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Sohlander Landfrauen lassen die Kugeln rollen

Sohland. Die Gruppe um Renate Pohle trifft sich seit 15Jahren mindestens einmal im Monat. Das Programm reicht vom Bowling bis zur Lesung.

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Von Katja Schäfer

Gespannt schauen alle auf die Bowling-Kugel, die mit mäßigem Tempo ihrem Ziel entgegen rollt. Als sie es erreicht und fünf Pins umwirft, ertönen anerkennende Rufe. Aber auch so mancher Scherz wird gemacht. – Die Stimmung an der Bowlingbahn am Sohlander Markt ist prächtig, als sich Mitglieder des örtlichen Frauentreffs versammelt haben. „Einmal im Monat gehen wir Kegeln. Bisher waren wir immer im Schützenhaus, wo es noch eine alte Kegelbahn gibt. Aber weil dort jetzt umgebaut wird, mussten wir uns was Neues suchen“, erzählt Vereinschefin Renate Pohle. Viele der Frauen halten zum ersten Mal eine Bowlingkugel in der Hand. Ihren Spaß haben sie trotzdem. Auch die Atmosphäre in der Anlage des Restaurants „Lindenblatt“ gefällt ihnen gut. Und so wird gleich der nächste Termin vereinbart. Das gemeinsame Kegeln oder Bowlen ist jedoch nur eine von vielen Aktivitäten der Sohlander Landfrauen. Seit 1993 gibt es die Gruppe. „Angefangen hat es damit, dass ich in der Gemeindeverwaltung gefragt habe, ob es in Sohland irgendwas gibt, wo sich Frauen treffen können“, erinnert sich Renate Pohle. „Frau Grunert und ich haben dann das erste Treffen organisiert.“ Seither gibt es jeden Monat eine Zusammenkunft und zusätzlich den Kegeltreff. „Wir gehören zum Kreisverein Bautzen und sind Mitglied im Sächsischen Landfrauenverband“, erklärt die Chefin. Ihr Domizil haben die Frauen in der Rösselburg.

22 Frauen zwischen 55 und 80Jahren sind gegenwärtig mit von der Partie. „Ich gehöre seit zwei Jahren dazu und ich möchte es nicht mehr missen. Das Schöne daran ist die Gemeinsamkeit“, sagt Ilona Plau. Bei der Aufzählung, was sie schon alles erlebt haben, reden alle Frauen durcheinander. Wanderungen, Lichtbildervorträge, Radtouren, Stadtführungen, Museums- sowie Theaterbesuche werden genannt „Wir sind kein Klatschverein, treffen uns nicht nur zum Kaffeetrinken“, betont Renate Pohle, der es Spaß macht, alles zu organisieren. „Ich war viele Jahre in der Ökonomie tätig, unter anderem hier in Sohland in der Plaste. Da gab’s immer was auf die Beine zu stellen, zum Beispiel Weihnachtsfeiern“, denkt sie zurück. Die Chefin des Frauentreffs hat den Anspruch, dass die Gruppe einmal im Jahr was für das Gemeinwohl tut. So wurden Socken für Tschernobyl-Kinder gestrickt, Bewohner des Pflegeheimes mit einem Musiknachmittag sowie zwei selbst gestalteten Adventskränzen erfreut oder Fett-Schnitten fürs Stauseefest geschmiert. „Ich freue mich immer sehr auf unsere Treffen“, erzählt Dora Jeremies. Sie kam zum Verein, nachdem ihr Mann gestorben war. „Die Gemeinschaft hat mir geholfen, drüber hinwegzukommen“, ist sie dankbar.

Kontakt (035936) 37984

www.saechsischelandfrauen.de