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Solarfirma investiert im Zittauer Norden

Auf der Fläche des früheren Kohlehandels an der Herwigsdorfer Straße entsteht eine Fotovoltaikanlage - vorerst noch etwas kleiner.

Klaus Reepen inmitten des künftigen Solarfeldes an der Herwigsdorfer Straße in Zittau.
Klaus Reepen inmitten des künftigen Solarfeldes an der Herwigsdorfer Straße in Zittau. © Matthias Weber

Der Unterbau steht zum großen Teil. In Kürze werden auch die Solarmodule geliefert und installiert. Etwa einen Hektar ist das Solarfeld am Rande von Zittau groß. Eigentümer Klaus Reepen rechnet damit, dass die 750-Kilowatt-Anlage im April oder Mai in Betrieb gehen kann. Der hier aus der Energie der Sonne erzeugte Strom soll dann zu 100 Prozent ins öffentliche Netz gespeist werden. Reepen betreibt das Solarfeld aber nicht selbst, er hat das Gelände des ehemaligen Kohlehandels an der Herwigsdorfer Straße an die Sybac Solar GmbH verpachtet. Das Unternehmen betreibt bereits jetzt zahlreiche Großanlagen in verschiedenen Bundesländern. Nun investieren sie auf dem Areal in Zittau. Eine gute Nachnutzung für das Grundstück, auf dem früher Braunkohle gelagert und verkauft wurde, findet Reepen. So denken wohl auch die Anwohner, vor allem die unmittelbar angrenzenden. Das zumindest behauptet der Eigentümer. Zuvor habe es auf dem Gelände schlimm ausgesehen, fügt er hinzu, um seine Aussage zu unterstützen. Der ehemalige Kohlehandel ist zwar schon vor Jahren abgerissen worden, danach verfiel die Fläche aber in eine Art "Dornröschenschlaf", über die Jahre verwilderte sie immer mehr. Reepen hatte das Grundstück vor drei Jahren gekauft. 

Da Solarfirmen in der Region immer wieder Standorte für neue Anlagen suchen, überlegte er, seine Fläche dafür anzubieten. Es habe auch mehrere Interessenten gegeben, berichtet der Schlegler, der als Personalrat bei der Bundespolizei tätig ist. Er entschied sich für die Sybac Solar GmbH, weil diese im Gegensatz zu anderen potenziellen Nutzern die Fläche nur pachten und nicht kaufen wollte. Ein Wiederverkauf kam für Klaus Reepen aber nicht in Frage. Sybac nutzt vorerst nur knapp zwei Drittel der Gesamtfläche. Sollte die Stromproduktion gut laufen, könnte sich der Investor laut Reepen eine Erweiterung des Solarfeldes auf die gesamten 1,5 Hektar vorstellen. Das sei aber nur möglich, wenn auch die Aufnahmefähigkeit der in Zittau-Nord anliegenden Elektroleitung erweitert wird. Für die künftige Stromeinspeisung der derzeit entstehenden, kleineren Anlage ist die Leitung gerade so ausreichend, erklärt Reepen.

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Die Anwohner hätten jetzt auch einen besseren Ausblick, sagt Reepen. Zu Zeiten des Kohlehandels - auf dem Gelände gab es auch eine Tankstelle - wurde an der Grundstücksgrenze ein gut acht Meter hoher Wall aufgeschüttet, damit die Wohnhäuser geschützt waren. Allerdings nahm er den Bewohner auch fast jede Sicht. In den vergangenen Monaten ist das Gelände umgestaltet worden, der Wall verschwand. Jetzt können die Anwohner die Umgebung wieder weit überblicken.

In der Nachbarschaft des früheren Kohlehandels gibt es bereits eine Solaranlage: Auf den Dächern der Lagerhallen am ehemaligen Güterbahnhof sind große Flächen mit Solarfeldern bestückt. Der Zittauer Ex-Bürgermeister Michael Hiltscher kann dieser Anlage aber nichts Gutes abgewinnen. Wenn man so was mache, sollte man auch daran denken, wie es nachher aussieht, findet Hiltscher. Die positive Entwicklung des Zittauer Bahnhofs durch die jüngsten Bauarbeiten werde seiner Meinung nach durch die Solaranlage auf dem alten Güterbahnhof gestört.

Reepen hat in Zittau schon mehrere "schwierige" Grundstücke wie beispielsweise den alten Schlachthof an der Chopinstraße erworben. Zuletzt hatte der Kauf eines Hauses an der Friedensstraße für einige Diskussion gesorgt. In seinem Wohnort Schlegel erwarb er alte LPG-Gebäude an der Teichstraße. Auf der Fläche sollen, so seine Vorstellung, Eigenheime entstehen. Der Abriss der LPG-Gebäude verzögert sich allerdings. Reepen will dieses Jahr noch mal Fördermittel für den Abbruch beantragen. Sollten diese nicht bewilligt werden, müsse das Projekt nach seinen Worten noch weiter liegenbleiben. Die notwendigen Voraussetzungen für den Abriss, wie der Rückbau von Stromleitungen, sollen aber unabhängig von der Bewilligung der Förderung geschaffen werden.

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