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Sohländer Bäckerei Strempski gibt auf

Davon sind auch die beiden Filialen in Reichenbach und Markersdorf betroffen.

Von Constanze Junghanss

Wieder schließt ein Geschäft auf dem Reichenbacher Markt. Die Bäckerei Strempski macht aber nicht nur die Filiale in der Kleinstadt dicht, sondern auch die beiden Standorte in Sohland und Markersdorf. Heute ist der letzte Verkaufstag. Damit endet eine 60-jährige Familientradition. „Die finanziellen Belastungen sind so groß geworden, dass wir das Handtuch werfen müssen“, sagt Bäckereiinhaber Karsten Strempski.

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Auch, wenn die Mietpreise für die Geschäfte in Reichenbach und Markersdorf noch moderat wären, sind die Nebenkosten für den kleinen Betrieb mittlerweile fast unerschwinglich geworden. Das betrifft auch die Kosten für die Zutaten. Hinzu kommt die Konkurrenz. Allein in Reichenbach gibt es drei weitere Bäcker-Filialen, eine davon auf dem Markt, zwei in den Einkaufsmärkten. „Auf die Dörfer kommen mobile Bäckereien“, sagt er.

Die Geschäftsaufgabe fällt Karsten Strempski alles andere als leicht. Schon längere Zeit habe er sich mit dem Gedanken getragen und immer wieder versucht, das Unternehmen am Laufen zu halten. Auch, weil mit dem Wegfall der Filialen die drei Mitarbeiterinnen ihren Teilzeit-Job verlieren. Bäcker ist Karsten Strempski mit Leib und Seele, wie er erzählt. Nun will er versuchen, schnellstmöglichst eine Festanstellung zu bekommen. Wie es mit den Läden weiter geht, kann er auch noch nicht sagen. So schnell wird wohl kein Nachmieter gefunden werden. Das Haus in Sohland gehört zur Familie. Auch die Reichenbacher wären froh, wenn das Geschäft schnell wieder belebt wird. Denn erst in diesem Jahr schlossen auf dem Markt der Schmuckladen und die Fleischerei. Die Ladenzeile verwaist zusehens.

„Bei den Schließungen in der Innenstadt geht der Kleinstadtcharakter weiter verloren“, sagt Petra Symank. Sie kaufte gern ab und an bei Strempskis ein. „Jetzt vereinsamt Reichenbach wohl immer mehr“, befürchtet sie. Auch die Geschäftsinhaber und Verkäufer der anderen Läden äußern solche Bedenken.

Ingrid Exner, die in der Pfennig-Oase arbeitet, sagt: „Jede weitere Schließung zieht einen Rattenschwanz nach sich. Wir leben doch von der Laufkundschaft, die von einem Geschäft zum nächsten kommt.“ Große Hoffnungen setzten viele Geschäftsleute nun auf den geplanten Netto-Markt und den Umzug der Volks- und Raiffeisenbank zum Markt. Beides wird noch mindestens bis in die zweite Jahreshälfte 2014 dauern. Auch Bäckermeister Karsten Strempski hatte darauf gehofft.