merken
PLUS Meißen

Sollten sich alle als Klipphausener fühlen?

Beide Bürgermeisterkandidaten haben beim Wahlforum im Groitzscher Hof am Montag mit unterschiedlichen Stärken gepunktet.

Lieferten sich am Montagabend ein sachliches Wortgefecht: Die beiden Klipphausener Bürgermeisterkandidaten Mirko Knöfel (im Vordergrund) und Carsten Hahn bei der Bürgermeisterschaft.
Lieferten sich am Montagabend ein sachliches Wortgefecht: Die beiden Klipphausener Bürgermeisterkandidaten Mirko Knöfel (im Vordergrund) und Carsten Hahn bei der Bürgermeisterschaft. © Claudia Hübschmann

Kitas und Schulen

Wie möchten Sie das Personalproblem in den Kitas lösen?

Anzeige
Weinsommer auf Schloss Wackerbarth
Weinsommer auf Schloss Wackerbarth

Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute so nah liegt. Im wunderschönen Elbland kann man Genuss mit allen Sinnen erleben.

Knöfel: Erste Lösungsansätze haben wir in der AG Kita geschaffen. Wenn wir beste Bedingungen bieten und beste Qualität, dann motiviert das auch die Mitarbeiter.

Hahn: Hochgekocht ist die Geschichte erst durch die Information über gekürzte Betreuungszeiten. Ich würde die Eltern schon früher einbeziehen. Als Bürgermeister möchte ich das Thema zur Chefsache machen.

Verwaltung

Wie soll die Zusammenarbeit mit den Ortschaftsräten gestaltet werden?

Hahn: Ich würde die Ortschaftsräte gern wieder stärken. Vor allem muss die Kommunikation stimmen. Ein eigenes Budget könnte helfen.

Knöfel: Von einem eigenen Budget halte ich nichts. Die Haushaltsposten sollten gut erklärt und transparent auf die Ortsteile aufgeschlüsselt werden. Wichtig ist mir, Anfragen aus den Ortschaftsräten schnell zu beantworten.

Welche Erfahrung in Personalführung haben Sie?

Knöfel: Im Laufe der Jahre habe ich mir ein immer größeres Team aufgebaut. Ich führe Personalgespräche und schreibe Beurteilungen. Ein gutes Arbeitsklima sorgt dafür, dass die Leute ihren Job auch ernst nehmen und gern machen.

Hahn: Bei der Bundeswehr habe ich Mitarbeiter im dreistelligen Bereich kommandiert. Die reagieren aber auch nicht auf Befehl. Man muss sie mitnehmen.

Wie sehen Sie ihre Rolle als Bürgermeister?

Hahn: Natürlich braucht es einen kollegialen Stil. Aber ein Bürgermeister muss sich auch durchsetzen können. Als Bürgermeister möchte ich bürgernah und viel unterwegs sein. Wo sind die Probleme? Wo sind die Erfolge? Parallel dazu muss es eine Aufsicht geben, die prüft, was geschafft wurde.

Knöfel: Der Bürgermeister steht neben und über der Verwaltung. Er muss Ideen- und Impulsgeber sein. Es kommt nicht darauf an, selbst die erste Geige zu spielen, sondern das Orchester, also die Verwaltung, zu dirigieren.

Wie soll die Verwaltung künftig gestaltet werden?

Knöfel: Ich möchte mich vor die Verwaltung stellen, weil ich Vertrauen in den Apparat habe. Die Schwachstellen sind mir bekannt. Das klären wir intern. Die Mitarbeiter sollen mehr Eigenverantwortung übernehmen.

Hahn: Ein fertiges Rezept kann ich zu diesem Zeitpunkt nicht liefern. Dazu fehlt mir die Einsicht. Es wird darauf ankommen zu hinterfragen, wo sich Aufgaben trennen oder vielleicht auch zusammenführen lassen. Prinzipiell gilt: Die Gemeinde sollte als Dienstleister für die Bürger da sein.

Wie wollen Sie mit der AfD im Gemeinderat umgehen?

Hahn: Als Bürgermeister arbeite ich überparteilich. Darüber hinaus gilt: Jede , der eine gute Idee für unsere Gemeinde hat, ist willkommen, hier mitzumachen. Wer sich allerdings verweigert, der muss sich vor Ihnen als Wähler verantworten.

Knöfel: Parteien spielen für mich keine Rolle. Entscheidend ist, was die Gemeinde voranbringt. Die Herkunft des Vorschlages ist nicht entscheidend.

Zukunft

Wie lässt es sich erreichen, dass sich die Menschen mit Klipphausen identifizieren?

Knöfel: Niemand darf sich als fünftes Rad am Wagen fühlen. Jeder sollte mitgenommen werden. Dadurch entsteht Gemeinschaft.

Hahn: Ich finde es schön, dass jeder Ortsteil seine eigene Identität besitzt. Entscheidend ist doch, voneinander zu lernen. Deshalb möchte ich als Bürgermeister viel unterwegs sein.

Weshalb wären Sie der richtige Bürgermeister für Klipphausen?

Hahn: Ich weiß als Verwaltungsfachmann, wo es Fördermittel gibt. Ich bin unvoreingenommen und behandele alle Ortsteile und Vereine gleich. Selbst wenn ich zugezogen bin, fühle ich mich als einer von hier. Und eines darf ich Ihnen versprechen: Wenn ich gewinne, würde ich mich richtig reinknien.

Weiterführende Artikel

Klipphausen zeigt, wie es geht

Klipphausen zeigt, wie es geht

Hunderte Bürger verfolgten den knackigen Schlagabtausch der Bürgermeisterkandidaten.

Knöfel: Da ich aus der freien Wirtschaft komme, kann ich die Dinge von außen betrachten. Ich möchte die Gemeinde Klipphausen modernisieren und baue dafür auf über drei Jahrzehnte Ortskenntnis und Zeitkenntnis auf. Mit mir wählen Sie jemanden von hier, der ein neues Miteinander schaffen möchte.

Mehr zum Thema Meißen