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Sachsens Toptalent macht's wie der Rekordweltmeister

Die Sohlanderin Jenny Nowak ist Junioren-Weltmeisterin in der Nordischen Kombination. Ihrem Idol Eric Frenzel will sie auch bei Olympia nacheifern.

Bei den Junioren-Weltmeisterschaften in Oberwiesenthal Anfang März traf Jenny Nowak ihr großes Vorbild, Olympiasieger Eric Frenzel.
Bei den Junioren-Weltmeisterschaften in Oberwiesenthal Anfang März traf Jenny Nowak ihr großes Vorbild, Olympiasieger Eric Frenzel. © Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

Sohland. Vor dieser jungen Deutschen könnte die Konkurrenz in der Nordischen Kombination schon bald mächtig zittern. Jenny Nowak vom Skiclub Sohland wird im August 18 und hat kürzlich in Oberwiesenthal den Junioren-Weltmeistertitel und mit drei Teamkollegen Silber im Mixed-Wettbewerb gewonnen.

„Ich bin in dieser Wintersaison schon in der höchsten Klasse gestartet, die es bei den Frauen gibt“, erzählt Nowak nach dem vorzeitigen Saisonende. „Auch bei uns wurden die letzten Wettkämpfe wegen Corona abgesagt.“ Die höchste Klasse ist bei den Kombinierer-Frauen der Continental Cup, der erst 2017 im Programm des Ski-Weltverbandes aufgenommen wurde.

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Faszinierende Mischung

Nowak belegte in der Gesamtwertung mit 194 Punkten als beste Deutsche Rang elf. Der Gesamtsieg ging an Tara Geraghty-Moats aus den USA, die 660 Zähler sammelte. Beim Auftaktwettkampf im amerikanischen Park City gelang der Sohlander Kombiniererin mit Platz drei sogar der Sprung aufs Podest. 

„Mich fasziniert die Kombination von zwei verschiedenen Sportarten, also Skispringen und Langlauf“, sagt Nowak, deren Familie in Cunewalde zu Hause ist. „Es ist nicht einfach, den perfekten Ausgleich zwischen den beiden Disziplinen zu finden. Das macht die Nordische Kombination so besonders.“

Bei ihrem Weltmeistertitel in Oberwiesenthal schockte die 17-Jährige die Konkurrenz mit einem Satz auf 98 Meter. Das war beim Langlaufstart ein umgerechneter Vorsprung von 26 Sekunden auf die Norwegerin Gyda Westvold Hansen – immerhin Gesamtdritte im Continental Cup. Doch Nowak ließ auch beim Fünfkilometer-Lauf in der Loipe nichts anbrennen und rannte die Konkurrenz in Grund und Boden. Im Ziel hatte sie mehr als 45 Sekunden Vorsprung auf Hansen.

Start bei den Spezialistinnen möglich

„Meine Stärke ist vor allem, dass ich die Nerven behalten kann und mich immer voll auf mich konzentriere“, so Nowak. Hinzu kommt ihr Fleiß bei der Saison-Vorbereitung. „Ich trainiere eigentlich jeden Tag. Manchmal haben wir am Wochenende frei. Jetzt nach der Saison haben wir etwas ruhigeres Training – also ein bisschen Athletik. In den Sommerferien, wenn ich am meisten frei bekomme, fahre ich noch mit meinen Eltern in den Urlaub. Vergangenes Jahr waren wir in Barcelona.“

Was Nowak auszeichnet, ist ihre Zielstrebigkeit. „Ich habe die ganze Zeit auf so einen Höhepunkt wie die Junioren-WM in Oberwiesenthal hingearbeitet, also seit ich überhaupt Leistungssport betreibe.“ Und das ist mehr als ein Jahrzehnt. Ihre ersten Sprünge absolvierte sie von der kleinsten Schanze im Sohlander Tännicht. 

2015 wechselte das Talent zum Bundesstützpunkt nach Klingenthal. „Ich habe mich dort in der letzten Saison mehr auf die Nordische Kombination spezialisiert“, erzählt Nowak. „Deswegen wird es immer schwerer, mit den Spezialspringerinnen mitzuhalten. Aber wenn sich die Möglichkeit ergibt, werde ich vielleicht auch an reinen Sprungwettbewerben teilnehmen.“

Das Abitur wird gestreckt

Die Voraussetzungen, um international ganz nach oben zu kommen, sind in Klingenthal gegeben. „Wir haben gute Schanzen und eine Rollerbahn. Das ist schon perfekt. Und wir haben derzeit ein sehr gutes Team in Deutschland. Die anderen Sportler sind auch in meinem Alter. Mein größter Wunsch ist es, weiterhin gesund zu bleiben und bei der Heim-WM im nächsten Jahr dabei zu sein“, erzählt sie.

2021 finden die Titelkämpfe in den nordischen Wintersportarten in Oberstdorf statt. Und 2022 stehen dann für Nowak die Abiturprüfungen auf dem Programm. „Das Abitur strecke ich bis dahin. Meine Lieblingsfächer sind Englisch und natürlich Sport. Und mein größtes sportliches Vorbild ist der dreifache Kombinations-Weltmeister Eric Frenzel.“ 

Noch vor dem Abitur will sie sich ihren Traum erfüllen – im Februar 2022 bei den Olympischen Spielen in Peking starten. Corona ist dann hoffentlich kein Thema mehr.