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Software-Unternehmen wächst schneller

Uwe Hofmanns Firma heißt jetzt Masterplan IT. Von Görlitz und Dresden aus betreut sie Firmen – bis in den Schwarzwald.

© nikolaischmidt.de

Von Ingo Kramer

Görlitz. Eine Frage bekommt Uwe Hofmann von seinen Kunden oft zu hören: „Haste einen Plan?“ Ja, den hat er. Und um das noch deutlicher zu machen, heißt seine Firma an der Rauschwalder Straße 42 seit diesem Jahr nicht mehr PC Point, sondern Masterplan IT. Ein dreiviertel Jahr lang hat der Geschäftsführer mit der Görlitzer Agentur Kirschgrün an einem neuen Namen und dem dazu passenden Erscheinungsbild gefeilt. „Naja“, räumt Uwe Hofmann ein, „wenn man seit mehr als 20 Jahren am Markt etabliert ist, ist eine Umbenennung natürlich nicht einfach.“ In seiner Kundendatei stehen immerhin rund 2000 Namen.

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Sie alle an einen neuen Namen zu gewöhnen, ist das eine. Das andere sind die Kosten. Alles muss neu angefertigt oder beschriftet werden, von Visitenkarten und Briefbögen über Türen und T-Shirts bis hin zur Internetseite und den Firmenfahrzeugen, die sogar umgemeldet werden müssen, weil der bisherige Halter PC Point ja nicht mehr existiert. Darüber, was er von dem Geld hätte kaufen können, denkt Uwe Hofmann lieber nicht nach.

„Aber die Umbenennung war wirklich nötig“, sagt er. Der alte Name stammt von 1993, als er das Unternehmen zusammen mit der zweiten Geschäftsführerin Sonnhild Landgraf aus Dresden gründete. „Damals haben wir überwiegend Computer und Zubehör an Firmen verkauft, da passte der Name“, blickt der 54-Jährige zurück. Inzwischen aber hat sich die Firma zu einem modernen IT-Dienstleister entwickelt, der den Unternehmen komplette und individuelle Lösungen anbietet.

Mit dem Wandel stieg die Mitarbeiterzahl. „1993 haben wir zu viert begonnen, zwei Geschäftsführer und zwei Mitarbeiter“, sagt Uwe Hofmann. Drei der vier sind heute noch dabei. Die Firma wuchs zu keinem Zeitpunkt rasant, sondern eher allmählich: „2012 waren wir zehn Leute.“ Erst danach ging es schneller denn je bergauf: Von zehn auf 15 in vier Jahren.

Ein reiner Software-Programmierer ist Masterplan IT allerdings nicht. Unter den 15 Kollegen sind nur zwei Programmierer, dafür aber gleich sechs Techniker. Sie installieren Server und Netzwerkverbindungen zwischen den Standorten, warten die Technik und den Virenschutz, installieren auch Software-Updates. Die Techniker verbringen etwa die Hälfte der Zeit beim Kunden, die andere Hälfte im Büro, zum Beispiel mit der Fernwartung. Die beiden Programmierer hingegen sind zu 80 Prozent im Haus, setzen Softwareprojekte auf und installieren sie beim Kunden. Der Rest der Belegschaft sind Vertriebs-Mitarbeiter, Büroangestellte, aber auch ein Lehrling. „Abgesehen von einer Bürokauffrau haben wir sehr lange nicht ausgebildet, weil wir keinen geeigneten Lehrling gefunden haben“, sagt der Chef. Die Ansprüche sind hoch, am Liebsten hätte er gern Abiturienten, doch die wollen lieber studieren. Wichtig sind gute Leistungen in Mathe, Physik, aber auch Deutsch. Seit Herbst hat die Firma nun tatsächlich einen Azubi zum IT-Systemelektroniker, der aus Görlitz stammt und einen guten Realschulabschluss hat.

Doch nicht nur die Suche nach Lehrlingen ist schwerer geworden als in den 1990er Jahren. „Wenn wir eine Techniker- oder Programmiererstelle besetzen wollen, benötigen wir heute meist ein halbes Jahr“, sagt Uwe Hofmann. Es braucht Menschen, die gut ausgebildet sind, bei denen aber auch die Chemie stimmt. Um an solche Leute zu kommen, muss er heute auf allen Kanälen gleichzeitig aktiv sein: Auf der eigenen Internetseite, auf anderen Portalen, aber auch mit Zeitungsanzeigen: „Es ist wichtig, immer im Gespräch zu bleiben.“

Gleiches gilt auch für neue Kunden. Die Masse der 2000 Namen in der Datei sind nämlich Karteileichen. „Binnen drei Jahren haben wir etwa 300 aktive Kunden“, sagt er. Davon wiederum sind etwa 40 jedes Jahr mit größeren Wünschen aktiv. Großkunden in Görlitz sind beispielsweise das DRK oder die Diakonie, daneben auch viele Betriebe, beispielsweise aus dem Handwerk. Allerdings sei auch die Verteilung auf die zwei Standorte wichtig. In Görlitz arbeiten neun Mitarbeiter, in Dresden sechs. Und die Kunden sitzen etwa zur Hälfte in und um Görlitz, zur anderen Hälfte in Dresden und weiter weg – bis an die Nordsee, in die Pfalz und den Schwarzwald.

Wer einmal ein echter Großkunde ist, bleibt es meist auch, tauscht alle drei bis fünf Jahre die Servertechnik und die PCs aus und wechselt maximal alle zehn Jahre die Software. Dazwischen gibt es auch mal Phasen, in denen die Kunden keine Wünsche haben. Und manchmal gehen auch Kunden verloren, zum Beispiel, wenn Firmen schließen oder von anderen übernommen werden. „Deshalb ist es wichtig, ständig auf Neukundenakquise zu gehen“, sagt der Chef, der ursprünglich aus Dippoldiswalde stammt und 1986 nach Görlitz gezogen ist, in die Heimatstadt seiner Frau. Gleichzeitig muss die Firma immer mit der aktuellen Entwicklung Schritt halten und Softwareprodukte anbieten, die mitwachsen. Kurzum: Einen Plan haben. Einen Masterplan für die IT, um genau zu sein.