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Sollen Ortsfeuerwehren fusionieren?

In Krauschwitz erhalten Wehren neue Autos und Gerätehäuser. Das wirkt sich auch auf die Debatte von Wehrfusionen aus.

Nachdem die Freiwillige Feuerwehr Skerbersdorf ein neues Löschfahrzeug erhielt, soll bald auch das in die Jahre gekommene Gerätehaus durch einen Neubau ersetzt werden. Noch laufen die Planungen.
Nachdem die Freiwillige Feuerwehr Skerbersdorf ein neues Löschfahrzeug erhielt, soll bald auch das in die Jahre gekommene Gerätehaus durch einen Neubau ersetzt werden. Noch laufen die Planungen. © Joachim Rehle

Die Freiwillige Feuerwehr im Krauschwitzer Ortsteil Skerbersdorf erhielt kürzlich ein neues Tanklöschfahrzeug TLF 4000. Das auf Waldbrandbekämpfung spezialisierte Fahrzeug hat Allradantrieb und fasst 4.500 Liter Löschwasser. Möglich wurde die Neuanschaffung über das sächsische Innenministerium, welches für rund 7,6 Millionen Euro landesweit die Katastrophenschutz-Flotte aufstockte und dabei auch einige regionale Wehren wie Skerbersdorf bedachte. Geplant ist zudem, noch 2020 weitere Geräte- und Mannschaftstransportwagen und Fahrzeuge für Hilfeleistungslöschgruppen auszuliefern. Inwiefern die Region auch davon profitiert, ist bislang unbekannt.

In Skerbersdorf wird indes das neue Einsatzfahrzeug schon genutzt, obgleich noch nicht alle Kameraden in die neue Technik eingearbeitet sind. Durch Covid-19 gilt nämlich eine interne Dienstanweisung, die besagt, dass sich aus Gesundheitsschutzgründen maximal zwei Maschinisten zeitgleich mit dem neuen Fahrzeug vertraut machen dürfen. „Wegen Corona gab es auch keine offizielle Fahrzeugübergabe. Die wird später nachgeholt“, erklärt der Krauschwitzer Bürgermeister Tristan Mühl auf Tageblatt-Nachfrage. Wie er weiter informierte, sei das nächste Ziel der Bau eines neuen Gerätehauses in Skerbersdorf. „Erste Vorgespräche mit Planern laufen bereits. Wir hoffen, bis Herbst dieses Jahres eine gültige Planung vorliegen zu haben, um damit die nötigen Fördermittel für den Neubau beantragen zu können.“ Zudem, so der Bürgermeister weiter, müssten sich Verwaltung und Gemeinderat auch Gedanken über ein neues Gerätehaus im Ortsteil Pechern machen. Alle anderen Gerätehäuser der Gemeinde und ihrer Ortsteile seien funktionstüchtig.

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Durch die neuen Fahrzeuge und Gerätehäuser wird auch eine Debatte beeinflusst, die seit Jahren mehr oder weniger intensiv geführt wird und seit dem Gutachten von Kommunalberater Christoph Trumpp zum Haushaltsstrukturkonzept 2019-2023 der Gemeinde Krauschwitz erneut in den Fokus rückte. Im Rahmen des Gutachtens inklusive Handlungsschwerpunkten zum Sparen schlug Trumpp eine Zusammenlegung von Wehren – mindestens aber der von Krauschwitz Ost und West an einem Standort – vor. Hintergrund ist die Tatsache, dass die Gemeinde ohne Einsparungen im Jahr 2023 ein Minus von rund 3,6 Millionen Euro haben wird.

Auf Basis dieser Empfehlungen gab die Gemeinde im Vorjahr ein Brandschutzgutachten in Auftrag. Es soll klären, wo, wie und in welchen Größenordnungen sowohl Verbesserungen als auch Einsparungen bei den Ortsfeuerwehren möglich sind. Noch liegt das Ergebnis nicht vor. Für Bürgermeister Tristan Mühl steht jedoch fest: „Eine Zusammenlegung von Ortschaftswehren funktioniert nicht. Die Ausrückzeiten könnten nicht mehr eingehalten werden.“ 

Zudem sieht er Zusammenschlüsse nur auf Freiwilligkeit als sinnvoll und machbar an, da Fusionen unter Zwang zum Unmut der Kameraden und möglichen Austritten in Größenordnungen führen. Unabhängig davon müsse erst das Ergebnis des Brandschutzgutachtens abgewartet werden. „Dann erst können wir in enger Absprache mit Wehrleitungen, Kameraden und Räten weitere Vorgehen abstimmen.“ Dies gilt auch für das von Kommunalberater Trumpp geforderte Zusammengehen der beiden Krauschwitzer Wehren.

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