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Argus schnappt bisher 95 Verdächtige

Nach einem halben Jahr zieht die Sonderkommission der Görlitzer Polizeidirektion Bilanz. Die Ermittler sehen sie positiv.

Kontrolle im Grenzgebiet: Die Soko Argus ist dabei mit der Bereitschaftspolizei unterwegs.
Kontrolle im Grenzgebiet: Die Soko Argus ist dabei mit der Bereitschaftspolizei unterwegs. © Polizei

Der letzte Ermittlungserfolg der Sonderkommission Argus liegt erst ein paar Tage zurück. Am vergangenen Donnerstagnachmittag sowie Freitagvormittag nahmen Beamte der Soko mehrere Tatverdächtige zu zahlreichen Einbrüchen fest. Sie sollen in den vergangenen Wochen in Görlitz begangen worden sein. 

Einbrecherbande gestellt

Bei zwei Deutschen, 19 und 20 Jahre alt sowie einem 29-jährigen Polen klickten am Donnerstag die Handschellen. Eine 22-jährige Deutsche suchten die Uniformierten am Freitag auf und nahmen sie ebenfalls fest. Der Bande wird vorgeworfen, für einen Großteil der Einbrüche in Wohnungen, Gewerbeobjekte und Keller zur Tages- sowie Nachtzeit in Görlitz verantwortlich zu sein. Den Festnahmen gingen umfangreiche Ermittlungsmaßnahmen der Kriminalisten voraus. Bei Durchsuchungen fanden die Beamten Diebesgut im Wert von rund 20.000 Euro. Einer von mehreren Fällen allein im Juni, die die Beamten der Sonderkommission zu den Akten legen können.

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Mitte November hatte die Soko Argus in der Polizeidirektion Görlitz die Arbeit aufgenommen. Hauptaufgabe: Bekämpfung der grenzüberschreitenden Kriminalität. Jetzt zieht sie eine Halbjahresbilanz. Vor allem mit besonders schwerem Diebstahl hatte Argus demnach zu tun. Über die Hälfte der Fälle gehört zu den Eigentumsdelikten. Der höchste Schaden kommt dann auch aus diesem Bereich, insgesamt rund 1,4 Millionen Euro. 

Wahrscheinlich Serientäter an der Grenze aktiv

Bis Ende Mai bearbeiteten die Beamten der Soko insgesamt 308 Ermittlungsverfahren mit 95 Tatverdächtigen. Einige von ihnen traten mehrfach in Erscheinung. Die Sonderkommission geht davon aus, dass sie mit hoher Wahrscheinlichkeit Serientäter sind. Von den Verfahren wurden bisher 156 Fälle aufgeklärt. Bei den Diebstählen waren es von 159 Fällen 74 geklärte.  Die Soko setzte zudem verstärkt auf zweisprachige Zeugenaufrufe und Geldauslobungen - wie zuletzt über 12.500 Euro. 

Gemeinsam mit der Bereitschaftspolizei war die Soko seit Dezember bei 46 Einsätzen im Grenzgebiet aktiv. An drei dieser Aktionen nahmen zudem Bundespolizei und Zoll teil. Ergebnisse unter anderem: 167 Straftaten, 1.059 Ordnungswidrigkeiten, 48 Fahndungstreffer. Bis Mitte Juni waren mehr als 1.300 Bedienstete der Polizeidirektion, davon 500 Mal Kollegen der Soko,  und rund 1.800 Bereitschaftspolizisten im Einsatz. 

Kontrollen von Rothenburg bis Zittauer Gebirge

Die jüngste große Aktion fand zwischen dem 17. und 24. Juni statt. Von Rothenburg bis in das Zittauer Gebirge wurden insgesamt 450 Personen und knapp 280 Fahrzeuge kontrolliert. Ergebnis: drei Strafanzeigen, fast 40 Ordnungswidrigkeiten und zwei Fahndungstreffer. Darunter  befindet sich eine Ausschreibung aufgrund einer Wiedereinreisesperre, ein Verstoß gegen das Betäubungsmittel- und Waffengesetz sowie eine Anzeige wegen des Verdachts der Hehlerei.

Am Nachmittag des 18. Juni beispielsweise versuchte sich in Zittau am Lusatiaweg eine Person der Kontrolle zu entziehen. Nach kurzer Verfolgung stellten die Ordnungshüter den 34-Jährigen. Der Landkreis Görlitz hatte dem Polen das Recht der Freizügigkeit bereits im Jahr 2014 aberkannt. Die Sperre gilt bis 2030. Die Bundespolizei hat die Ermittlungen übernommen. 

An der Robert-Bosch-Straße in Görlitz überprüften Einsatzkräfte am 16. Juni einen Renault Master. Im Transporter befanden sich unter anderem motorgetriebene Gartengeräte sowie 28 Fahrräder. Die Beamten stellten die Ladung des Fahrzeuges sicher. Den 44-jährigen polnischen Tatverdächtigen erwartet eine Anzeige wegen des Verdachts der Hehlerei. Die Soko Argus führt die weiteren Ermittlungen. Die Kriminalisten prüfen nun, ob es sich bei allen Gegenständen um Diebesgut handelte. Einzelne Zweiräder konnten sie bereits Diebstählen zuordnen.

Sonderkommission im Corona-Einsatz

Corona-Kontrollen fanden ebenfalls Eingang in die Arbeit der Soko Argus. Von März bis Mai unterstützten die Kollegen Polizeireviere, die Verkehrspolizei und den Führungsstab der Direktion. Rund 1.200 Fahrzeuge wurden dabei kontrolliert und knapp 2.400 Personen. Dabei wurden 73 Straftaten und 92 Ordnungswidrigkeiten festgestellt.

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Vor allem die besondere Organisationsstruktur und der direkte Kontakt unterschiedlicher Arbeitsbereiche hätten zu den Erfolgen geführt, so das Fazit der Soko. Auswerter, Ermittler und Fahnder arbeiten demnach flexibel zusammen. Zudem gebe es eine gute Zusammenarbeit mit anderen Bereichen der Polizeidirektion.

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