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Sohlander Baude wartet auf neuen Wirt

Das Gasthaus auf der Prinz-Friedrich-August-Höhe ist seit Anfang des Jahres geschlossen. Das soll sich bald ändern.

© Uwe Soeder

Von Katja Schäfer

Sohland. Vor verschlossenen Türen stehen derzeit Wanderer, die in der Prinz-Friedrich-August-Baude oberhalb von Sohland einkehren wollen. Das traditionsreiche Gasthaus ist geschlossen. Seit Anfang Februar dieses Jahres schon. Zu diesem Zeitpunkt gab Andreas Willkommen auf, der knapp zwei Jahre lang Wirt der Baude war. „Es lief nicht gut“, nennt Gisela Paulick die Gründe dafür. Sie und ihr Mann Wolfgang sind Eigentümer des Gasthauses, zu dem vier Gästezimmer, eine kleine Wohnung, ein Aussichtsturm, ein Biergarten, eine Minigolf-Anlage und ein Spielplatz gehören.

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„Es ist sehr, sehr schade, dass die Baude zu ist. Dadurch kann auch unser einziger Aussichtsturm gegenwärtig nicht bestiegen werden. Das betrübt mich“, sagt Christine Herold von der Touristinformation der Gemeinde Sohland. Lobend erwähnt sie, dass Paulicks, die im Ort wohnen, zur Baude fahren und den Turm aufschließen, wenn sich Leute anmelden, die ihn gern besteigen wollen. – Das soll jedoch bald nicht mehr nötig sein. Die Besitzer haben jetzt einen neuen Betreiber für das Gasthaus am Rande von Sohland gefunden.

Wiedereröffnung am 1. September

„Es gab mehrere Interessenten“, berichtet Gisela Paulick. Entschieden haben sie sich für einen Mann, der derzeit in Leipzig tätig ist, aber aus dem Sohlander Ortsteil Wehrsdorf stammt. Mündlich sei schon alles geklärt, dieser Tage soll der Vertrag unterschrieben werden. „Wir sind sehr froh, jemanden gefunden zu haben, dem die Gegend hier nicht fremd ist und der was vom Fach versteht“, sagt Gisela Paulick.

Das trifft auf Martin Warmuth zu. Er wuchs in Wehrsdorf auf, hat 20 Jahre dort gelebt. „Die Baude kenne ich schon aus meiner Grundschulzeit. So manche Wanderung mit der Klasse führte dorthin“, erzählt der 33-Jährige am Telefon. Derzeit lebt und arbeitet er in Leipzig. Neben seiner Anstellung als Koch baute er dort sein eigenes Catering-Unternehmen auf, die St. Martin Gastro und Catering Gesellschaft. Bevor Martin Warmuth vor zwei Jahren in die Stadt an der Pleiße wechselte, war er sieben Jahre lang Küchenchef in Dresden. Die Sohlander Prinz-Friedrich-August-Baude will er am 1. September dieses Jahres wiedereröffnen und sich dann voll und ganz auf ihre Betreibung konzentrieren. Alle anderen beruflichen Tätigkeiten wird er dafür aufgeben.

Gisela und Wolfgang Paulick freuen sich auf den neuen Pächter und hoffen, dass damit Kontinuität einzieht. Denn in den letzten Jahren hat die Baude einiges Auf und Ab erlebt. Nachdem die langjährige Wirtin aufgehört hatte, war das Gasthaus seit Ende 2014 geschlossen. Ein reichliches Jahr später trat Andreas Willkommen an, der bis dahin ein Vereinshaus in Krippen geführt hatte. Die Neugier und die Erwartungen der Leute waren groß. Ebenso die Freude darüber, dass die Baude wieder geöffnet ist, die sowohl für Wanderer und Radfahrer als auch für Wintersportler als beliebtes Ziel gilt und gern für Firmen und private Feiern genutzt wird. Rund 65 Plätze bietet sie.

Einiges Auf und Ab

Doch der Wirt, der laut eigenen Angaben parallel auch eine Raucher-Kneipe in Dresden-Leuben und im Sommer den Kiosk im Schwimmbad in Cunnersdorf bei Königstein betrieb, konnte mit seinen Angeboten offensichtlich nicht überzeugen. Schon ein halbes Jahr nach seinem Start klagte er über zu wenig Gäste. „Der Zuspruch ist lange nicht so, wie wir ihn brauchen“, sagte er im Dezember 2016 gegenüber der Sächsischen Zeitung.

Errichtet wurde die Baude auf der 470 Meter hohen Prinz-Friedrich-August-Höhe im Jahr 1900. Gisela und Wolfgang Paulick erbten sie von einer Tante. Bis 1990 lief das Haus unter Regie der DDR-Handelsorganisation HO und diente als Gewerkschafts-Ferienheim. Nach der politischen Wende übernahmen Paulicks das Objekt wieder in Privateigentum und brachten es nach und nach auf Vordermann. Der 24 Meter hohe Aussichtsturm bekam neue Treppen. Gasträume und Gästezimmer wurden renoviert, Installationen erneuert, die Küche modern ausgestattet, ein neuer Heizkessel installiert und vieles mehr.