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Solaranlage wider Willen

Im Gewerbegebiet Mockritz sind Solarmodule aufgebaut worden. Die Gemeinde hat das Projekt aber nicht befürwortet.

Im Gewerbepark Mockritz ist diese Solaranlage entstanden. In Betrieb kann sie aber noch nicht gehen, weil noch ein wichtiges Bauteil fehlt.
Im Gewerbepark Mockritz ist diese Solaranlage entstanden. In Betrieb kann sie aber noch nicht gehen, weil noch ein wichtiges Bauteil fehlt. © Frank Korn

Großweitzschen. Die Photovoltaikanlage im Gewerbegebiet Mockritz ist nicht zu übersehen. Wer zur Tankstelle oder zum Schnellimbiss will, muss daran vorbei.

Am 29. Januar dieses Jahres stand die Solaranlage auf der Tagesordnung bei der Sitzung der Großweitzschener Gemeinderäte. Sie wurden zu einer Stellungnahme aufgefordert. „Die große Mehrheit hat Einwände gegen den Bau gehabt. Sie waren der Meinung, dass auf dieser Fläche vielleicht eher eine Firma bauen könnte“, sagte Bürgermeister Jörg Burkert (parteilos). Seitens des Landratsamtes sei die Genehmigung aber dennoch erfolgt, sodass die Betreiber die Anlage bauen konnten.

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Auch Gemeinderat Axel Klingner (Freie Wähler) hat damals gegen den Bau der Anlage gestimmt. „Ich finde, dass die Fläche besser genutzt werden könnte. Das Gewerbegebiet ist damit nicht gerade attraktiver geworden“, sagte Klingner. Doch letztendlich sei die Entscheidung der Behörde zugunsten des Betreibers gefallen.

Das Grundstück gehört der InterCora in Erlangen, einer Firma, die im Bereich der Immobilienentwicklung arbeitet. Sie hat auch die Solaranlage mit einer Größe von etwa 10 000 Quadratmetern bauen lassen. „Wir haben sie absichtlich an das Ende des Grundstücks gestellt, um vorbeifahrende Autofahrer nicht etwa zu blenden oder den Verkehr in irgendeiner Weise zu behindern“, sagte Firmensprecherin Carola Zembsch.

Der Jahresertrag für die gesamte Anlage liegt nach Prognose bei etwas mehr als 800 000 Kilowattstunden. „Wir haben bisher noch keine Erfahrungen damit, ob diese Leistung tatsächlich erreicht wird“, so Carola Zembsch. Die Anlage ist noch nicht in Betrieb, weil die Betreiber auf den erforderlichen Trafo warten. 

„Um keine Gefahr für das Grundwasser zu riskieren, greifen wir auf einen Harztrafo zurück“, sagte die Firmensprecherin. Dieser habe jedoch eine längere Lieferfrist. Voraussichtlich wird die Anlage deshalb erst im vierten Quartal dieses Jahres in Betrieb gehen.

Die Investition beläuft sich auf etwa 550 000 Euro. Die Solaranlage arbeitet vollkommen selbstständig, das heißt, es ist kein extra Arbeitsplatz für ihren Betrieb nötig. „Wir haben aber bei der Auswahl der Firmen, die bei Bau und Lieferung mitgewirkt haben, auf örtliche Unternehmen nach Möglichkeit zurückgegriffen“, betont Carola Zembsch.

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