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Sonnige Zeiten fürs Gewerbegebiet

Das Areal „Sebnitztal“ ist voll ausgelastet und wirft Gewinn ab. Und es könnten noch Arbeitsplätze hinzukommen.

Von Thomas Möckel

Der Betrag klang zunächst nicht besonders üppig. Reichlich 28 000 Euro, so wies es das Papier aus, hatte das Technologie- und Gewerbezentrum Sebnitz (TGZS) an der Walther-Wolff-Straße 2012 an Gewinn erwirtschaftet. Dies ergibt sich aus der Jahresrechnung für das vergangene Jahr, die das Rathaus kürzlich dem Stadtrat präsentierte.

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Für Sebnitz ist der erzielte Überschuss allerdings alles andere als klein. „Wie sich das TGZS entwickelt hat, das ist schon eine kleine Erfolgsgeschichte“, sagt Vizebürgermeister Ekkehard Schneider (CDU). Seit mehreren Jahren schon arbeitet das TGZS gewinnbringend und wirtschaftet dabei ohne Zuschüsse der Stadt, die der einzige Gesellschafter des Unternehmens ist.

Das kleine, aber stete Wirtschaftswachstum ist aus Sicht des Rathauses gerade daher so beeindruckend, weil die Einnahmequellen des TGZS eher überschaubar sind. Über viele Jahre hinweg erzielte das Unternehmen ausschließlich Erlöse damit, indem es Flächen, Räume und Gebäude an Betriebe vermietete. Zum eigenen Bestand des Unternehmens gehören ein Bürohaus, das auch über Schulungsräume verfügt, sowie vier Produktionshallen.

Dass das Geld aus der Vermietung regelmäßig und in nahezu gleichbleibender Höhe fließt, ist vor allem einem wichtigen Umstand zu verdanken: Das Gewerbegebiet ist nahezu vollständig ausgelastet, von der insgesamt vermietbaren Fläche von etwa 5 600 Quadratmetern sind rund 99 Prozent vergeben. Laut der Stadt haben sich im TGZS 14 Einrichtungen und Betriebe angesiedelt. Dazu zählen unter anderem die Wäscherei Boden, Bauelemente Hellmig, Drahtverarbeitung Preisler sowie der Stahl- und Anlagenbau Hinterhermsdorf. Die sesshaften Firmen beschäftigen insgesamt rund 190 Mitarbeiter.

Das TGZS selbst hingegen wirtschaftet mit minimalem Personalaufwand, es beschäftigt so gut wie kein eigenes Personal. Das hilft, die Ausgaben niedrig zu halten. Als Geschäftsführer fungiert kraft seines Amtes Oberbürgermeister Mike Ruckh (CDU), Aufsichtsratsvorsitzender ist Vizebürgermeister Ekkehard Schneider.

Um demgegenüber den Erlös zu mehren, kann das TGZS nun auf eine weitere Einnahmequelle zurückgreifen, die im vergangenen Jahr erstmals in die Bilanz mit einfloss und sich als profitabel erwies. Das Unternehmen hatte 2011 auf dem Dach der Produktionshalle 3 eine Photovoltaik-Anlage in Betrieb genommen. Sie wandelt mithilfe von Kollektoren Sonnenlicht in Elektrizität um. Den Strom speist das TGZS ins öffentliche Netz, pro Kilowattstunde wird das Unternehmen dann gemäß dem Energieabnahmegesetz vergütet. Die Erlöse aus der Einspeisevergütung waren 2012 erstmals angefallen.

Die Photovoltaik-Anlage dürfte sich auch in den kommenden Jahren als wirtschaftlich erweisen: Rund 85 000 Euro hat die Technik gekostet, in acht bis neun Jahren soll sich eine solche Anlage amortisieren. Den gesamten Aggregaten wird eine Laufzeit von etwa 20 Jahren beschieden.

Neben den Erlösen könnte sich in naher Zukunft auch die Zahl der Arbeitsplätze vermehren. Nach Angaben des Rathauses plant die Firma Stahl- und Anlagenbau Hinterhermsdorf, eine weitere Produktionshalle zu bauen, sollte sich die Auftragslage als stabil erweisen. Sebnitz hat bereits mehrere Flächen an den Betrieb verkauft sowie ein Verfahren eingeleitet, den bestehenden Bebauungsplan zu ändern, damit das Unternehmen später ungehindert bauen kann.