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Sörnewitz: Im Alten Gasthof sollen einmal betagte Künstler wohnen

Vorhaben. Neuer Verein stellte erste Ideen zur rettung und späteren Nutzung der Ruine vor.

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Von Torsten Oelsner

In einem sind sich in Sörnewitz alle einig: Um den alten Gasthof in der Ortsmitte ist es schade und es muss etwas geschehen.

Inzwischen haben sich gut zwei Dutzend Engagierte im neuen „Förderverein Alter Gasthof“ zusammengetan. Der Vorstand des neuen Vereins hatte für Dienstag in den Handwerkerhof Sörnewitz eingeladen, um sich und vor allem seine Gedanken und Ideen rund um den Gasthof vorzustellen.

Keine Konkurrenz im Ort

Wichtig sei vor allem die Sicherung des Gebäudes. „Noch einen Winter übersteht das Haus nicht“, sagte Kunstprofessor Rainer Beck. Mit jedem Gewitter, das in den offenen Saal rausche, gehe weitere wertvolle Substanz verloren. Elvi Schmidt, eine in Sörnewitz lebende Lehrerin im Vorruhestand, erläuterte Ideen einer möglichen späteren Nutzung. Hauptanliegen dabei sei, dass man niemandem im Ort Konkurrenz machen wolle. Weder der Theatertruppe und dem Heimatverein, noch der ansässigen Gastronomie. Der Grundgedanke, mit dem man an Fördermittel zu kommen hofft, sei, dass das Haus später eine Art Altersheim für betagte Künstler sein könnte. Doch auch der jungen Coswiger Kulturszene solle das Objekt zur Verfügung stehen. Ergänzend könnte ein Imbiss für Radler und ein Souvenierladen hinzukommen, so Elvi Schmidt.

Der Einladung des neuen Vereins waren rund 50 Sörnewitzer gefolgt, darunter auch zahlreiche verantwortliche Mitglieder des bereits etablierten Sörnewitzer Heimatvereins. Die Aufnahme der „Neuen“ war durchaus wohlwollend, auch wenn zahlreiche skeptische Nachfragen aus dem Publikum kamen. Doch darauf war Ina Vogt, die Sprecherin des Vereins, vorbereitet. „Wichtig ist die Klärung der Eigentumsverhältnisse“, betonte die Rechtsanwältin. Noch gehöre das Haus einem mittellosen Münchner. Im Grundbuch stehe eine Grundschuld über 260 000 Mark, zugunsten der Landesbank Baden-Württemberg. Die Bank hätte die Akte Gasthof allerdings aus dem Archiv holen müssen, so Ina Vogt. Dennoch sei nicht klar, ob man ihn deshalb umsonst bekomme. Die Stadt Coswig habe immerhin die Summe zugesichert, die sie ohnehin für einen Zaun um die Ruine hätte aufwenden müssen.

Kontakt Förderverein: Ina Vogt 03523/534376 oder Elvi Schmidt 03523/535055.