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Soeg-Aufsichtsrat verliert seinen Chef

Der Oybiner Gemeinderat schickt einen neuen Vertreter in das Gremium, dem bisher Gerd Arnold vorstand. Eine kleine Chance für ihn gibt es aber noch.

Gerd Arnold (links) an der Seite von Soeg-Geschäftsführer Ingo Neidhardt.
Gerd Arnold (links) an der Seite von Soeg-Geschäftsführer Ingo Neidhardt. ©  Rafael Sampedro

Bei der Sächsisch-Oberlausitzer Eisenbahngesellschaft (Soeg) endet eine Ära: Gerd Arnold, der bisherige Aufsichtsratschef, wird dem Gremium wohl künftig nicht mehr angehören. Dafür haben die Oybiner Gemeinderäte gesorgt. Bisher war Arnold der Vertreter Oybins im Soeg-Aufsichtsrat und seit 2011 dessen Vorsitzender. Gern wäre er das geblieben, zumindest hatte ihn der Lückendorfer Förderverein, der fünf von zwölf Oybiner Gemeinderäten stellt, wieder vorgeschlagen. 

Doch unter den anderen Räten formierte sich Widerstand gegen die Personalie. Steffen Spata von der Bürgerliste unabhängiger Wähler (BuW) erklärte, dass er Herrn Arnold nicht kenne. Einzelne Räte erhoffen sich auch mehr Informationen aus dem Aufsichtsrat. Gerd Arnold sei damals aus diesem Grund gewählt worden, da der ehemalige Oybiner Bürgermeister Hans-Jürgen Goth (Linke) den Gemeinderat nicht so richtig informiert habe, meint Conrad Siebert von der BuW. 

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In den Ausschusssitzungen habe Arnold über die Soeg-Arbeit berichtet, sagt Oybins jetziger Bürgermeister Tobias Steiner (SPD). Anscheinend nicht ausreichend genug. Anders lässt sich das Votum gegen den 78-Jährigen kaum erklären. 

Dass die Interessen Oybins weiterhin vertreten werden, dafür will Siebert sorgen. Er setzte sich in der Kampfabstimmung gegen Gerd Arnold durch, der nur die fünf Stimmen des Lückendorfer Fördervereins erhielt. "Jetzt musst du liefern", sagte Gemeinderat Spata nach der Bekanntgabe des Ergebnisses in Richtung seines Fraktionskollegen.

Er akzeptiere demokratische Prozesse, kommentiert Soeg-Geschäftsführer Ingo Neidhardt die Personalentscheidung. Gleichzeitig sieht er aber auch Chancen, dass Gerd Arnold doch noch in den Aufsichtsrat einzieht. Neben Oybin berufen die Gemeinden Olbersdorf, Bertsdorf-Hörnitz und Jonsdorf, die Stadt Zittau und der Kreistag ihre Vertreter in das Gremium. In Zittau ist bereits Oberbürgermeister Thomas Zenker (Zkm) gewählt worden. Auch Olbersdorf, Bertsdorf-Hörnitz und Jonsdorf haben bisher ihre Bürgermeister in den Soeg-Aufsichtsrat entsandt. 

Als berufener Bürger könnte Gerd Arnold theoretisch noch über den Kreistag gewählt werden. Bisher wird der Landkreis von Kämmerer Thomas Gampe sowie den Kreisräten Tobias Steiner (SPD), Günter Vallentin (CDU) und Jens Hentschel-Thöricht (Linke) vertreten. Alle drei Räte sind wieder in den Kreistag gewählt worden. Einer von ihnen müsste zugunsten von Gerd Arnold auf eine Kandidatur für den Soeg-Aufsichtsrat verzichten. Steiner, der sich erneut bewerben will, sieht diese Aufgabe eher bei der CDU, da auch Arnold CDU-Mann ist.

Der neue Kreistag wird im Oktober seine Soeg-Vertreter bestimmen. Erst danach werde sich das Gremium zusammenfinden und erst dann wisse man, wer drin ist, sagt Neidhardt. Gerd Arnold habe seiner Meinung nach viel vorangebracht und er könne sich keinen besseren Aufsichtsratschef vorstellen. Auch Tobias Steiner lobt Arnold für seine bisherige Arbeit. Aber manchmal müsse man auch neue Köpfe zulassen, fügt der Oybiner Bürgermeister hinzu.

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