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Sommerkohle für den Winter

Noch vor einigen Jahrzehnten hatte der VEB Kohlehandel Görlitz in der heißen Jahreszeit gut zu tun. Wie die Versorgung damals ablief.

So wurde die lose Kohle abtransportiert.
So wurde die lose Kohle abtransportiert. © Rainer Kitte

Fernwärme? Zentralheizung? Gaserhitzer? Gab es alles – aber für private Haushalte bis in die 1970er-Jahre fast undenkbar. Erst mit neuen Plattenbausiedlungen begann das Ende der Kachelöfen mit deren umweltbelastenden Schornstein-Abgasen. Bis dahin hatte auch der VEB Kohlehandel Görlitz stets ab dem Sommer gut zu tun.

Kohlelieferungen waren für dessen Mitarbeiter bei hochsommerlicher Hitze alles andere als angenehm. Und doch wollte jeder seine Kohlen für die nächste Heizsaison spätestens Anfang Herbst im Keller haben, falls man da doch schon mal „eine Husche“ durchheizen musste. Anlieferung von Briketts war Alltag, meist kamen sie „lose“ vom Lkw, seltener gesackt und wenn, dann noch seltener direkt in den Keller getragen. Das musste dann schon jeder selber mit Schaufel und Eimer tun. Die Fotos zeigen das Beladen von Görlitzer Fahrzeugen im August 1970.

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Görlitzer beim  Laden von Transportern
Görlitzer beim  Laden von Transportern © Rainer Kitte
So ging der Transport dann los.
So ging der Transport dann los. © Rainer Kitte
Im Bild eine Quittung für einen Marken-Kauf 1987 im Weinhübler Kraftverkehrshof
Im Bild eine Quittung für einen Marken-Kauf 1987 im Weinhübler Kraftverkehrshof © Sammlung Ralph Schermann

Jeder Haushalt hatte je nach Größe in der DDR Anspruch auf eine jährliche „Hausbrand-Bezugskarte“. Der Preis für die darauf genannte und in „normalen“ Wintern auch ausreichende Menge war staatlich gestützt, wer mehr brauchte, musste auch mehr bezahlen. Auch Koks für Etagenheizungen und gebündeltes Feuerholz wurde geliefert. Alle in der DDR hergestellten Briketts hießen seit 1961 „Rekord“ und bestanden aus zerkleinerter, getrockneter und gepresster Braunkohle. Die Asche wurde in Metall-Tonnen gefüllt, die am Abholtag an den Straßenrand gestellt und mit einer blechernen „Kübelmarke“ versehen wurden. Deren Verkauf für lediglich 80 Pfennig je Tonne übernahmen viele Verkaufsstellen im gesamten Stadtgebiet. 

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