer auf 28.224 Euro.

Prognostizierte Gehaltsentwicklung ausgewählter Berufsgruppen; Bruttojahresgehalt im Median bei 40 Wochenstunden und 28 Urlaubstagen
Prognostizierte Gehaltsentwicklung ausgewählter Berufsgruppen; Bruttojahresgehalt im Median bei 40 Wochenstunden und 28 Urlaubstagen © Tagesspiegel/Thorsten Mumme/Quelle: Gehalt.de

All diese Zahlen sind Median-Werte, also nicht der Durchschnitt aller Gehälter, der durch Ausreißer verzerrt werden könnte, sondern der Wert, der in der Mitte liegt. Es sind Bruttojahresgehälter auf Basis einer 40-Stundenwoche und 28 Tagen Urlaub.

Gehalt.de verfügt nach eigenen Angaben über eine Gehaltsdatenbank mit 2,6 Millionen Datensätzen zu den Gehaltsstatistiken aus den vergangenen Jahren. Auf Grund dieser Zahlen, vor dem Hintergrund der Lohnentwicklungen zu Zeiten der Finanzkrise 2008/2009 und den Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt wurde die Prognose berechnet. Die für 2021 prognostizierte Lohnsteigerungsrate in der Gesamtwirtschaft liegt demnach knapp über dem Plus von 0,2 Prozent, wie er nach der Finanzkrise registriert wurde.

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Im Internationalen Vergleich dürften Deutschlands Beschäftigte mit diesen Zahlen aber noch durchaus gut dastehen. Im April hatte Statista Arbeitnehmer in China, den USA, Großbritannien und Deutschland gefragt, ob sie Einkommensverluste infolge der Coronakrise hinnehmen mussten. Während hierzulande nur 31 Prozent der Befragten das bejahten, waren es in Großbritannien immerhin schon 34 und in den USA 36 Prozent. In China beklagten sogar 55 Prozent Einkommensverluste wegen Covid-19.

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